Oldi Club Altkreis Syke eröffnet Saison: 2500 Fahrzeuge und zahlreiche Besucher

Oldtimer und der Brokser Marktplatz: „Das passt!“

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Diese Oldtimerfans grillten zusammen. Fotos (2): bt

Br.-Vilsen - Von Heiner Büntemeyer. Die Premiere ist gelungen: Der Oldi Club Altkreis Syke hat gestern erstmals seine Saison mit einem großen Oldtimertreffen auf dem Brokser Marktplatz eröffnet. Es scheint, als habe der Verein, der in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, eine dauerhafte Bleibe gefunden.

16 Jahre lang hatte der Club seine Schau auf dem Schützenplatz in Bahlum veranstaltet, aus Platzgründen zog er 2006 zum Erbhof in Thedinghausen um. Weil der Boden im dortigen Baumpark 2014 stark unter der Großveranstaltung litt, gab es nun erneut einen Ortswechsel. Zahlreiche Mitglieder waren gestern begeistert vom Standort Bruchhausen-Vilsen: „Es passt einfach“, sagte Marktmeister Norbert Schulz. „Ich bin total überrascht, wie gut diese Schau angenommen wird.“ Er lobte vor allem die hervorragende Erschließung des Geländes, die das problemlose An- und Abfahren bei jedem Wetter ermögliche.

Genaue Besucher- und Teilnehmerzahlen konnte Schulz nicht nennen, dafür herrschte zu viel Bewegung auf dem Marktplatz. Während erste Oldtimerbesitzer das Gelände verließen, freuten sich andere über den frei werdenden Platz. Schulz schätzte, dass rund 2500 Fahrzeuge zusammenkamen.

Zwar hatten sich einige Teilnehmer Stellplätze reserviert, um die Saisoneröffnung beispielsweise mit einem Clubtreffen zu kombinieren, doch die meisten Aussteller wurden von den Einweisern in der Reihenfolge ihres Eintreffens an eine passende Stelle verwiesen. Die zahlreichen Besucher schlenderten an ganz unterschiedlichen Autos vorbei. Da standen kleine „Fiats 500“ und „Goggomobile“ direkt neben einem historischen „Porsche“, einem langen Ami-Schlitten oder einem „MG-Cabrio“ mit Steuer auf der rechten Seite.

Viele Besitzer hatten handschriftlich verfasste Informationen über ihr Fahrzeug an eben diesem angebracht. Andere saßen am Auto, picknickten dort mit Freunden oder sonnten sich und freuten sich über Nachfragen von Gästen.

Andreas Snetvy aus Tarmstedt hatte einen „Borgward P 100“ mit der Fahrzeug-Nummer 2543 mitgebracht. Es war das letzte Modell, das bei Borgward in Bremen 1961 vor dem Konkurs vom Band lief. In der Nähe stand ein tschechischer „Tatra“ mit gewöhnungsbedürftiger Linienführung im Vergleich zu den eleganten „Borgward-Isabellas“ oder zu einem schicken „Morgan Plus 4-Cabrio“. „Den ,Tatra‘ haben früher nur Bonzen gefahren“, sagte ein Betrachter.

Aus der selben Epoche stammen die amerikanischen Straßenkreuzer, zu denen ein fast sechs Meter langer „Lincoln Continental“ zählte. Er vermittelte mit dem Stetson auf der Rückbank und dem mit rotem Velours ausgestatteten Innenraum ein völlig anderes Lebensgefühl. Der 7,6-Liter-Motor, der 220 PS leistet, braucht 20 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer.

Oft waren es solche Details, um die sich die „Benzingespräche“ drehten. „Da ist ja ein ,Kadett-Coupé‘“, bemerkte eine Besucherin, erfuhr dann aber, dass es sich in Wahrheit um einen „Opel Olympia“ handelt. Der stolze Besitzer hat diese Verwechslung schon oft erlebt, denn beide Typen sehen sich sehr ähnlich. Auch die kleinen „Fühler“ neben den vorderen Kotflügeln interessierten einige Gäste. „Damit erkennt der Fahrer, wann er beim Einparken dem Bordstein zu nahe kommt“, erfuhren sie. Ohne diese Warnung könnte er seine Weißwandreifen verschmutzen.

Viel los war auch bei den Zweirädern. Da standen Fahrräder mit Hilfsmotoren, alte „Hercules“-Mopeds, Motorroller, Motorräder fast aller Marken sowie „Schwalben“, bei denen Fahrer und Beifahrer nebeneinander sitzen können. Wolfgang Pietschek aus Nienburg zeigte in Bruchhausen-Vilsen seine 1914 gebaute „Wanderer“, die er 25 Jahre lang restauriert hat. „Sie war das im Ersten Weltkrieg meist gefahrene Motorrad“, berichtete er.

Oldtimer-Treffen in Bruchhhausen-Vilsen

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