Musikfans trotzen dem Matsch

„Hill of Dreams“: Zwischen Schaumschlägern und Traumtänzern

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Auf den Bühnen legten insgesamt 28 DJs auf.

Süstedt - Von Vivian Krause. Pünktlich zur Festival-Saison kündigt sich Regen an. Wurden wegen Unwettern 2016 bundesweit noch einige Festivals abgesagt, so hatten die Musikfans dieses Jahr hauptsächlich mit Wassermassen und dementsprechend mit Schlamm zu kämpfen. So auch am Samstag und Sonntag beim „Hill of Dreams“-Festival in Süstedt.

Zum zweiten Mal luden Sven Kliesch und Steffen Nolte ins Wunderland ein. Passend zum Namen „Hill of Dreams – Welcome to Wonderland“ entführen die Organisatoren auf ein Feld, das von der Straße „Zum Steinerberg“ aus nicht einmal zu erahnen ist. Keine Festival-Vorboten, keine Zelte in Sicht. Lediglich die pilgernden, teilweise mit Glitzer dekorierten Menschen verraten, dass sich hinter den Bäumen etwas abspielen muss. Tatsächlich spielen dort mehrere DJs zwei Tage lang Electro- und Housemusik.

Schlamm hin oder her: Die Besucher beim „Hill of Dreams“-Festival machten das Beste draus.

Korrekterweise fand das Festival bereits zum dritten Mal statt. Zunächst wurde es im privaten Rahmen von der Dorfjugend ausgerichtet. Im vergangenen Jahr feierte es dann offiziell Premiere – und war mit etwa 1 000 Besuchern ausverkauft. In diesem Jahr gab es nicht nur zwei Bühnen, auch das Areal hat sich vergrößert, sagt Sven Kliesch.

Ein Einhorn im Mittelpunkt

An den Plakaten rund um Süstedt gab es in den vergangenen Wochen kaum ein Vorbeikommen. Ein Einhorn stand in dessen Mittelpunkt. Der Einladung sind rund 1600 Musikbegeisterte gefolgt. Sind zum Startschuss am Samstag noch wenige Leute auf dem Festivalgelände, so sieht das zwei Stunden später schon ganz anders aus. Als gegen Abend auch noch die Sonne den schier endlosen Regen ablöst, muss der Boden des Feldes in Süstedt tausenden tanzenden Füßen standhalten. Und tut dies an manchen Stellen mehr schlecht als recht. Der Weg von der Main Stage zur sogenannten Monkey-Beatz-Stage wird so zum Hindernislauf. Doch die Festivalisten lassen sich davon nicht unterkriegen. Mit ordentlich Glitzer im Gesicht, Alkohol im Blut und teilweise nur spärlich bekleidet, tanzen sie zu wummernden Beats. Die seichte Bekleidung lässt sich ganz einfach erklären: Es sind nicht etwa die kühlen Temperaturen von rund 18 Grad, sondern vielmehr der errichtete Pool. Bereits im vergangenen Jahr entpuppte der sich als wahrer Magnet.

„Hill of Dreams“ in drei Worten

Hill of Dreams in drei Worten

Doch was macht das Wunderland in Süstedt aus? Zunächst gleicht es an ein Wunder, ohne festzustecken, mit dem Auto auf das Gelände zu kommen. Der erste Einsatz eines Treckers, um ein festgefahrenen Wagen aus dem Schlamm zu ziehen, lässt nicht lange auf sich warten. Doch das Wetter liegt nun mal nicht in den Händen der Organisatoren. „Wir haben noch Rindenmulch auf den Tanzflächen verteilt und einige Zelte zum Drunterstellen aufgebaut“, sagt Sven Kliesch mit Blick auf die grauen Wolken, die sich nicht zu bewegen scheinen. „Aber später gibt es Sonne“, blickt Kliesch zuversichtlich in den ersten Festivaltag. Und soll damit recht behalten.

Hill of Dreams: Party vor der Bühne, im Pool und im Schaumbad

Hill of Dreams: Camping, Schlammschlacht und Schaumparty

Nachdem der Festivalist also auf dem Gelände angekommen ist, geht es durch die Kontrolle: Personalausweis vorzeigen, Bändchen um und schon steht dem Besucher das Wunderland offen. Dort warten zur rechten Seite eine Schaum-Maschine, die ununterbrochen für ausreichend Nachschub sorgt. Das in Schaum gehüllte Areal wirkt wie eine überdimensionale Badewanne, nur das unter dem Schaum letztlich der Boden ist, nicht etwa Wasser. Das wartet aber ein paar Meter weiter. Dort ist der Pool errichtet. Doch damit noch nicht genug – dahinter reiten Nachwuchsrodeos auf einem elektronischen Bullen. Mit dem Ziel, solange wie möglich oben drauf sitzen zu bleiben.

Die zwei strahlten mit der Sonne um die Wette.

Noch nicht genug Action? Neben einigen Getränke- und Essens-Ständen gibt es da ja noch zwei Bühnen. Auf denen geben sich 28 DJs die Turntables in die Hand. Von Electro über House und Black und bis hin zu Goa ist dort alles zu hören. Aufgepimpt wird die Musik durch Konfettikanonen, Seifenblasen und Nebelmaschinen. An der Monkey-Beatz-Stage tanzt außerdem ein Animateur im Affenkostüm auf den Boxen. Und das Einhorn, dass so vielen Leuten auf den Plakaten und der Webseite entgegenspringt? Das ist in Form von Pappfiguren auch vertreten. „Wir sind super zufrieden“, so das Fazit der Organisatoren. In einem Wort: „Geil!“ Sie sprechen damit den Musikfans aus der Seele. „Im nächsten Jahr wird es noch größer“, sagt Kliesch und grinst vielversprechend.

Eindrücke vom Festival festgehalten in unserem Aftermovie: 

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