Einschließlich aller Aufbauten

Neue Variante für Vilsa-Lager: Nicht höher als 40 Meter samt Aufbauten

Eine Hochregallager-Fassade in Vilsa-Weiß kann sich Bürgermeister Lars Bierfischer nicht vorstellen.  
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Eine Hochregallager-Fassade in Vilsa-Weiß kann sich Bürgermeister Lars Bierfischer nicht vorstellen. Archiv

Br.-Vilsen – Man hat das Gefühl, zu den Plänen der Firma Vilsa, ein Hochregallager auf dem Gelände an der Alten Drift zu bauen, sei nun wirklich alles gesagt. Und doch dominierte das Thema erneut die Sitzung des Fleckenrats – öffentlich wie nicht öffentlich. Mit acht Gegenstimmen und damit mit einer nahezu Zweidrittel-Mehrheit brachte das Gremium am Mittwochabend den Bebauungsplan auf den Weg. In zwei Worten unterscheidet sich der Beschluss vom Beschlussvorschlag: Der Verwaltungsausschuss wollte festgehalten wissen: Eine Höhe von 40 Metern „inklusive aller Dachaufbauten wie zum Beispiel Antennen, darf nicht überschritten werden“.

Noch nicht geklärt sind mit diesem Beschluss Gestaltungsvorgaben für die Fassade des Hochregallagers. „Wir dringen darauf, dass der Flecken an der Gestaltung mitwirkt“, sagte Reinhard Thöle für die SPD. „Vilsa signalisiert Gesprächsbereitschaft dazu, und wir setzen auf diesen Dialog“, betonte Bürgermeister Lars Bierfischer.

Trotz von Haus aus unterschiedlicher Positionen der im Rat vertreten Parteien war der Abend erneut ein Bekenntnis der Kommunalpolitik für den größten Arbeitgeber im Ort. Bernd Schneider für die Grünen konnte sich zwar nicht mit dem Antrag durchsetzen, die Gebäudehöhe auf höchstens 30 Meter festzuschreiben, dafür eine Grundfläche von einem statt 0,8 Hektar zu versiegeln, doch wie auch Fraktionskollege Ulf Schmidt im Samtgemeinderat betonte Schneider „wir tragen die Planung grundsätzlich mit und begrüßen, dass der Standort Bruchhausen-Vilsen gestärkt wird.“ Wenn auch „mit Bauchschmerzen“, erkenne die Fraktion die Notwendigkeit eines zusätzlichen Lkw-Wartebereichs und habe auch Verständnis dafür, dass Vilsa mit dem Hochregallager in eine moderne Logistik investiere. Er wiederholte dennoch die „großen Bedenken“ der Grünen zu einer Höhe von 40 Meter.

Bernd Schneider: Vilsa signalisiert keine Kompromissbereitschaft

Die Verwaltung habe die Stellungnahmen und die „gewichtige Kritik“ vor allem der Unteren Naturschutzbehörde „nicht ausreichend“ berücksichtigt und sei Forderungen vor allem zum Ausgleichsbedarf nicht nachgekommen, sagte er.

Bernd Schneider bedauerte, dass Vilsa keine Kompromissbereitschaft signalisiert habe, über die „Maximalforderung 40 Meter“ ins Gespräch zu kommen. „Es gab keine erkennbare Kommunikation“, sagte er. Das habe im Ort Fronten aufgebaut: Familien und Freunde seien darüber zerstritten. „Weil sie das Gefühl haben, ihre Einwände werden abgebügelt, gibt es kaum noch Interesse der Bürger, die Diskussion zu verfolgen oder sich einzubringen“, führte er aus.

Aus den einst dichten Reihen von kritischen Begleitern des Vorhabens, scheint einzig Carsten Schulze übrig zu sein. Wieder hatte er die Einwohnerfragestunde intensiv dazu genutzt, zu hinterfragen, ob Rat und Verwaltung sich hinreichend um Alternativen bemüht hätten, weniger ins Landschaftsbild eingreifen zu müssen. Er halte die Planung für falsch. Wieder beantworteten Bürgermeister Lars Bierfischer und Gemeindedirektor Bernd Bormann seine zahlreichen Fragen, wieder hörten die Politiker seine fast halbstündigen Ausführungen an. „Es besteht eine Diskrepanz zwischen ihrer Meinung und der von Rat und Verwaltung“, versuchte Bormann erneut zu erklären.

Vilsa Brunnen soll Entwicklung ermöglicht werden

Wenn auch über die Höhe uneins, erlebten die wenigen Zuhörer ein Kommunalparlament, das der Traditionsfirma eine Entwicklung ermöglichen will. Intensiv habe sich die SPD mit der Frage auseinandergesetzt, ob sie sich und dem Ort diese Entwicklung zumuten könne. „Ja, sie ist unter gewissen Bedingungen vertretbar“, sei das Ergebnis der Abwägung.

Die CDU begrüßte das Bekenntnis des Unternehmens zum Ort, hier langfristig Arbeitsplätze sichern zu wollen. Auch die CDU halte das Hochregallager „nach aller Abwägung für vertretbar“, sagte Willi Immoor.

Weder Thöle noch Immoor teilten die Ansicht Schneiders, das Thema habe für nennenswerten Streit um Ort gesorgt. „Der Großteil der Einwohner steht hinter der jetzigen Planung“, zeigte sich Reinhard Thöle in diesem Punkt sicher.

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