Teilnehmer aus ganz Deutschland

Noch Plätze verfügbar: Freiwillige Müller braucht das Land

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Die Müllermeister Hans-Hermann Bohlmann (2.v.l.) und Johann Hüneke (5.v.l.) sowie Besucher begrüßen die Teilnehmer zur Ausbildung.

Landkreis Diepholz - Drei Frauen und drei Männer wollen in den nächsten 13 Monaten die Grundlagen des Müllerhandwerks erlernen und nach 24 Seminartagen mit 160 Ausbildungsstunden die Prüfung zum Freiwilligen Müller ablegen. Die beiden Müllermeister und Kursleiter Hans-Hermann Bohlmann und Johann Hüneke sowie der neue Ausbilder Franz Cloer begrüßten die Teilnehmer am Samstag zum Kursbeginn in der Wassermühle Bruchmühlen.

Mit der Teilnehmerzahl sind die Ausbilder noch nicht zufrieden, aber sie gehen davon aus, dass sich noch weitere Anwärter melden werden, denn das Interesse an dem Kurs ist aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr groß: Manfred Daniels aus Syke ist beispielsweise fasziniert von der beeindruckenden Technik. „Das ist in Stein und Holz gemeißeltes Know-how“, staunt er. Er hat sich zu dem Kurs angemeldet, um mehr über das Müllerhandwerk zu lernen und möchte dazu beitragen, dass solche technischen Denkmäler wie Wind- und Wassermühlen erhalten bleiben.

Vor der Praxis wartet natürlich die Theorie

Arne Dähne ist aus Karlsruhe angereist, um an dem Kurs teilzunehmen, von dem er aus dem Internet erfahren hatte. Er trägt sich mit dem Gedanken, eine eigene Mühle zu kaufen und zu restaurieren. Dabei ist er auf Wassermühlen fixiert, weil es in der Pfalz keine Windmühlen gibt.

Neun „Lehrbriefe“ hat Hans-Hermann Bohlmann vorbereitet, die die Frauen und Männer durcharbeiten müssen. Darin geht es um Getreidekunde, Mehlsorten, Arbeitsschutz und Staurecht sowie um Wetterkunde und Mühlenmechanik. „Das ist alles nur Theorie. Den wesentlichen Teil der Ausbildung macht die praktische Arbeit aus. Sogar das Schärfen der Mühlsteine gehört dazu“, erklärt Bohlmann, der mit den Auszubildenden während der kommenden Monate unterschiedliche Mühlen im Landkreis besucht.

„Im Sommer ein Lusthaus, im Winter ein Zuchthaus“

Es könnte außerdem noch eine sehr interessante Mühlenart hinzukommen, die es im Landkreis gar nicht gibt: Mit Steffi Ebbecke und ihrer Tochter Sophie haben sich auch zwei Teilnehmerinnen aus Torgau in Sachsen angemeldet. Vater Reinhard Ebbecke besitzt in Audenhain bei Torgau eine sogenannte Paltrock-Mühle, und die ist sogar noch in Betrieb. Darin wird Weizen geschrotet und Hafer gequetscht, und regelmäßig kommt ein benachbarter Bio-Landwirt, um dort seinen Dinkel mahlen zu lassen. Hans-Hermann Bohlmann kann sich vorstellen, der Mühle ebenfalls einen Besuch abzustatten und dort eine Unterrichtseinheit anzubieten.

„Mühlen sind im Sommer ein Lusthaus und im Winter ein Zuchthaus“, zitiert er eine alte Müllerweisheit. Daher müssen die Teilnehmer während ihrer „Lehre“ die Mühlen zu allen Jahreszeiten und unter sehr unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen erleben.

Wer noch an der Ausbildung zum Freiwilligen Müller teilnehmen möchte, kann sich beim nächsten Treffen am 23. September in der Ausbildungsmühle in Bruchmühlen einfinden.

Weitere Informationen erteilen Hans-Hermann Bohlmann unter der Telefonnummer 04242/78 01 46 oder Johann Hüneke unter Telefon 04242/14 74.

bt

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