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Aktion gegen Motorradlärm / Martfelder versuchen es mit Bannern

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Von: Regine Suling-Williges

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Werben mit Bannern um die Aufmerksamkeit von Motorradfahrern, die es in Martfeld krachen lassen (von links): Anwohner Harald Bormann, Grünen-Ratsfrau Marlies Plate und Vize-Bürgermeister Rennig Söffker (Grüne).
Werben mit Bannern um die Aufmerksamkeit von Motorradfahrern, die es in Martfeld krachen lassen (von links): Anwohner Harald Bormann, Grünen-Ratsfrau Marlies Plate und Vize-Bürgermeister Rennig Söffker (Grüne). © Suling-Williges

Martfeld – Wer Motorradfahrer in Bremen, Hannover und Umgebung ist, kennt ein Ziel ganz sicher: Martfeld. Und das steuert er auch gerne an. Zu einem Mekka der Fans auf zwei motorisierten Rädern hat sich der Ort in den vergangenen Jahren entwickelt – mit einem Manko für viele Martfelder: Einige Motorradfahrer ziehen ihre Maschinen auch mitten im Dorf so geräuschvoll hoch, dass eine Lärmbelästigung für die Anwohner entsteht.

Nach dem Aktionstag bei „Stevens Bistro“ vor Kurzem (wir berichteten) setzt der Ort deshalb mitten in der Motorrad-Saison ein weiteres Zeichen und platziert an vier Stellen Hingucker, die besonders den Kradfahrern ins Auge stechen sollen: „Psst! Leise! Rücksicht kommt an. Danke!“ steht auf den Plakaten, die jetzt prominent an den Ortseingängen zu sehen sind. Die Idee dazu hatte Anwohner Harald Bormann, um der Lärmbelästigung entgegenzuwirken. Über die Gemeinde habe es die Möglichkeit gegeben, die Plakate kostenfrei zu beziehen, die zu einer gemeinsamen Aktion von Verkehrswacht, Land Niedersachsen und ADAC Niedersachsen-Sachsen/Anhalt gehören, berichtet er.

Harald Bormann wandte sich an Rennig Söffker (Grüne), den stellvertretenden Bürgermeister. Nach Rücksprache mit dem Rat gab es grünes Licht zur Beschaffung der Plakate. Um diese ordentlich befestigen zu können, brachten Rennig Söffker und Christoph Plate massive Ständer in die Erde. „Wenn der eine oder andere Motorradfahrer die Plakate zur Kenntnis nimmt, wäre das schön“, sagt Harald Bormann.

Die Banner sollten demnach einen ähnlichen Effekt haben wie die „Smileys“, die stilisierten lachenden oder weinenden Gesichter, die Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigen und sie – in der Regel – dazu ermutigen sollne, vom Gas zu gehen.

Eine ähnliche technische Lösung schwebt den Martfeldern ebenfalls vor: Speziell für Motorradfahrer gibt es sogenannte Lärmdisplays, die ihnen anzeigen, wie viel Krach sie gerade verursachen. Ein solches Display kostet 17 000 Euro. Der Fördertopf, der die Anschaffung solcher Displays mit jeweils 4 000 Euro unterstützt habe, sei aber leer, weiß Harald Bormann. „In Holzminden werden diese Lärmdisplays schon erfolgreich eingesetzt. Wir wollen da hinfahren und uns das angucken“, sagt Rennig Söffker. „Und wir gucken, ob es dafür weitere Fördergelder gibt.“

Bis dahin sollen die Banner an den Ortseingängen die Motorradfahrer dafür sensibilisieren, in angepasstem Tempo durch Martfeld zu fahren. Ob das etwas bringt, wissen die Aktiven noch nicht. „Hauptsache aber ist, dass wir etwas machen“, sind sich Marlies Plate (Grüne), Rennig Söffker und Harald Bormann einig.

Aktuell stehen Plakate am Ortseingang aus Richtung Hoya, Schwarme und Verden sowie auf einer Wiese mitten im Ort. „Wir haben aber noch zwei Plakate übrig“, sagt Rennig Söffker. Privatleute, die dafür einen Platz bereitstellen können und wollen, können sich mit ihm per E-Mail an rennig.soeffker@martfeld.de in Verbindung setzen.

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