Studenten aus Hannover beschäftigen sich mit dem Thema „Umnutzung alter Bausubstanz“

„Neues Leben für alte Höfe“ – gesucht im „Reallabor Arbste“

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Auf dem Hof Arbste 7 versammelten sich Studenten der Leibniz-Universität Hannover mit ihrer Professorin Dr. Barbara Zibell (links) und Peter und Vera Henze (rechts) vom Verein „Land & Kunst“.

Arbste - „Ländliche Räume gehören nicht unbedingt zu unserem Standardprogramm“, sagt Professor Dr. Barbara Zibell von der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz-Universität Hannover. Doch als sie während einer Tagung in der Landeshauptstadt mit Peter Henze vom Arbster Verein „Land & Kunst“ ins Gespräch kam, entstand die Idee für eine Lehrveranstaltung „im Grünen“. Aus der Idee wurde ein Plan, und der wurde in die Tat umgesetzt.

Die Professorin und ihre Studenten trafen jetzt bei Vera und Peter Henze auf dem Hof Arbste 7 ein, um sich umzusehen und erste Eindrücke und Informationen für ihre Lehrveranstaltung zum Thema „Umnutzung alter Bausubstanz – Gestaltung alter Höfe“ zu sammeln.

Dass sie für ihren Studienzweck den rechten Ort ausgewählt hatten, wurde den Studenten in Arbste rasch klar. Denn jeder Backstein und jeder Fachwerkbalken auf dem Hof Nummer 7 atmet Geschichte aus. Erste Erwähnungen des Hofs, berichtete Peter Henze, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Als einer der größten Höfe in der Grafschaft Hoya war er über die Jahrhunderte ein gesellschaftlicher Mittelpunkt und natürlich Arbeitsplatz für seine Bewohner: Bauern und Bäuerinnen, Mägde und Knechte.

Heute sorgt der Verein „Land & Kunst“ an eben diesem Ort mit vielfältigen kulturellen Aktivitäten für eine Belebung des denkmalgeschützten Hofs, der sich damit zugleich als ein in die Kulturlandschaft prägendes Ensemble etabliert hat.

„Reallabor Arbste – neues Leben für alte Höfe“ betitelten die Studenten ein Poster, das sie für ihr Projekt in Arbste gestaltet haben. Ein stimmungsvolles Foto im Mittelpunkt des Plakats zeigt den Hof Nummer 7, wie er sich den Studenten präsentierte und wie er nun bis ins Detail untersucht werden soll. Zu dem Zweck werden die insgesamt 14 Teilnehmer der Lehrveranstaltung schon diese Woche wieder in Arbste eintreffen, um Hofgrundstück und Gebäude akribisch zu vermessen. Die überwiegende Arbeit findet an der Uni in Hannover statt, doch spätestens zum Abschluss des Projekts werden sich alle Beteiligten wieder in Arbste 7 versammeln, um auch der Öffentlichkeit das Ergebnis ihrer Arbeit vorzustellen.

Schon jetzt wurden Fachleute „von außen“ in den Auftakt der Lehrveranstaltung einbezogen, nämlich Denkmalschützer, Architekten und Interessenten vom Verein „Land & Kunst“. Etwa die Hälfte der teilnehmenden Studenten stammt vom Land; gemeinsam mit ihren „Städter“-Kommilitonen wollen sie sich Gedanken über den ländlichen Raum machen – und darüber, wie sie ihre Erfahrungen aus Arbste in „bedarfsgerechte und maßgeschneiderte Architekturkonzepte“ umsetzen können. So steht es in der inhaltlichen Beschreibung der Lehrveranstaltung, und: „Baukultur wird dabei nicht nur als ästhetisch-formale Qualität verstanden, sondern als ein umfassendes Prinzip, das auch Überlegungen zu einem ,Guten Leben‘ einschließt. Dabei führt die Verschneidung von ruralen und urbanen Elementen zu neuen, zukunftsfähigen Formen des Zusammenlebens im ländlichen Kontext.“ Professorin Dr. Barbara Zibell: „Die Studenten werden dazu Modelle entwickeln.“ Peter Henze fügt hinzu: „Sie werden noch öfter nach Arbste kommen, um Infos zu sammeln.“

hfr

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