Glasfaserausbau: „Bereitschaft der Bürger ist hoch“

Noch fehlen Nordischnet im Flecken 300 Unterschriften

Während der Ausbau in Bruchhausen-Vilsen noch offen ist, schreitet die Verlegung der Leerrohre für die Glasfaserleitungen in den sogenannten weißen Flecken voran. Wie geplant, führen zwei Firmen derzeit Erdarbeiten in den Mitgliedsgemeinden aus. Dieses Bild zeigt eine Baustelle in Martfeld an der Bremer Straße.
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Während der Ausbau in Bruchhausen-Vilsen noch offen ist, schreitet die Verlegung der Leerrohre für die Glasfaserleitungen in den sogenannten weißen Flecken voran. Wie geplant, führen zwei Firmen derzeit Erdarbeiten in den Mitgliedsgemeinden aus. Dieses Bild zeigt eine Baustelle in Martfeld an der Bremer Straße.

Br.-Vilsen – „Wir wollen ausbauen“, sagt Nordischnet-Projektleiter Hannes Mahrenholtz und betont das Wort „wollen“. Dass es zuletzt, gelinde gesagt, Verwirrung darum gegeben hat, ob der Glasfaserausbau in der Samtgemeinde auf der Kippe steht (wir berichteten), liegt offenbar am unterschiedlichen Sprachgebrauch von Unternehmen und Kunden. Unter „Aussiedlungen“ und „Ortskern“ verstehen Einheimische nämlich weder „Martfeld“ noch „Flecken“.

Auf Nachfrage stellt Hannes Mahrenholtz in Vertretung für GVG-Niederlassungsleiter Andreas Niehaus klar: „In Martfeld, Schwarme, Asendorf, Engeln und Süstedt ist die Anschlussquote erreicht, wir werden dort eine Glasfaserinfrastruktur schaffen. Die Planungen laufen.“

Ungewiss sei derzeit allerdings das, was Nordischnet als Ortskern bezeichnet. Dass damit nicht das Karree um die Vilser Kirche gemeint ist, musste offenbar auch Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann erst hinterfragen. Er hatte die Presseinformation durch Niederlassungsleiter Niehaus in der vergangenen Woche als „missverständlich“ bezeichnet. „Ortskern ist für uns, was auf der Landkarte als dicker Fleck mit dem Namen Bruchhausen-Vilsen zu sehen ist“, erklärt Mahrenholtz.

Auf einer solchen Karte zieht er um eben dieses Bruchhausen-Vilsen einen Kreis, in dem der Ausbau vorgesehen sei. Veröffentlicht sehen möchte er diese anschauliche Begriffserklärung nicht. Am Beispiel Süstedt macht er deutlich, warum nicht. Dort sei die Quote erreicht, die Nordischnet einem Ausbau zugrunde legt, der sich rechnet. Ergeben sich diese beworbenen 40 Prozent aber aus 80 Prozent Interesse in „Nord-Süstedt“, allerdings aber nur zwei Prozent in „Süd-Süstedt“, „kann der Süden wegfallen“, sagt Hannes Mahrenholtz.

Uenzen taucht auf der Planungskarte von Nordischnet nicht als Begriff auf. Ob ganz Uenzen mit „Süd-Süstedt“ gleichzusetzen ist, blieb bei der Anfrage offen. Die genannten Werte von 80 und zwei Prozent seien fiktiv, um das Beispiel zu veranschaulichen, so der Projektleiter.

Nordischnet behalte sich vor, in den Orten Cluster zu bilden, also zusammenhängende Bereiche, in denen das Interesse der Kunden besonders groß ist. „Es gibt genug Interessierte, damit ein Ausbau möglich ist“, sagt Hannes Mahrenholtz für die Mehrheit der schwarzen Flecken in der Samtgemeinde. „Wir sind in der Planungsphase. Es wird nicht dabei herauskommen, dass wir nicht ausbauen.“ Ob das in Gänze für die Ortslagen in Martfeld, Schwarme, Asendorf, Süstedt und Engeln gelte, könne er derzeit aber nicht zusichern.

Die Cluster, die Hannes Mahrenholtz mit Stadtteile übersetzt, stünden noch nicht fest. Von dieser Clusterbildung könne auch der Flecken betroffen sein. Noch fehlen 300 Unterschriften von Kunden, die sich für einen Anschluss an die Hochgeschwindigkeitstrasse interessieren, sagt Mahrenholtz auf Anfrage. „Wir merken auf der Straße aber eine hohe Bereitschaft der Bürger, die Ausbauquote zusammen mit uns zu erreichen“, versichert Hannes Mahrenholtz. Entscheiden sich während der verlängerten Antragsfrist bis zum 9. August nicht genug Anschlusswillige, könne es sein, dass der Luftkurort seinen Datenverkehr bildlich gesprochen weiterhin mit der Dampfeisenbahn erledigen muss, während alle Mitgliedsgemeinden auf ICEs umsatteln können.

„Wir versuchen, in Bruchhausen-Vilsen alles möglich zu machen“, sagt der Projektleiter. Sollte die für Nordischnet wirtschaftliche Quote nicht erreicht werden, würde man überlegen, Teile des Ortes auszubauen.

Alle Bereiche außerhalb des Fleckens seien bereits in Planung. In den nächsten Wochen würden im Rahmen einer Grobplanung die Haupttrassen festgelegt, in einer anschließenden Feinplanung die Cluster. Auch diese Phase werde mehrere Wochen dauern. „Ende 2021 soll die erste Haupttrasse betriebsbereit sein“, so der bisherige wie aktuelle Zeitplan von Nordischnet.

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