Musiker spielen Wunschmaterial

„My Favorite Things“ liefern Klanggewitter in Hollen ab

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Trompeter Bodo Maier kam aus der Schweiz nach Martfeld-Hollen.

Hollen - Von Ulf Kaack. Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. Das Jazz-Quartett „My Favorite Things“ gastierte am Donnerstag mit einer ebenso virtuosen wie eingängigen Performance in der „Kastanie“ in Hollen.

„My Favorite Things“ – der Name war Programm. Er bezeichnet nicht nur die Band, sondern auch das Konzept dahinter: Jeder Musiker bringt seine „Favorite Things“, sein musikalisches Wunschmaterial, ein und entwickelt es in diesem Kreativpool weiter. Das Ergebnis sind Arrangements, Sounds und Strukturen, die meist mit neuem Antlitz fernab vom Original landen.

Und so durfte auch der Jazz-Standard namens „My Favorite Things“ von Richard Rodgers aus dem Musical „The Sound of Music“ am Anfang der Setlist nicht fehlen. Und zwar eingedeutscht zunächst in bodenständiger Poesie als „Ein paar meiner schönsten Ideen“. Die ursprüngliche Komposition blitzte klar zu identifizieren in dem sich stetig steigernden Song auf. Und für die Puristen im Publikum wurde schließlich der englische Originaltext gesungen.

Mit der Klangkollage „Air 2“ schuf das Ensemble ein gewaltiges Soundgemälde. Ein sphärischer Longtrack, dessen Versatzstücke eingangs eine Interpretation von „A whiter Shade of Pale“ von Procol Harum vermuten ließ, dann aber prägnant überging in die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach. War das nun Jazz, Klassik oder die Vorwegnahme eines neuen Pink-Floyd-Albums? Zumindest ein orchestrales Werk, das dominiert wurde von tragenden Klangteppichen und psychedelisch anmutenden Wechselspielchen zwischen dem monofonen Synthesizer, der Trompete und dem gestrichenen Kontrabass. Ja, eine verträgliche Portion Elektronik leisteten sich die ansonsten geerdet aufspielenden Jazzer immer mal wieder.

Jazz-Quartett „My Favorite Things“ in der Kastanie

Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf K aack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ul f Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack
Was die Musiker zu Beginn augenzwinkernd als Wohlfühlkonzert ankündigten, entpuppte sich in der Folge als ein facettenreiches Klanggewitter, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. © Ulf Kaack

Verantwortliche Klangwerker waren der Bremer Jazzpianist Jens Schöwing, Schlagzeuger Holger Twietmeyer aus Ottersberg, Kontrabassist und Sänger Reinhard Röhrs aus Bremen sowie Trompeter Bodo Maier aus der Schweiz. Letzterer weilt nur sporadisch in hiesigen Gefilden, sodass Röhrs das Ensemble eher als ein Projekt verstanden wissen wollte, das nur phasenweise zusammenarbeitet. Eine Formation, in der alle vier Musiker individuell Akzente setzen, dabei aber immer als homogene Einheit agieren.

Es folgte Duke Ellingtons „Caravan“, das losstampfte wie ein Dieselmotor, dabei temporeich vorangaloppierte. Wiederum ins Deutsche übertragen, hörte es nun auf den Titel „Wohnmobil“, von Reinhard Röhrs mit einigen augenzwinkernden Seitenhieben auf die Urlaubskultur der niederländischen Nachbarn garniert.

„My Favorite Things“ sprang durch alle Genres mit „Deodato – Also sprach Zarathustra“, Klassischem von Richard Strauss, der von Miles Davis inspirierten Filmmusik „Dingo“ oder mit George Gershwins Klassiker „A foggy day in London Town“, der nun „Ein Regentag in Ottersberg“ hieß.

Eine fürchterlich sympathische Truppe, so der nachhaltige Eindruck von „My Favorite Things“, die Spaß hatte und Spaß machte – ohne sich dabei selbst allzu ernst zu nehmen. Musikalisch zauberten vier Virtuosen an ihren Instrumenten eine überzeugende Mixtur aus traditionellem Jazz und Funk, mischten Elemente aus Gipsy, Klassik und progressivem Rock darunter. Eine Rezeptur, die ganz eigene Akzente setzte und beim Publikum uneingeschränkt ankam.

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