ADAC-Jugendkartslalom

86 Nachwuchs-Schumis geben Gas

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Auf den Spuren von Sebastian Vettel: Vorjahressieger Taavi Bartels aus Warpe musste sich mit dem vierten Platz zufriedengeben, konnte aber dennoch einen glänzenden Pokal für seine Trophäensammlung mit nach Hause nehmen. 

Martfeld - Von Ulf Kaack. Durch den schmalen Schlitz des Helmvisiers ist die Anspannung des jungen Piloten am Steuer des Rennkarts deutlich zu sehen. Nervös spielt der rechte Fuß mit dem Gaspedal, stoßweise heult der Motor auf. Die Ampel springt von Rot auf Grün, und das flache Gefährt schießt nach vorn, der ersten Spitzkehre entgegen. Man sollte meinen, wir befinden uns am Nürburgring, stehen aber tatsächlich auf dem kurzzeitig zur Rennpiste umfunktionierten Betriebsgelände der Martfelder Spedition Ellinghausen.

Okay, nach ohrenbetäubenden Soundorgien horchte man vergebens, und auch Boxenluder waren weit und breit nicht auszumachen beim ADAC-Jugendkartslalom in Martfeld. Doch ansonsten war die Racing-Atmosphäre authentisch. 86 Nachwuchs-Schumis – davon allein 26 aus den Reihen des gastgebenden Auto- und Motorsport-Clubs (AMC) Asendorf – gingen in sechs Altersklassen auf die Piste und bewiesen reichlich Geschicklichkeit beim Driften um die Pylone. Die Jüngsten in der Klasse 0 allerdings außerhalb der Wertung.

Einer der ehrgeizigen Piloten war Taavi Bartels aus Warpe. Er gehört seit einem Jahr dem Jugendkartteam des AMC Asendorf an, holte bei der Vorjahresveranstaltung aus dem Stand den Sieg. Am Sonntag ließ der Siebenjährige acht Konkurrenten hinter sich, musste sich aber mit dem vierten Platz zufrieden geben. „Macht nix“, grinste der Speedfreak optimistisch. „Die Saison ist ja noch nicht vorbei, da geht bestimmt noch was.“

Und einen Pokal hat er trotzdem bekommen. Die achte glänzende Trophäe, die sein Kinderzimmer schmückt. Kerstin und Jan Bartels, seine Eltern, unterstützen die Rennambitionen von ihrem Filius: „Taavi ist gern schnell unterwegs, und wir sind gern dabei im Rennzirkus. Zweimal die Woche Training und dann die Wettkampfwochenenden – da geht schon ganz schön Zeit bei drauf.“

Das Reglement gibt der ADAC vor

Über eine Karriere in der Formel 1 macht sich Taavi derzeit keine Gedanken, doch: „Sebastian Vettel hat als Kind exakt in dieser Sparte des Motorsports angefangen, Ralf und Michael Schumacher ebenfalls“, sagte Thomas Oppermann vom Vorstand des AMC Asendorf. Er ist für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich. „Zusammen mit dem ADAC organisieren die regionalen Motorsportclubs diese Rennklasse für die Kids hier im Raum Weser-Ems. Insgesamt zehn Kart-Rennen finden in fünf Altersklassen statt. Die drei in der Summe Erstplatzierten qualifizieren sich für den Endlauf auf Bundesebene im baden-württembergischen Kuppenheim“, sagte Oppermann.

Das Reglement gibt der ADAC vor. Der örtliche Veranstalter, in diesem Fall der AMC Asendorf, muss nach exakten Vorgaben den Start- und Zieleinlauf sowie Halte- und Sicherheitslinien installieren. Auf der Piste werden mit Pylonen unterschiedlich gestaltete Hindernisse markiert – Schikanen, sogenannte Brezeln, Schneckenhäuser oder ein hohles T … Nur die Länge des Parcours legt das Team vor Ort fest. 420 Meter waren das in Martfeld. Vor Rennbeginn gingen die Teilnehmer den Streckenverlauf dreimal zu Fuß ab, dann hatten sie ihn sich eingeprägt.

Um eine Vergleichbarkeit und Chancengleichheit zu wahren, gingen alle Piloten mit dem gleichen Kart an den Start. Angetrieben wurde es von einem 200 Kubikzentimeter-Honda-Viertaktmotor mit 6,5 PS. Damit ist eine Spitzengeschwindigkeit von 65 Stundenkilometern möglich, sie war auf dem verwinkelten Slalomkurs praktisch jedoch kaum zu erreichen.

Helm ist Pflicht

Natürlich steht die Sicherheit bei den Rennläufen an erster Stelle. Helm ist Pflicht für die Kids, ebenso ein feuerfester Racing-Overall mit entsprechender Zertifizierung. Im Kart sitzen sie mit Gurten fest verzurrt im Schalensitz. Die beiden Scheibenbremsen an der Hinterachse sorgen für eine brachiale Verzögerung. Auslaufflächen bieten genügend Raum bei einem unfreiwilligen Abflug aus der Kurve.

Gefahren wurde gegen die Stoppuhr, auf Zeit also. Doch deshalb war keinesfalls zügelloses Rumgeheize angesagt. Denn jeder Pylon, der am Pistenrand aus seiner Position geschoben wurde, gab zwei Strafsekunden. Also waren Augenmaß und ein angepasster Fahrstil gefragt.

Nach sechs Probedurchgängen, zwölf Wertungsläufen, 258 unfallfreien Runden und insgesamt 108,36 absolvierten Rennkilometern standen die Sieger fest. Dabei haben sich die Nachwuchstalente des AMC wacker geschlagen: Timo Staack, Marit Lemke und Pascal Raabe belegten jeweils den ersten Platz in ihrer Altersklasse.

www.amc-asendorf.de

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