Jörg Kehlbeck hört als Ortsbrandmeister im Flecken auf

Nicht nur die Hunde freut’s

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Nach 18 Jahren als Ortsbrandmeister hat Jörg Kehlbeck jetzt wieder mehr Zeit für eines sein Hobby die Jagd, was seine Hunde Marcy und Diva sehr freut. 

Kleinenborstel - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Seit dem 30. Juni 1999 leitet Jörg Kehlbeck die Geschicke der Ortswehr Bruchhausen-Vilsen. Satte 18 Jahre liegen hinter ihm, wenn er den Posten zum Ende des Monats abgiebt. Nur Friedrich Griepenkerl war länger am Ruder – und zwar ganze zehn Jahre. Viel ist in den 18 Jahren passiert. Zum Ende seiner Amtszeit blickt Jörg Kehlbeck zurück.

„Alle Fahrzeuge wurden einmal durchgetauscht, sprich erneuert. Das hört sich vielleicht leicht an, ist es aber nicht. Denn man muss sich um Ausschreibungen und Ausstattung kümmern, Gespräche mit Politikern führen. Das ist sehr zeitaufwendig. Allerdings habe ich das nicht alleine gemacht, da war die gesamte Führungsebene beteiligt“, sagt Kehlbeck. Aber dennoch ist der Noch-Ortsbrandmeister für die Politik natürlich der erste Ansprechpartner gewesen.

Auch das Feuerwehrhaus im Luftkurort wurde in den vergangenen Jahren renoviert und erweitert. Dort hat die Feuerwehr viel Eigenleistung reingesteckt.

Und natürlich ist Jörg Kehlbeck in seinen 18 Jahren an der Spitze auch bei zahlreichen Einsätzen unterwegs gewesen. „Es waren gut 1 200.“ Gerade die Einsätze sind es, die einem Kameraden in der Feuerwehr alles abverlangen. Nicht nur, dass man oft an die eigene Leistungsgrenze geht. Auch Familie und Arbeitgeber brauchen Verständnis für den Dienst. Und es kommt vor, dass man zu Einsätzen gerufen wird, und die Betroffenen, nicht selten bei Verkehrsunfällen, persönlich kennt. „Das sind Einsätze, die vergisst man nicht mehr“, berichtet Jörg Kehlbeck. „Zum Beispiel ein schlimmer Verkehrsunfall 2006, als wir einen eigenen Kameraden aus dem Auto schneiden mussten.“ Die Notfallseelsorge sei da gefordert gewesen.

Neben solchen unschönen Ereignissen gibt es aber auch positive Erinnerungen. „Zum Beispiel das Kreisfeuerwehrzeltlager, das 2001 in Bruchhausen-Vilsen veranstaltet wurde. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht.“

Durchdachte Wechsel an der Spitze

Gründe fürs Aufhören sind neben der Belastung, die das Amt mit sich bringt, auch die beruflichen Anforderungen. „Als Firmenkundenbetreuer bei der Volksbank habe ich einen großen Kundenkreis zu betreuen, auch da wird die Arbeit nicht weniger.“ Irgendwann verliere man aus Zeitmangel auch den Kontakt zu den jüngeren Feuerwehrkameraden, „und das sind die, die ja alles reißen. Da muss man am Ball bleiben.“

Mit ein Grund, in diesem Jahr aufzuhören, und nicht zum Ende seiner Amtszeit 2018, war die Überlegung, das nicht der Ortsbrandmeister und sein Stellvertreter gleichzeitig gehen. „Stellvertreter ist Dieter Stöckel, und der ist nun 62, kann also noch ein Jahr bleiben, und würde nächstes Jahr ausscheiden. Wenn ich dann auch nächstes Jahr gehen würde, wäre gleich die komplette Führung weg. Das ist ungünstig. Also gehe ich jetzt, und Dieter Stöckel ist als erfahrener Stellvertreter noch ein Jahr dabei.“

Jörg Kehlbeck wird aber mit seinem Ausstieg als Ortsbrandmeister nicht ganz aufhören. „Ich bleibe natürlich in der Feuerwehr, in Vilsen, und auch hier in Kleinenborstel, wo wir seit fünf Jahren wohnen.“

An der Feuerwehr geschätzt hat er , und wird er auch weiter schätzen, „die Kameradschaft, dass man sich aufeinander verlassen kann. Die Einsätze schweißen alle zusammen. Das war und ist eine sehr schöne Erfahrung.“

Zusammen mit seiner Frau Bianca hat sich der 52-Jährige in Kleinenborstel rund um ihr gemütliches Holzhaus ein kleines Paradies geschaffen, mit einem riesigen Garten, der viel Pflege braucht. Und ein gemeinsames Hobby der Kehlbecks soll in Zukunft auch nicht zu kurz kommen: die Jagd. Die beiden Jagdhunde Marcy und Diva der Rasse Weimaraner freuen sich jedenfalls, dass ihr Herrchen künftig mehr Zeit für sie haben wird.

Zum Nachfolger von Jörg Kehlbeck ernannte der Samtgemeinderat Stephan Thöle aus Bruchhausen-Vilsen (nachzulesen auf der Seite Tipps und Termine).

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