Oldtimertreffen mit Zweirädern / Emil Hinners‘ 85 Jahre alte „Triumph“ streikt

Wenn der Zündfunke nicht überspringt

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„Das kenn ich schon“: Emil Hinners hält sich beim Antreten seiner 85 Jahre alten „Triumph“ fit.

Schwarme - Von Heiner Büntemeyer. Einige Besitzer von Motorrädern und Motorrollern aus der Steinzeit des Motorsports dürften am Sonnabend mit Blick auf das Wetter gezögert haben, die Reise nach Schwarme anzutreten. Doch gleichzeitig wussten sie, dass sie dort viele andere Oldtimerfreunde treffen würden. Und so machten sich am Ende doch 32 Fahrer auf den Weg und nahmen am Schwarmer Oldtimertreffen teil.

Organisator Hans Göbel vom Motorsportclub (MSC) Schwarme bat die Fahrer zunächst zu einer Gleichmäßigkeitsprüfung auf die Rennbahn. Die Frauen und Männer gaben in der ersten Runde ihr Tempo für die zwei folgenden Runden vor, das sie dann möglichst exakt einhalten mussten. Die Zeit wurde mit einer Lichtschranke gestoppt.

Anschließend startete die etwa 50 Kilometer lange Tour, bei der alle Teilnehmer Rücksicht auf die beiden ältesten Maschinen nahmen: eine „Progress“ (Baujahr 1905), mit der Werner Stockmann aus Stemwede angereist war, und eine fünf Jahre jüngere „Humber“, die Walter Schenk aus Spenge gehört. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 Stundenkilometern durfte nicht überschritten werden. Dazu gab es auch keinen Anlass, denn der Weg war das Ziel: Es ging nicht um schnelle Zeiten, sondern vor allem ums Ankommen.

Das gelang schließlich allen Teilnehmern. Aber als Emil Hinners aus Uesen nach der Mittagspause und der Pokalvergabe nach Hause fahren wollte, da zeigte ihm seine „Triumph“, Baujahr 1930, dass sie das langsame Fahren gar nicht liebt. „Wir kennen uns schon seit 30 Jahren“, sagte Hinners keuchend, während er wieder und wieder versuchte, den 85 Jahre alten Einzylinder-Motor mit Wechselsteuerung anzutreten. Mehrere Male schraubte er die verrußte Zündkerze aus, die glücklicherweise leicht erreichbar ist, reinigte sie, prüfte den Zündfunken und schraubte sie wieder ein.

Geduldig hörte Emil Hinners sich die Kommentare der Zuschauer an. „Das kenn ich schon“, erklärte er lachend und informierte in seinen Verschnaufpausen die Umstehenden, dass diese „Triumph“ keine englische Maschine ist, sondern als „Frischöler“ in Nürnberg mit einem 500 Kubikzentimeter großen und 13 PS starken MAG-Motor aus der Schweiz gebaut wurde.

Als die Maschine endlich ansprang, atmete Emil Hinners erleichtert auf: „Eigentlich hätte ich heute einen Trostpreis verdient gehabt.“ In seiner Wertungsklasse hatte es nämlich nur für den vierten Platz gereicht. Spaß hatte er trotzdem.

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