Bremer Band Tammie Norrie lässt Zündfunken sofort auf Schwarmer Publikum überspringen

Musikalische Wechselwirkung

Ihren eigenen Sound irischer und schottischer Klänge bringt die Bremer Band Tammie Norrie nach Schwarme. Das Bild zeigt die Bandmitglieder beim abendlichen Konzert auf der Bühne in Robberts Huus (von links): Frank Deckert (Schlagzeug und Bodhrán), Martina Brückner (Blockflöten), Henning Bramkamp (Gitarre und Gitarrenbanjo) sowie Katharina Bramkamp (Gitarre, Banjo, Bodhrán und Blockflöten). Foto: Horst Friedrichs

Schwarme - Von Horst Friedrichs. Haushohe Wellen der Brandung treffen krachend auf schroffe Klippen. In fein aufsteigenden Gischtwolken brechen sich die Sonnenstrahlen zu funkelnden Farbkaskaden. Das ist die Welt, in der Tammie Norrie zu Hause ist. Tammie Norrie ist das englisch-gälische Wort für den Papageitaucher, einen taubengroßen Seevogel mit buntem Gesicht und ausgeprägtem Schnabel. Tammie Norrie ist aber auch der Name einer vierköpfigen Band aus Bremen, die sich der Musik aus der Heimat ihres „Wappenvogels“ – Irland und Schottland – verschrieben hat. Erneut waren die Vier am Samstagabend in Robberts Huus in Schwarme zu Gast, und abermals kannte die Begeisterung ihrer Zuhörer keine Grenzen.

Mitsummend, mitsingend und den Rhythmus klatschend feuerte das Publikum die Musiker an, und aus der Wechselwirkung zwischen Bühne und Parkett wurde ein mitreißendes Element, das über die komplette zweieinhalb Stunden lange Konzertdauer andauerte. Schon von Anfang an geschah es: Die Einleitung des Programms per „Polka Set“ war kaum verklungen, da ging es richtig los. Dem atemberaubenden Drive der Band in „Those were the days“ gaben die spontan Mitklatschenden zusätzliches Feuer, und dieser Zündfunke blieb bis zu den beiden Zugaben am Schluss erhalten.

Bekannte und weniger bekannte Songs erklangen auf der Konzertbühne. In den Tunes, wie die Bandmitglieder ihre Stücke vorzugsweise nennen, spielt neben dem Gesanglichen auch das Instrumentale bei Tammie Norrie eine wesentliche Rolle. Letzteres ist zweifellos bedingt durch die für eine Folkband ungewöhlichen Instrumente, die die vier Musiker aus der Hansestadt verwenden. Martina Brückner spielt Blockflöten von Piccologröße bis hin zur Bassblockflöte, die Saxofonformat erreicht. Frank Deckert bedient die geradezu schwindelerregende Vielfalt eines digitalen Schlagzeugs ebenso virtuos wie die Bodhrán, eine irische Rahmentrommel.

An der Gitarre und gelegentlich am Gitarrenbanjo ist Hennig Bramkamp zu hören, während am Nachbarmikrofon seine Schwiegermutter Katharina Bramkamp nicht minder gekonnt mit Gitarre, Banjo, Blockflöten und Bodhrán umgeht.

Die gesanglichen Qualitäten der vier „Tammies“ stehen den instrumentalen in nichts nach. Von Solosongs bis hin zum lupenreinen A-Cappella-Quartett reicht die Bandbreite ihrer Stücke, in denen sie mit stimmlichem Höchsteinsatz ihr Publikum zu erfreuen wussten. Auch als Moderatoren wussten sie die Zuhörer fachkundig und unterhaltsam zugleich mit Informationen über die einzelnen Titel des Konzertprogramms zu versorgen.

Neben dem vertrauten „Star of the County Down“ gefielen in der ersten Programmhälfte das schottische Walfängerlied „Bonnie Ship the Diamond“ mit vierstimmigem Gesangsschluss und „The Bog in the Valley“, das mit Ohrwurm-Refrain jubelnden Beifall erzeugte.

Die Vielfalt des zweiten Konzertteils ließ anhaltender Beifall nicht enden, und so gab es für die Zuhörer mit den Songs „Inisheer“ und schließlich „Sechs Uhr morgens Blues“ noch zwei Zugaben.

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