„Kunst im Park“ lockt trotz des unbeständigen Wetters zahlreiche Besucher an

Mythologische Kreaturen und Alteisen-Installationen

Bernd Lörner verarbeitete Wurzeln zu schwebenden Tieren. Er präsentierte bei „Kunst im Park“ unter anderem Fische und gefährliche mythologische Kreaturen.

Br.-Vilsen - Von Dagmar Voss. In eine Galerie der ganz besonderen Art verwandelte sich der Kurpark in Bruchhausen-Vilsen am Pfingstwochenende: „Kunst im Park“ als Open-Air-Ausstellungsraum hatte gut zwei Dutzend Künstler unter dem Motto „Metamorphosen“ angelockt, ihre Werke zu präsentieren. Und viele hundert Besucher waren trotz des widrigen Wetters gekommen, um zu schauen, zu flanieren und die Kunst, die entspannte Stimmung und die mit Musik gefüllte Atmosphäre oder Snacks zu genießen.

Am Sonnabend schwebten Blues-, Jazz- und Soulklänge der Gruppe Voodoo Child durch das Grün, am Sonntag dann Tango, Klezmer und Musette der Band Glissando.

Elisabeth Schuller-Köster mit ihrem Froschkönig. - Foto: Dagmar Voss

So bunt und vielfältig wie die Kunstschaffenden waren die Umsetzungen des gestellten Themas „Metamorphosen“. Damit bewarben sie sich um einen der drei Preise, die gestern Nachmittag verliehen wurden (siehe Info-Kasten). Leicht fiel der Jury die Entscheidung sicherlich nicht, denn die Bilder und Objekte zeigten auf sehr kreativ-individuelle Weise, wie sich Verwandlungen gestalten lassen. Humorvoll oder nachdenklich, sehr raumgreifend oder filigran, als Zeichnung, Gemälde oder Plastik, als schwebendes Element oder erdverbunden, die Ideen der Künstler schienen unendlich. Da wandelte sich das Pappmachee-Haupt eines Frosches zum kleinen metallenen Froschkönig, wie bei Elisabeth Schuller-Köster. Oder die hölzernen Wurzeln, die durch das künstlerische Eingreifen von Bernd Lörner zu schwebenden Tierwesen wurden, zu einem Fisch oder zu mit gefährlichen Zähnen bewehrten mythologischen Kreaturen. Der Delfinschwimmer Lörner hatte sich Anregungen bei der Klassik geholt, seine Augen leuchteten im Gespräch bei der Schilderung von Ovids „Metamorphosen“.

Eher bodenständig klangen dagegen Heinrich Frömkes Überlegungen zu seiner großen Alteisen-Installation: „Das ist ein Materialkreislauf – aus strukturloser Masse, aus Schrott, erwächst etwas Weibliches, was dich begrüßt und anlächelt – über die Spinnen am Boden hinweg.“

Ganz anders dagegen die Büsten von Mayk Intemann, Willy Brandt in verschiedenen Materialien und Ausdrücken. Oder das Bild von Arne Drüppel, bei dem ein Betrachter über die Entstehung des Menschen ins Grübeln geriet: „Wir kommen aus dem Wasser, wie da im Hintergrund des Bildes, und verwandeln uns.“ Im Vordergrund war eine Frau zu sehen, die altes Filmmaterial in der Hand hielt.

Die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei wandeln sich und verschwimmen bei Helmut Wiebens Polaroid Transfer Bildern. So verlieren Landschaften ihre Gegenständlichkeit durch die besondere Technik, mit der der Bassumer alte Polaroids behandelt. Die kuriose Verwandlung von Blättern in eine Schnecke, von Holz in Keramik hat Jürgen Stahmann gestaltet, wobei die monochrome Farbe des Tiers durch den einzigartigen Rakubrand entstanden ist.

Während die Großen in Gespräche mit den Künstlern vertieft waren, konnten die Kleinen bei Sylvia Lauer-Schulz ihre eigenen Kunstwerke schaffen.

Aber das alles wurde immer wieder durch Schauer unterbrochen, Bilder und empfindliche Objekte mussten eilig mit Folien abgedeckt werden. Nur ein Kunstschaffender hatte die geniale Idee gehabt, dem Wetter mit einem kleinen Pavillon zu trotzen. Ansonsten boten Sonnen- und Regenschirme einen minimalen Schutz. Nichtsdestotrotz ist das alle zwei Jahre stattfindende „Kunst im Park“ ein idealer Ausflugsort an Pfingsten.

Die Gewinner 

Die Jury – bestehend aus Margit Arndt, Hanna Behrens und Adam – verlieh gestern die Preise: Der erste Preis war mit 1.200 Euro dotiert, der zweite mit 900 Euro und der dritte mit 500 Euro. Heiko Ahrens (Bilder) siegte vor Inder Busar (Bilder). Elisabeth Schuller-Köster (Skulpturen) landete auf dem dritten Platz.

Kunst im Park

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