Nach 13 Jahren am Gymnasium ist Peitzmeier-Stoffregen jetzt Schulleiterin

Die Neue, die gar nicht so neu ist

Lisa Peitzmeier-Stoffregen ist die neue Schulleiterin des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen. Foto: KARIN NEUKRICHEN-STRATMANN

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-stratmann. Lisa Peitzmeier-Stoffregen leitet seit Mitte April das Gymnasium in Bruchhausen-Vilsen, und folgte so auf Reinhard Heinrichs, der 2018 in den Ruhestand ging. Auf diesen Posten beworben hatte sie sich Anfang 2018. Als Diplom-Biologin und mit dem ersten Staatsexamen in den Fächern Erdkunde und Biologie, abgeschlossen an der Ruhr Universität Bochum, dem zweiten Staatsexamen am Studienseminar Wilhelmshaven, führte sie ihr Weg zunächst in die Wirtschaft. Dort ließ sie sich zur Personaltrainerin ausbilden, um anschließend erfolgreich Trainings für das gehobene Management durchzuführen. „Zu der Zeit als ich mit dem Lehramtsstudium fertig wurde, waren die Stellen sehr rar, allenfalls an Privatschulen zu bekommen. Ich habe dann ein Praktikum in der Wirtschaft gemacht, und bin so in die Selbstständigkeit gekommen“, blickt die 58-Jährige zurück. In der „Mach was Trainingteam für Personalentwicklung GmbH“ war sie Geschäftsführerin. Eigentlich ein interessanter Job, doch mit zwei Kindern auch sehr aufreibend. „Ich war in ganz Deutschland unterwegs“, sagt Lisa Peitzmeier-Stoffregen. Die Entscheidung, doch in den Schuldienst zu wechseln, lag da nahe. „Im Personaltraining habe ich Sachen gemacht, die ich im Prinzip jetzt auch mache: Leitbilder entwickeln, umstrukturieren, ein Team entwickeln,“ zählt sie als Beispiele auf. So trat sie nach 15 Jahren und inzwischen als verheiratete Mutter von einer Tochter und einem Sohn in den Schuldienst ein. Zunächst übernahm sie eine „Feuerwehrstelle“ (Springer) in Georgsmarienhütte. „Für mich war das ein Abenteuer, es klappte erstaunlich gut. So weit weg von der Pädagogik war ich ja nicht, an einer Schule gibt es nur ein anderes System, eigene Abläufe und Gesetzmäßigkeiten, aber auch andere Gestaltungsmöglichkeiten.“ 2006 wechselte die in Delmenhorst lebende Lehrerin dann ans Gymnasium Bruchhausen-Vilsen. Dort war sie zunächst als Lehrerin für Biologie und Erdkunde tätig. Dann wurde sie 2016 stellvertretende Schulleiterin. Am 14. April bekam sie ihre Ernennungsurkunde zur Schulleiterin. Jetzt bilden mit ihr Daniel Heymann, Jenny M. Döhl und Dr. Johannes Rethfeld das Leitungsteam. Derzeit fehle ein stellvertretender Schulleiter sowie ein weiterer Koordinator. Zügig würden weitere Stellen ausgeschrieben, sodass die Schulleitung bald auf fünf Personen anwachsen kann.

Neben den Leitungsaufgaben unterrichtet Lisa Peitzmeier-Stoffregen noch Erdkunde im elften Jahrgang. Rückblickend hat sie den Werdegang des noch jungen Gymnasiums mitverfolgt, immerhin unterrichtet sie seit 13 Jahren dort. „Es hat sich viel geändert, schon alleine rein optisch.“ Sie begrüßt die kurzen Wege zum Schulträger, die Samtgemeinde, daher auch sehr. „Für unseren Schulstandort ist das ein absoluter Gewinn“, erklärt sie. „Die Samtgemeinde hat ein hohes Interesse an der Entwicklung aller Schulen hier im Schulzentrum.“ Als studierte Biologin betrachtet sie die Entwicklung des Gymnasiums wie einen DNA-Strang: „Diese Schule ist jung, es ist spannend, wie sie sich entwickelt. Diese Entwicklung liegt in ihrer DNA, darin liegt die Entwicklung fest, das ist spannend zu verfolgen. Und natürlich haben alle daran ihren Beitrag, Lehrer, Eltern und Schüler. Gemeinsam haben wir uns Ziele gesetzt, unabhängig von der Unterrichtsqualität, die immer ganz oben steht.“ Ein Ziel sei das „Lernen fürs Leben“. Ein zweites Ziel seien der Umgang mit Medien und Digitalisierung. „Da zählt nicht nur die Hardware, sondern auch der Umgang damit, der mediale Einsatz im Unterricht, ein Digitales Klassenbuch“, zählt Lisa Peitzmeier-Stoffregen auf. Ein drittes Ziel sei das „soziale Lernen“, das „Verhalten von uns in der Schulgemeinschaft“. Aktuell werde die Smartphonenutzung in der Schule diskutiert. „Nicht immer gefällt uns Erwachsenen, was die Kinder damit machen. Die Frage ist: Wie wollen wir es?“

Als Schulleiterin treibt sie auch um, sich mit Schülern und Lehrern auseinanderzusetzen. „Ich muss immer alle Seiten hören.“ Sie zeiht einen Vergleich zu Biologie: „Die Schule ist ein eigener Organismus, der sehr komplex ist. Diese Komplexität muss man akzeptieren, wenn man ihm gerecht werden will.“

In Sachen Mathe-Abitur habe es bislang keine Beschwerden gegeben, spricht Lisa Peitzmeier-Stoffregen die aktuelle Diskussion an. Und Fridays for Future? „Nachhaltigkeit ist ein Thema, das mir meine Schüler erklären können, weil sie es in vielen Fächern schon kennengelernt haben. Sie ergreifen selber Initiativen, zum Beispiel steht ein Pappkarton im ersten Stock für das Sammeln von Pfandflaschen.“ Auch einen Wasserspender wollen die Schüler aktuell anschaffen, mit Getränkeflaschen, auf die dann das Logo der Schule gedruckt werden soll.

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