Flüchtlinge und Posaunenchor Vilsen haben viel Spaß bei gemeinsamen Konzert

Musik: eine Weltsprache, die Menschen verbindet

Der Posaunenchor Vilsen, unter der Leitung von Dietrich Wimmer (vorne), trat zusammen mit jungen Flüchtlingen in der Waldscheune des Hofs Arbste 7 auf. - Foto: Horst Friedrichs

Arbste - Von Horst Friedrichs. Im Hintergrund pfiff die Museumseisenbahn. Nicht ganz harmonisch zwar, aber der Musik auf dem Hof Arbste 7 tat dies keinen Abbruch. So hatte der Hochton der alten Dampflokomotive, der von Asendorf her-überwehte, für das Geschehen in Arbste durchaus Symbolkraft.

Denn dort ging es um das Miteinander und die Begegnung: Unter den mächtigen Bäumen des alten Bauernhofs trafen sich Menschen bei viel Musik; mittendrin zehn jugendliche Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Iran. In einem Percussion-Workshop schulten sie ihr rhythmisches Einfühlungsvermögen gemeinsam mit dem Posaunenchor Vilsen.

Anlass war das Kulturpicknick des Vereins „Land und Kunst“, diesmal unter dem Motto „Sprachen, Lieder, Menschen“. Klänge aus dem Dorf und der Region aber auch aus der weiten Welt schwebten durch die vom Regen reingewaschene Luft und überwanden locker Verständigungshindernisse. Dabei spielte die Weltsprache Musik – wie so oft auf dem Hof Arbste 7 – eine wesentliche Rolle. Mitwirkende und Publikum waren mit Begeisterung bei der Sache, nachdem sie sich unter dem schützenden Dach der großen Waldscheune versammelt hatten.

Anfangs hatte es noch düster ausgesehen, denn strömender Regen drohte, die Veranstaltung buchstäblich ins Wasser fallen zu lassen. „Bei Sonnenschein wären erfahrungsgemäß doppelt so viele Besucher gekommen“, sagte Hausherr Peter Henze. „Dennoch waren wir erstaunt, dass sich nach den Regengüssen noch so viele Menschen auf den Weg zu uns gemacht haben.“ Wie gewohnt bereiteten Vera und Peter Henze den Besuchern eine herzliche Willkommens-Atmosphäre – so auch den jugendlichen Flüchtlingen, die unbegleitet, sprich ohne ihre Eltern oder andere Verwandte, nach Deutschland gekommen sind.

Sabine Anis, Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung von Sozialpädagogischer Arbeit für Kinder, Jugendliche und Familien, betreute die zehn jungen Männer, die in einer Einrichtung in Bruchhausen-Vilsen untergebracht sind. Während der Regen nachließ, fieberten die Jugendlichen ihrem Auftritt in der Waldscheune entgegen.

Dort hatten sich Kirchenmusiker Dietrich Wimmer und sein Posaunenchor bereits auf der Bühne postiert, nachdem sie an den Tagen zuvor den Percussion-Workshop mit den jungen Flüchtlingen und einer Sozialpädagogin begonnen hatten.

Bevor sie die einstudierten Rhythmen und Melodien auf der Scheunenbühne genossen, hörten die Zuhörer noch zwei musikalische Kleinodien. Die servierten ihnen der Akkordeonspieler Armen Mkrtchyan aus Armenien, der in Syke lebt, und Erwing Rau, Sänger und Schauspieler aus Chile, der als Inhaber der „Kastanie“ in Martfeld-Hollen bekannt ist. Von den Akkordeonklängen Mkrtchyans ließ er sich zu dem argentinischen Tango „Volver“ inspirieren, den er mit markanter Stimme und souveräner Gitarrenbegleitung vortrug. Dann aber gehörte die Aufmerksamkeit des Publikums den jungen Percussionisten, die den Blechbläsern des Posaunenchors mit einer Vielfalt von Schlag-, Klopf- und Rassel-Instrumenten ein rhythmisches Fundament gaben, aus dem ihre ganze Freude an der Aktion sprach.

Die Programmvielfalt bot für jeden etwas. Anna Josphin Plenge aus Martfeld verzauberte die Zuhörer mit ihrer Harfe, plattdeutsche Lieder wurden gesungen, und nicht zuletzt war es die Asendorfer „Rumpeltruppe“, die mit der Auswahl ihrer Lieder noch einmal ein Zeichen setzte für Solidarität, Menschlichkeit und Respekt.

„Wir können uns vorstellen, das Kulturpicknick fortzusetzen“, erklärte Peter Henze.

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