Weihnachtsmann in Bruchhausen-Vilsen

Museumseisenbahn plant Nikolausfahrten ab 2. Advent

Ein Dampfzug vor herbstlicher Kulisse – eine Aufnahme mit Seltenheitswert, denn die Saison endet normalerweise am 3. Oktober. Der Vorstand des DEV überlegt jedoch, die aus der Corona-Not heraus geborene Verlängerung bis Ende Oktober beizubehalten.
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Ein Dampfzug vor herbstlicher Kulisse – eine Aufnahme mit Seltenheitswert, denn die Saison endet normalerweise am 3. Oktober. Der Vorstand des DEV überlegt jedoch, die aus der Corona-Not heraus geborene Verlängerung bis Ende Oktober beizubehalten.

Br.-Vilsen – „Die Fahrsaison 2020 konnte nicht an die Anzahl von Fahrgästen des Vorjahres anknüpfen.“ Das Fazit des Deutschen Eisenbahnvereins (DEV) zum Corona-Jahr verwundert nicht. Die Züge konnten wegen der Abstandsregeln bei Weitem nicht die Gäste zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf hin- und herfahren wie in „normalen“ Jahren. Dem Vorstand sind jedoch (noch) keine Fahrgastzahlen zu entlocken. Nur so viel: Trotz Saisonverlängerung bis Ende Oktober blieb die Zahl der beförderten Fahrgäste rückläufig.

Finanziell muss das für den Verein ein Desaster sein; die verkauften Fahrscheine sind eine tragende Säule der Finanzierung. Aus Mitgliedsbeiträgen und Fördergeldern allein ließe sich der Fuhrpark nicht hegen und pflegen, den Ehrenamtliche wortwörtlich am Laufen halten. „Wir sind zwangsweise optimistisch, dass das nächste Jahr besser laufen wird“, sagt Pressesprecher Martin Thies auf Anfrage. Würde ein Impfstoff das altbekannte Alltagsleben ab Frühjahr wieder ermöglichen, die Museumsbahn würde davon profitieren. „Die Menschen suchen nach Möglichkeiten, ihre Freizeit aktiv verbringen zu können“, hatte Tourismus-Expertin Sarah Verheyen erst kürzlich aus ihrem Fachbereich berichtet. „Wir planen die Saison ab 1. Mai 2021 erst einmal wie immer“, gibt Martin Thies die Strategie des Vorstands wieder. Denn: „Für den Fortbestand der Museumseisenbahn sind wir auf die Unterstützung von Fahrgästen angewiesen“, heißt auf der Internetseite des Vereins. Das historische Wochenende im August und die Tage der Eisenbahnfreunde sollen in jedem Fall wieder zum Programm gehören. „Mit diesen Aktionstagen sprechen wir besonders auch überregionale Gäste an“, so Thies.

Doch der Verein ziehe auch durchaus positive Schlüsse aus der Not, für die die Pandemie gesorgt hat. Um die denkbar kurze Saison aufzufangen, verlängerte der Verein den Fahrbetrieb erstmals bis Ende Oktober und war damit ein Ziel während der Herbstferien.

„Wir denken darüber nach, das unabhängig von Corona im nächsten Herbst wieder anzubieten“, sagt Martin Thies.

Interessante wie zukunftsweisende Schlüsse zog der Verein aus der Auflage, dass Fahrkarten in diesem Jahr ausschließlich online erworben werden konnten. Der Gang zum historischen Fahrkartenschalter im Bahnhof gehört zwar zum Erlebnis Museumsbahn dazu – die farbigen Papptickets von anno dunnemals sind begehrte Sammlerobjekte wie Souvenirs – doch es geht eben auch anders. „Die Besucher haben im Internet gleich ihre Kontaktdaten hinterlegen können. Dieses Verfahren stellte keine besondere Hürde für unsere Gäste dar“, berichtet Martin Thies. Das Verständnis für die auch hier notwendigen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln sei groß gewesen. Und habe persönliche Kontakte auf ein Minimum reduziert.

Umso leichter könnte daher das Geschäft mit den Nikolausfahrten werden. Billetts kann man bereits jetzt online erwerben. „Es liegen schon einige Reservierungen vor“, teilt der Pressesprecher mit. Viele Stammgäste wollen nicht darauf verzichten, den Nikolaus persönlich in denkbar uriger Kulisse zu treffen. Dass in den Wagen wegen der Aerosole nicht für ihn gesungen werden dürfte, könnte der Verein verschmerzen. Einen Einnahmeausfall dieser überaus gut besuchten Reihe nicht. „Wir hoffen inständig, dass die Nikolausfahrten stattfinden können“, gibt Martin Thies die Befindlichkeiten im Vorstand wieder. Nicht nur, weil die Präsente, die mitreisende Kinder vom Nikolaus erhalten, bereits eingetroffen sind. Am ersten Adventwochenende dürfen die Züge wegen aktueller Vorgaben nicht fahren.

Für die folgenden Wochenenden im Advent gibt es jedoch einen Fahrplan. Samstags wie sonntags jeweils um 11, 13.30 und 16.10 Uhr sollen die Nikolauszüge den Bahnhof Bruchhausen-Vilsen verlassen. „Sollte das Interesse größer sein, werden wir weitere Züge einsetzen“, bemühe sich der Verein, im Sinne der Fahrgäste zu handeln. Karten bekommt man unter tickets.museumseisenbahn.de im Internet.

Hinter den Kulissen müssen wegen der finanziellen Auswirkungen der Pandemie einzelne kostenintensive Projekte auf Eis gelegt werden. Dazu zählt der weitere Aufbau der Mallet-Lokomotive. Mit dem Einsatz der Ehrenamtlichen soll der Waggon 7 allerdings über den Winter zum Büffetwagen umgebaut werden und ab Mai den beim Publikum beliebten Speisewagen ersetzen, von dem sich die Muselbahn getrennt hat. Nicht groß aufschieben will der Verein darüber hinaus die Erneuerung der Kesselrohre, eine Voraussetzung dafür, dass die Dampflokomotive „Plettenberg“ zur nächsten Saison durch den erforderlichen Bahn-TÜV kommt.

Froh sei man im Vorstand, dass in diesem Winter keine zwingende Streckensanierung anstehe. Die dafür zuständige Gleisbau-Rotte könne sich daher vielen anderen Arbeiten rund um die Werkstatthalle widmen, um den Verein auf die nächste, hoffentlich dann wieder halbwegs „normale“ Saison vorzubereiten, sagt Martin Thies.

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