Vinx und Karl Seglem begeistern das Publikum in der Kastanie

„Musikalische Leckerbissen“ improvisieren in Hollen

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Vinx (links) und Karl Seglem hatten sichtlich Spaß bei ihrem Konzert in der Kastanie in Hollen.

Hollen - Im Rahmen der Musikmesse „Jazzahead“ Bremen ist es der Kulturplattform Martfeld gelungen, einen musikalischen Leckerbissen nach Hollen einzuladen. Der international agierende Künstler Vinx alias Vincent De’ Jon Parrette aus den USA trat am Donnerstagabend in der Kastanie zusammen mit dem norwegischen Saxofonisten Karl Seglem auf.

Der als Soundtüftler bekannte Vinx bedient sich eines Synthesizers mit Loop Recording-Funktion und erzeugt damit eine vielschichtige Kombination aus Rhythmen und Tönen. Er ist in der Lage, mit seiner Stimme Instrumente mit tiefsten Bassklängen oder mit höchsten Tönen zu imitieren. Damit schafft er sich eine perfekte Soundkulisse für seine packende Perkussion-Musik. Die mitreißenden Trommelrhythmen vermitteln dem Publikum unterschiedliche Stimmungen. Das Ergebnis ist ein teils traditionell klingender aber auch jazziger Sound, etwas schräg und melodiös zugleich.

Das Stück „Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers wird von ihm nicht einfach nur gesungen, sondern unter hohem Einsatz von Körpersprache und Mimik artikuliert.

Der Stimmakrobat aus Kansas schafft es, eine große Ballade wie „Summertime“ von George Gershwin einfühlsam über mehrere Oktaven zu interpretieren.

Einen starken Kontrast zu den lebhaften Lautmalereien von Vinx bildet der Auftritt des norwegischen Saxofonisten Karl Seglem. Er eröffnet seinen Part mit den erdigen Tönen eines Ziegenhorns. Die naturgegebene simple Tonalität dieses uralten skandinavischen Instruments lässt Klangbilder aus fernen Welten entstehen. Mit dem Einsatz eines Antilopenhorns gelingt es ihm, eine Verbindung zum leise trommelnden Perkussionisten Vinx herzustellen. In wunderbarer Einfachheit kombinieren die Musiker ihre gegensätzlichen Spielweisen.

Das Duo hat sichtlich Spaß am Improvisieren. Als Seglem zum Saxofon greift, entsteht ein Wechselspiel zwischen gut gelauntem Gesang, temperamentvollem Trommeln und virtuosen Jazz-Grooves vom Feinsten.

Gemeinsam begeben sich die Tonkünstler teils mystisch meditativ und gleichzeitig energisch kraftvoll auf eine musikalische Entdeckungsreise.

Mit dem Zusammenführen von Vinx und Karl Seglem ist den Veranstaltern der Martfelder Kulturplattform ein großer Wurf gelungen. Die Zuschauer erleben einen stimmungsvollen Einblick in die stilistische Breite der Weltmusik, die es vermag, Brücken über alle ethnischen und kulturellen Grenzen hinaus zu bauen. Das Publikum im gut gefüllten Saal der Kastanie spendet dafür begeisterten Applaus.
hwn

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