Die Museumseisenbahn als Filmstar

„Rheinsberg“ wurde 1967 auch in Bruchhausen-Vilsen gedreht

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Museumsbahner aus Leidenschaft: Harald O. Kindermann hat aus seinem Wohnhaus in Vilsen eine Haltestelle gemacht.

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Es ist 50 Jahre her, da wehte durch Bruchhausen-Vilsen ein Hauch von Glamour. Denn die Museumseisenbahn spielte in dem Film „Rheinsberg“ eine wichtige Rolle. Die 1967 erschienene Literaturverfilmung, die auf der Erzählung „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ von Kurt Tucholsky basiert, wird am Samstag, 23. September, erneut in Bruchhausen-Vilsen gezeigt.

Harald O. Kindermann, einer der Mitgründer der Museumsbahn, denkt gerne an die Dreharbeiten zurück. „Wie genau es dazu kam, dass ,Rheinsberg‘ unter anderem hier gedreht wurde, weiß ich nicht. Damals gab es ja noch kein Internet, auf die Museumseisenbahn muss der Regisseur also anders gestoßen sein.“ Der Regisseur, das war Kurt Hoffmann. In dem Film, der den damals noch sehr jungen Museumsbahnern ein wenig Ruhm verschaffte, wird die Liebesgeschichte eines unverheirateten jungen Paars geschildert. Die Hauptrollen spielten Cornelia Froboess und ihr Kollege Christian Wolff, der später bekannt wurde als Förster in der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“.

Keine Dreherlaubnis in der DDR erhalten

„Eigentlich sollte der Film im richtigen Rheinsberg in Brandenburg gedreht werden, aber das lag ja damals noch in der DDR“, blickt Kindermann zurück. Es gab Schwierigkeiten, der Regisseur konnte sich wohl nicht mit dem Babelsberger „Filmstudio Traumfabrik DEFA“ einigen. „Also mussten andere Drehorte her. Die fand man zunächst in Schleswig-Holstein.“

„Rheinsberg“ - Historische Aufnahmen der Dreharbeiten

Das Filmplakat zu „Rheinsberg“
Das Filmplakat zu „Rheinsberg“ © Harald O. Kindermann/priva t
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen.
1967 wird in Bruchhausen-Vilsen der Film "Rheinsberg" aufgenommen. © Harald O. Kindermann

Und dann bekam Kindermann einen Anruf vom Filmteam. Man wurde sich einig. Die Dreharbeiten in Bruchhausen-Vilsen fanden am 31. August und 1. September 1967 statt.

Das Werbeplakat für den Film „Rheinsberg“, der vor 50 Jahren auch in Bruchhausen-Vilsen gedreht wurde.

Beim ersten Besuch des Regisseurs stieg gerade der Brokser Heiratsmarkt, erinnert sich Kindermann. „Wir sind zusammen über den Markt gegangen, weil Hoffmann Statisten für den Film suchte.“ Der Regisseur fand auf dem Volksfest allerdings nur zwei geeignete Kandidaten. „Wir sind dann in den Ort gegangen, und dort wurde Hoffmann fündig. Nicht nur Statisten, er fand auch gleich mehrere Plätze wie die Brautstraße und den Kirchplatz so reizvoll, dass ein Teil der eigentlich in Mölln geplanten Aufnahmen hier stattfand“, sagt der 83-Jährige. Viele bekannte Bürger Vilsens machten mit. Etwa Ludolf Hagemann, einst Vorsitzender des Verschönerungsvereins, der dafür sorgte, dass Bruchhausen-Vilsen 1976 staatlich anerkannter Luftkurort wurde. Hagemann ist im Film als Pfarrer verkleidet zu sehen. Auch der damalige Bahnhofsvorsteher Helmut Rippe tritt in „Rheinsberg“ auf. Die Lok Bruchhausen, die im Film zu sehen ist, steht heute im Kreisel am Museumsbahnhof.

Eine Szene des Films.

Untergebracht war das Filmteam im damaligen Deutschen Haus (heute Hotel Perpendikel), im Hotel Dörgeloh (heute Kreissparkasse) und in vielen privaten Zimmern. „Ich denke, das waren so 20 bis 30 Personen“, sagt Kindermann. „Der Kontakt zum Filmteam war toll, auch die Schauspieler waren ganz natürlich, man konnte gut mit denen reden.“ Gespräche gab es unter anderem bei Erbsensuppe in der damaligen Bahnhofsgaststätte.

Kindermann begleitete die zweitägigen Filmaufnahmen mit dem Fotoapparat. An eine Szene mit Cornelia Froboess erinnert sich seine Frau Renate noch gut. „Die Arme musste ganz viele hart gekochte Eier essen, bis die Szene im Kasten war.“

Einige Statisten am 31. August 1967 bei den Aufnahmen für den Film „Rheinsberg“.

Den fertigen Film sahen die Kindermanns damals wie viele andere Vilser auch im Kino von Walter Spannhake im ehemaligen Hotel Dörgeloh. Nun wird er erneut gezeigt: Die Vorstellung beginnt am 23. September um 20 Uhr im Kulturcafé „Die Scheune“ an der Brautstraße 16. Gleich nebenan, im Textilhaus Vassmer, wurde 1967 auch eine Szene gedreht.

Der „Tourismus-Service“ (Bahnhof 2, Telefon 04252/930050) verkauft Tickets für fünf Euro. Es gilt freie Platzwahl.

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