Sängerin und Klangmassagepraktikerin

Kathrin Blume: „Musik ist meine Nahrung“

+
In Kathrin Blumes Leben spielt der Klang eine Rolle – nicht nur beim eigenen Gesang. Sie arbeitet in Uenzen als Klangmassagepraktikerin.

Br.-Vilsen - Von Nala Harries. Mit strahlenden Augen sitzt Kathrin Blume an einem kleinen Tisch in ihrem urigen Garten und erzählt von der Bedeutung der Musik für sie. „Musik kann so viel mit mir. Der Gesang kann mir helfen, mich trösten, glücklich machen und beruhigen“, sagt die Bruchhausen-Vilserin.

Das Singen hat sie als junges Mädchen für sich entdeckt. Der Gesang hilft ihr, die tiefen Töne des Lebens zu bewältigen. „Nicht jeder weiß in jungen Jahren schon, was hilft, wenn es einem schlecht geht – für mich war es immer der Gesang“, erklärt sie.

Ihre ganze Familie ist musikalisch gewesen. In ihrem Elternhaus wurde immer gesungen. Bereits im Grundschulalter hat Blume angefangen, Blockflöte zu spielen und in Schulchören zu singen. „Irgendwann wurde mir das Singen dort aber etwas zu albern“, erklärt sie. Daher hat sie mit zwölf Jahren ihre Eltern zu deren Chorproben begleitet, denn sie wollte etwas „Richtiges“ singen. Damit meint sie zum Beispiel die kleine Messe von Mozart und vierstimmige Volkslieder.

Lange im Landesjugendchor aktiv

Drei Jahre später hat sie im Landesjugendchor in Schleswig-Holstein gesungen. Dort lebte sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr. „Da habe ich zum ersten Mal Gesangsunterricht gehabt, gelernt dass auch mein Zwerchfell mitsingt und man beim Singen den ganzen Muskelapparat mitbenutzt.“ Auch nach ihrem Umzug nach Bruchhausen-Vilsen fuhr Kathrin Blume an den Wochenenden zurück in ihre Heimat, um dort an den Chorproben teilzunehmen.

Zudem formte regelmäßiger privater Gesangsunterricht seit ihrem 15. Lebensjahr ihre Stimme. „Damit habe ich dann auch nie mehr aufgehört“, erzählt sie, während ein Windspiel leise klingelt.

Im Laufe der Zeit hatte sie viele verschiedene Gesangslehrer. Einer davon war Hauke Ehlers, der gleichzeitig auch Leiter eines Ensembles in Bielefeld war. Durch ihn ist die Sängerin an den Kammerchor Jöllenbeck gelangt. Zusammen mit 25 bis 30 Sängern singt Kathrin Blume auch heute noch einmal im Jahr auf einem großen Konzert. Zuletzt im Mai dieses Jahres.

Zusammen mit ihrem Mann im Chor

Ihr Partner singt ebenfalls mit in diesem Chor. „Das ist ein Lebenstraum von mir gewesen – gemeinsam mit meinem geliebten Mann in einem Chor zu singen“, sagt die 46-Jährige. „Ich bin beim Singen sowieso so erfüllt von Liebe und in dem Moment, als wir das erste Mal gemeinsam dort gesungen haben, hat sich diese Liebe noch vervielfältigt. Das war ein ganz besonderer Moment für mich“, erzählt die Sängerin mit leuchtenden Augen.

Man spürt regelrecht, wie groß ihre Leidenschaft ist und wie unsagbar viel das Singen ihr bedeutet.

Nach dem Umzug nach Bruchhausen-Vilsen hat Kathrin Blume viele Chöre in der Gegend besucht, doch schlussendlich ist sie bei der Bassumer Kantorei geblieben. Seit 1994 ist sie einmal in der Woche dort. „Ich singe jetzt schon so lange mit diesen Menschen zusammen. Es ist so ein großes Glück, mit ihnen zu musizieren. Sie sind mir ein Gerüst in guten und in schlechten Zeiten.“

Auch als Solosängerin unterwegs

Kathrin Blume singt aber nicht nur in verschiedenen Chören, sie ist auch Solosängerin. Mit ihrem Gesang berührt sie Menschen auf Hochzeiten, Beerdigungen oder Konfirmationen. „Es ist eine Gabe, die Menschen mit meiner Stimme zu berühren und sie zu erfreuen“, erzählt sie. Sie hat auch schon für ein Brautpaar auf einer Schafweide unter einem Buchenbaum gestanden und gesungen – und das a cappella, das heißt ganz ohne instrumentale Unterstützung. „Das war ein Gaudi“, erinnert sich die Bruchhausen-Vilserin lachend.

Auf die Frage, ob sie trotz ihrer langjährigen Erfahrung bei Auftritten noch aufgeregt ist, antwortet Blume ganz gelassen. „Ja manchmal. Zum Beispiel wenn ich merke, dass ich husten muss. Meistens kommt die Aufregung zwei Takte, bevor ich einsetzen soll. Dann durchzuckt es mich kurz“, erklärt sie. „Ich denke mir dann immer, dass die Leute doch sehen müssen, wie mein Herz schlägt. Doch dann sage ich mir, dass ich wahrscheinlich ganz normal aussehe und dass alles gut gehen wird.“

Kathrin Blume ist mit Musik aufgewachsen und die Freude an der Musik wollte sie auch an ihre eigenen Kinder weitergeben. Aus diesem Grund hat sie mit ihnen den Musikgarten in Bassum besucht. Das ist eine musikalische Gruppe, in der Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Singen lernen. „Wichtig ist nicht, wie man singt, sondern, dass gesungen wird“, erklärt Blume. Die Kleinen sitzen dabei auf dem Schoß ihrer Mütter und spüren so die Vibration des Körpers während des Singens.

Musikgärtnerin im Nebenberuf

„Ich fand diese Idee einfach super und habe gehört, dass man Ausbildungsseminare besuchen kann, um solche Gruppen selber anbieten zu können“, erzählt die Mutter von zwei Kindern. Daraufhin hat sie von 2005 bis 2010 selbst einen Musikgarten in Martfeld, Uenzen und Bruchhausen-Vilsen angeboten. Ein weiterer Kurs beginnt am Donnerstag, 31. August, in den Räumen des Gemeindehauses Bruchhausen (Schöne Reihe 10).

Die Arbeit als Musikgärtnerin übt Blume aber nur nebenberuflich aus. Ihre eigentliche Ausbildung hat sie 2009 am Peter-Hess-Institut in Uenzen gemacht und arbeitet dort nun in Teilzeit als Klangmassagepraktikerin.

Blumes Leben ist erfüllt von Musik. „Auch im Auto oder zu Hause singe ich. Dabei kann ich einfach alles rauslassen.“ Läufer machen das bei ihrem täglichen Waldlauf, Pianisten hauen in die Tasten ihres Klaviers und „ich eben im Gesang“, erklärt sie begeistert.

Die 46-jährige drückt mit Gesang ihre Gefühle aus und kann so Druck ablassen. Das mache sie heil und zufrieden. „Nach den liebsten Menschen, die mir wichtig sind, kommt sofort der Gesang. Er ist einfach meine Nahrung“, sagt sie. Der Wunsch von Kathrin Blume ist es, bis an ihr Lebensende zu singen und bis ins hohe Alter in einem Chor mitzuwirken.

Weitere Infos zum Musikgarten per E-Mail an info@kathrin-blume.com und online.

www.kathrin-blume.com

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Urlauber auf Mallorca gelassen trotz Tourismus-Protesten

Urlauber auf Mallorca gelassen trotz Tourismus-Protesten

Botanischer Garten auf dem Brocken: So blühen die Berge

Botanischer Garten auf dem Brocken: So blühen die Berge

Warum Urlauber das Abenteuer suchen

Warum Urlauber das Abenteuer suchen

Die strahlende Blüte der Montbretie verlängert den Sommer

Die strahlende Blüte der Montbretie verlängert den Sommer

Meistgelesene Artikel

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Aus der Disco direkt gegen eine Laterne und in eine Schlägerei

Aus der Disco direkt gegen eine Laterne und in eine Schlägerei

Gemeinsame Fahrrad-Tour: Ist Diepholzerin die Neue von Leonardo DiCaprio?

Gemeinsame Fahrrad-Tour: Ist Diepholzerin die Neue von Leonardo DiCaprio?

Doppeltes Grün an der Ampel? Autos kollidieren auf der B214

Doppeltes Grün an der Ampel? Autos kollidieren auf der B214

Kommentare