Nach Sanierung: Gebäude mit Lichterfest präsentiert / Ausstellung zur Elektrizität

Wie der Strom letztendlich auch ins Alte Gaswerk kam

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Einen Abend lang war das Alte Gaswerk von draußen beleuchtet.

Br.-Vilsen - Von Regine Suling. Die Geschichte des Alten Gaswerks in Bruchhausen-Vilsen mutet schon fast märchenhaft an. Und so verpackte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann seine Ansprache dann auch in ein Märchen, als sich dort am Freitagabend viele Menschen zum Lichterfest trafen, die an der Sanierung und der damit verbundenen Wiederbelebung des Gebäudes Anteil hatten.

Da wären zum Beispiel die fleißigen, aber verarmten Prinzen, die das Gaswerk einst für sich entdeckten. „Damals fehlte es an allem“, erinnerte Bernd Bormann. Keine Toiletten, keine Möglichkeit, um Kaffee zu kochen. So suchten sich die verarmten Prinzen Mitstreiter. Und fanden im Rathaus eine gute Fee. „Wie durch ein Wunder sprudelten plötzlich Geldquellen, von denen man vorher nichts gehört hatte“, erzählte Bernd Bormann und sprach der guten Fee, seiner Mitarbeiterin Christa Gluschak, seinen persönlichen Dank dafür aus, dass sie die richtigen Fördertöpfe aufgetan hatte.

Derweil tauchten draußen Scheinwerfer das 1905 erbaute ehemalige Gaswerk in ein vollkommen neues Licht. Allerdings währte diese Illumination nur einen Abend. Denn bereits für die Beleuchtung im Inneren hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) seinen Etat geplündert. Dort aber bleibt die Beleuchtung dauerhaft.

Im Gebäude haben Auszubildende des Energieversorgers Avacon ganze Arbeit geleistet und die Elektroinstallation vorgenommen. Avacon-Kommunalreferent Hermann Karnebogen lobte: „Das ist was Tolles, was ihr hier geschaffen habt. Da ist was richtig Nachhaltiges entstanden.“

Karnebogen übergab Wilfried Müller, dem Motor des „Prinzen-Teams“ vom VVV, eine Vier-Watt-LED-Lampe und wünschte ihm: „Möge das Licht immer scheinen.“

Peter Schmidt-Bormann dankte als Vorsitzender des Kultur- und Kunstvereins („kuk“) und gleichzeitig als Zweiter Vorsitzender des VVV allen Engagierten: „Es ist toll zu sehen, wie viele Leute über die Jahre immer wieder Hand angelegt haben.“

Das Motto „Neues Leben im Alten Gaswerk“ wollen „kuk“ und VVV gemeinsam mit Leben füllen. Man plane, etwa viermal jährlich Kulturveranstaltungen ins Alte Gaswerk zu bringen, sagte Schmidt-Bormann.

Den Avacon-Azubis überreichten er und Fleckenbürgermeister Peter Schmitz Fotos vom Alten Gaswerk – damit sie nie vergessen, in welches besondere Gebäude sie Licht gebracht haben.

Dass sich die Mühen und die Investitionen von insgesamt rund 50000 Euro gelohnt haben, darüber waren sich alle Gäste des Lichterfests einig.

Musikalisch wurden sie unterhalten von der „Kleinen Dorfkapelle“ mit Bernd Sagell, Boris Wagner und Reiner Arndt. „Mit Musik ohne Verstärker und Strom“, kündigte Peter Schmidt-Bormann das Trio an. Wer sich nebenbei noch weiter informieren wollte, dem bot die von Wilfried Müller zusammengetragene Ausstellung „Wie der Strom nach Bruchhausen-Vilsen kam“ dazu reichlich Gelegenheit.

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