Neues System für Kita-Essen angedacht

Eine Idee ohne faden Beigeschmack

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Mediengruppe Kreiszeitung

Samtgemeinde - Von Mareike Hahn. Diese Idee dürfte vielen Eltern gut schmecken: Das Mittagessen für die Kindergarten- und Krippenkinder in der Samtgemeinde könnte künftig in der Mensa am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen zubereitet und von dort an die Einrichtungen geliefert werden. Die erste Resonanz einer Testphase ist laut Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung im Rathaus, positiv.

Aktuell bringt eine Firma aus Steyerberg täglich 170 Essen zu den Kindertagesstätten in der Samtgemeinde, davon landen knapp die Hälfte auf den Tellern der ein- bis dreijährigen Krippenkinder. Mit der Qualität der Gerichte sind einige Eltern allerdings nicht zufrieden. Insbesondere die Speisepläne wurden schon mehrfach kritisiert.

Zur Auswahl stehen jeden Tag zwei Gerichte, darunter ein vegetarisches, die für die Krippen- und die Kindergartenkinder identisch sind. Da gibt es etwa Schweineroulade mit Kohlrabi und Kartoffeln; gebratene Hähnchenkeule mit Rahmblumenkohl und Kartoffelpüree oder Linsensuppe mit Brötchen. „Wir sprechen davon, dass einjährige Kinder Hähnchenknusperschnitzel essen sollen“, nennt Mutter Verena Hruby aus Tuschendorf ein weiteres Beispiel. Sie hat zusammen mit anderen Erziehungsberechtigten schon mehrfach im Rathaus gegen die Auswahl protestiert. Zumal die Eltern der Krippenkinder – anders als die der Kindergartenkinder – keine andere Möglichkeit hätten, da ihre Sprösslinge seit 2013 verpflichtend am Mittagessen teilnehmen müssten, ergänzt Hruby. Sie hat ihr ältestes Kind deshalb aus der Krippe geholt und das zweite gar nicht erst angemeldet.

Cattrin Siemers kann die Kritikpunkte der Eltern verstehen, wirbt aber auch um Verständnis. Es sei nicht leicht gewesen, überhaupt einen Caterer für das Mittagessen zu finden. „Kaum einer ist auf Essen für Kinder spezialisiert. Damit kann man nicht viel Geld verdienen, während gleichzeitig eine besonders hohe Qualität gefordert ist“, sagt sie.

Dass Handlungsbedarf besteht, sieht die Rathaus-Mitarbeiterin indes ein. „In dem Thema ist Bewegung drin.“ Die Überlegung: Die Stuhrer Catering-Gesellschaft, die Mittagessen im „Tiefkühl-Mischsystem mit hohem Frischeanteil“ in der Mensa-Küche kocht, könnte doch zusätzlich zu den Schülern auch die Kita-Kinder verpflegen. „Da sind noch Kapazitäten frei“, sagt Siemers und zählt Vorteile des Systems auf, das im Sommer eingeführt werden könnte: „Vor Ort kann man individueller reagieren, und die Lieferzeiten zu den Kindertagesstätten sind von Bruchhausen-Vilsen aus kürzer.“

Arbeitsgruppe soll

Speisepläne erstellen

Im November hat das Testessen begonnen, nach und nach sollen sämtliche Kindertagesstätten das Mittagessen aus der Mensa probieren. „Bisher waren alle zufrieden“, resümiert Siemers. Wenn sich Politik und Verwaltung für das neue System entscheiden, müssen noch „ein bisschen was angeschafft, Fahrer gesucht und Personalfragen geklärt werden“. Die Stuhrer Firma würde dann fast dreimal so viele Essen kochen wie jetzt.

„Es ist einiges zu organisieren, dürfte aber nach jetzigem Stand nicht teurer werden“, erklärt Siemers. Derzeit zahlen die Eltern von Krippenkindern 45 Euro im Monat für das Essen, die von Kindergartenkindern 54 Euro.

Um neue Speisepläne zu erstellen, könnte sich nach Siemers‘ Worten eine Arbeitsgruppe gründen, zu der auch Eltern gehören sollten. Die Gerichte für die Krippen- und die Kindergartenkinder müssten dann nicht mehr zwangsläufig gleich sein, die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten natürlich berücksichtigt werden. Zum Thema „Gesunde Ernährung“ sei zudem eine Infoveranstaltung mit einem Experten geplant.

Die Fraktionen beraten über den Vorschlag.

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