Internationales Jugendsinfonieorchester Bremen begeistert Zuhörer

Musik dient der Völkerverständigung

Das Publikum hörte aufmerksam der Musik des Internationalen Jugendsinfonieorchesters Bremen zu. - Fotos: Horst Friedrichs

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Frieden und Verständigung sind möglich: „Wenn alle Menschen auf der Welt sich so gut vertragen würden wie Musiker, ginge es uns allen wesentlich besser“, sagte Peter Schmidt-Bormann und präsentierte als Beispiel und Beweis das Internationale Jugendsinfonieorchester Bremen mit seinem Dirigenten Martin Lentz. Schmidt-Bormann, Vorsitzender des Kultur- und Kunstvereins Bruchhausen-Vilsen, begrüßte die Zuhörer eines Konzerts mit 83 jungen Musikern am Sonnabend im Forum des örtlichen Schulzentrums. Solist und gefeierter Stargast des Abends war Kontrabassist Karsten Schulz von den Bremer Philharmonikern.

Während Martin Lentz für die musikalische Leitung des International Youth Symphony Orchestra Bremen (IYSO) – so die offizielle Bezeichung – verantwortlich ist, sorgen Orchestermitglieder für die Organisation des Konzertreigens, der jedes Jahr im Herbst neu auf die Beine gestellt wird. „Diesmal stammen die Gastmusiker aus elf Ländern“, sagt Johannes Köppl (Kontrabass), der zusammen mit Gerrit Balke (Fagott) und weiteren Musikern des Jugendsinfonie-orchesters Bremen-Mitte sowohl das Konzertprogramm als auch das Rahmenprogramm für die Gastmusiker arrangieren.

Letztere sind Musikstudenten, Musikschüler und ausgewählte Schüler – diesmal kommen die jungen Gäste aus Syrien, Irak, Algerien, Ägypten, Polen, Lettland, Schottland, Österreich, Norwegen, der Türkei und Deutschland. 51 der insgesamt 83 Orchestermusiker sind Ausländer, 32 Deutsche. „Acht Tage haben wir im Kippenberg-Gymnasium in Bremen geprobt“, berichtet Gerrit Balke. Als krönender Abschluss des Projekts, das alle Beteiligten begeistert aufnahmen, fanden am Sonnabend das Konzert in Bruchhausen-Vilsen und gestern das Abschlusskonzert in der „Glocke“ in Bremen statt.

Die ursprünglich im Konzertprogramm vorgesehene Solistin Alise Broka aus Riga (Lettland) war erkrankt und konnte deshalb nicht teilnehmen. Für sie übernahm Karsten Schulz von den Bremer Philharmonikern den Solopart in Sergej Kussewitzkys „Konzert für Kontrabass und Orchester“, fis-moll, op. 3. Mit fulminanter Technik interpretierte Schulz das Werk des russischen Komponisten, eines der wenigen für das größte der Streichinstrumente. Karsten Schulz begeisterte im Schulforum mit überragender Virtuosität und führte das Publikum in tonale Höhenlagen, die fraglos selten von einem Kontrabass zu hören sind – zugleich eine Reverenz an den Komponisten, der selbst schon in jungen Jahren als ausgemachter Virtuose auf dem voluminösen Instrument galt. Die Zuhörer in Bruchhausen-Vilsen belohnten den Solisten Karsten Schulz mit lang anhaltendem Applaus, der – so schien es – wahrhaft kein Ende nehmen wollte.

Vor dem Werk für Kontrabass und Orchester begann das Konzert mit den zunächst sanften Tönen von Alexander Borodins „Steppenskizze aus Mittelasien“, gefolgt von den „Polowetzer Tänzen“. Die ganze Vielfalt seiner Klanggewalt entwickelte das Orchester schließlich in voller Besetzung mit Piotr Iljitsch Tschaikovskys Ouvertüre zu „Romeo und Julia“. Nach der Pause begeisterten die jungen Musiker ihre Zuhörer von Neuem, diesmal mit Nikolai A. Rimsky-Korsakows „Scheherazade“ op. 35, einer Reminiszenz an die Faszination, die alles Orientalische auf die Menschen des 19. Jahrhunderts ausübte.

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