MRSA-Test der „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“

Altenfelder machen Abstriche

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Marianne Bischoff lässt sich auf MRSA-Keime testen. Arzthelferin Olga (rechts) nimmt den Abstrich, ihre Kollegin Inessa notiert die Daten.

Altenfelde - Von Bert Strebe. Arzthelferin Olga schraubt das Röhrchen mit den sterilen Stäbchen auf und nimmt bei Dieter Bischoff einen Abstrich von der Mundschleimhaut. Es dauert eine Sekunde. „Schon vorbei“, sagt Olga durch ihren Mundschutz hindurch und schraubt das Röhrchen mit der Probe zu. Arzthelferin Inessa hat unterdessen notiert, von wem der Abstrich ist und wann er genommen wurde.

Volles Haus am Samstagvormittag bei Elke Hübner von der „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“. Rund 30 Nachbarn, Groß und Klein, sind gekommen, um an einem Test gegen Bakterien unter dem Oberbegriff MRSA teilzunehmen. Das Kürzel besagt, dass solche Keime gegen Antibiotika resistent sind, und in diesem Fall geht es nicht um Keime aus dem Krankenhaus, sondern um welche aus der Massentierhaltung. Die Untersuchungsaktion ist Teil des Widerstands gegen den Sauenstall, den Landwirt Michael Eckebrecht am Arbster Weg in Altenfelde bauen will.

„Jedes Jahr werden wir uns untersuchen lassen“, sagt Elke Hübner. „Zehn Jahre lang. Um sehen zu können, ob es Keime gibt und ob sie mehr werden, falls der Stall genehmigt wird.“

Eine Initiative gegen einen Sauenstall auf dem Land wirkt erst einmal so, als würden in einer Stadt die Leute anfangen, Unterschriften gegen mehrstöckige Gebäude zu sammeln. Tatsächlich geht es der Initiative um Elke Hübner aber um die Aspekte der Tierhaltung, die der Gesellschaft aus dem Ruder zu laufen drohen. Dass der Tierschutz unter zu billigem Fleisch in den Läden leidet, ist inzwischen allgemein anerkannt. Und gegen die Keime aus den Ställen, die nicht auf Antibiotika reagieren, weil die Tiere zuvor mit Medikamenten geradezu überfüttert worden sind, melden sich immer mehr Ärzte zu Wort.

Einer von ihnen ist der Nienburger Nierenfacharzt Gerd-Ludwig Meyer, der auch schon Todesfälle aufgrund von MRSA-Keimen aus der Nutztierhaltung beobachtet haben will. Er hat die Initiative „Ärzte gegen Massentierhaltung“ ins Leben gerufen, die die Ergebnisse der Abstriche der Altenfelder in einer Studie verwerten möchte und die Untersuchungen bezahlt. Seine Arzthelferinnen sind es, die die Abstriche aus Mund und Nase nehmen. Bis die Befunde vorliegen, wird es ein paar Tage dauern.

Dieter Bischoff wohnt seit 1952 in Altenfelde. Er sorgt sich vor allem, weil er nahezu Nachbar des Stalls wäre. „Die Entlüftung bläst die Stallluft nach oben. Wahrscheinlich ist die Luft direkt am Stall die sauberste. Aber bei uns? Wir liegen in Windrichtung.“ Bischoffs Frau Marianne hat mal in der Region Vechta, wo mehr Schweine als Menschen leben, tief eingeatmet. „Ekelhaft“, sagt sie. Sie gibt Nähkurse. Abend sitzen die Damen oft im Garten. „Ich glaube nicht, dass das noch geht, wenn der Sauenstall kommt“, sagt sie.

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