DRK-„Haus am Kurpark“ erneut Notfallquartier nach Brand in Seniorenheim

Obdach für 22 Pflegebedürftige

Mit mehr als 30 Fahrzeugen sorgen der Rettungsdienst und die DRK-Bereitschaften am Sonntag dafür, dass Patienten und Personal aus Groß Lessen gut versorgt nach Bruchhausen-Vilsen kommen. Fotos: Anne-Katrin Schwarze

Br.-Vilsen – Gegen Mitternacht hat Christopher von Spreckelsen am Sonntag das „Haus am Kurpark“ verlassen. Bis weit in den Abend hinein waren er und sein Team beschäftigt, die 22 Bewohner aufzunehmen und zu versorgen, die am Nachmittag das „Landhaus Barrien“ bei Sulingen wegen eines Großfeuers verlassen mussten (wir berichteten). „Allen geht es soweit gut“, kann der Einrichtungsleiter mitteilen.

Nur gut zwei Wochen war es her, dass das leerstehende DRK-Altenheim Senioren vorübergehend als Unterkunft dienen konnte, die beim Brand eines Syker Seniorenheims ihr Dach über dem Kopf verloren hatten. Seit einer guten Woche erst war die Einrichtung an der Homfelder Straße wieder bereit, Menschen aufzunehmen. Der Landkreis hatte das Haus vom DRK als Notfallzentrum einrichten lassen, um während der Corona-Pandemie gegebenenfalls pflegebedürftige Menschen von Personen trennen zu können, die an Covid-19 erkrankt waren. Dazu musste es bisher nicht kommen. Dass das „Haus am Kurpark“ jedoch 30 Betten für eine kurzfristige Belegung vorhält, war jetzt zum zweiten Mal ein großes Glück für Menschen in Not.

Die Bewohner des „Landhaus Barrien“ haben ausnahmslos pflegerischen Bedarf, schildert Christopher von Spreckelsen. Anders als vor knapp drei Wochen, musste also nicht nur schnellstmöglich ein Bett für die Nacht gefunden werden. Zwei Patienten werden palliativ-medizinisch betreut, zahlreiche sind schwerstpflegebedürftig und bettlägerig, alle anderen sind auf Betreuung durch Fachpersonal angewiesen. Noch am Sonntagnachmittag seien alle Unterlagen und Medikamente aus Sulingen nach Bruchhausen-Vilsen gelangt, bis zum frühen Abend hätten alle 22 Gäste die Notaufnahme passiert.

Jeweils einzeln habe das DRK-Team in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des „Landhaus Barrien“ die Senioren am Haupteingang in Empfang genommen. Das Gebäude lässt sich als Schutzmaßnahme in Corona-Zeiten nur durch eine Schleuse betreten. Ein Arzt habe sich vom Zustand der Patienten ein Bild gemacht. Die pflegerische Betreuung habe dann umgehend auf den Zimmern begonnen, beschreibt Christopher von Spreckelsen die Abläufe am Sonntag.

Ähnlich wie bei der Evakuierung jüngst in Syke, kamen die Sulinger jetzt lediglich mit dem, was sie am Leib trugen. „Wir hatten für die Syker einen Bekleidungsshop eingerichtet, von dem wir jetzt wieder profitierten“, sagt von Spreckelsen. Vom Hausschuh bis zu warmen Jacke sei alles vorhanden, was im ersten Moment nötig gewesen sei.

Da das DRK und seine Bereitschaften gerade erst Erfahrungen mit einer Evakuierung gemacht hatten, habe die Aktion am Sonntag „viel reibungsloser geklappt“, als noch vor zweieinhalb Wochen, betont der Einrichtungsleiter. Entspannt und organisiert, beschreibt er die Abläufe. Dass die Räume geheizt waren und um 18.30 Uhr ein Abendessen serviert werden konnte, sei im Sinne der Patienten gut und wichtig gewesen. 27 Rettungs- und Krankentransportwagen sowie vier Fahrzeuge der Tagespflege waren mit ihren Besatzungen stundenlang im Einsatz, um den Transport der zum Teil schwerstkranken Menschen zu übernehmen.

Zusätzlich zu je drei Mitarbeitern des DRK beteilige sich das „Landhaus“ in zwei Schichten mit jeweils vier eigenen Pflegekräften an der Betreuung sowie am Nachtdienst. Als Hausherr erlebe er die Kollegen „unglaublich kooperativ und engagiert“. Sie hielten sich vorbildlich an die von ihm geforderten Hygienemaßnahmen. Zunächst ist eine Betreuung der Gäste bis Sonntag vorgesehen. „Das Haus steht aber so lange zur Verfügung wie nötig“.

Gestern war es nur Angehörigen der Palliativpatienten möglich, ihre Liebsten einzeln zu besuchen. Ab heute können Angehörige die Bewohner zwar nicht im Zimmer aufsuchen, aber im Eingangsbereich mit Abstand sehen oder auch sprechen.

Den Patienten sei der Schreck gestern noch deutlich anzumerken gewesen. Sie haben unruhige Zeiten hinter sich. Im „Landhaus Barrien“ war es zu einer Vielzahl von Corona-Erkrankungen gekommen, auch mit Todesfolge. „In Bruchhausen-Vilsen sind keine und waren zu keiner Zeit Corona-Patienten untergebracht“, betont Christopher von Spreckelsen.

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