Gründer setzen auf Nachhaltigkeit

Mode aus Algen: Pia Steffens und Sören Romboy gründen das Label O’ave

Sören Romboy und Pia Steffens setzen bei ihrem Label auf Nachhaltigkeit. Foto: O’ave
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Sören Romboy und Pia Steffens setzen bei ihrem Label auf Nachhaltigkeit. 

Sie beweisen Mut – und wagen den Sprung in die Selbstständigkeit: Die Martfelderin Pia Steffens und ihr Freund Sören Romboy aus Schwarme haben das Sportmodelabel O’ave gegründet.

  • Sören Romboy und Pia Steffens haben das Modelabel O’ave gegründet
  • Die beiden Gründer kommen aus Martfeld und Schwarme
  • Sie setzen bei ihrem Label auf Nachhaltigkeit

Martfeld/Hamburg – Damit reiten sie auf der Welle des aktuellen Zeitgeists: Die Fasern für die Kleidung werden aus regenerierten Fischernetzen und aus Teppichresten gewonnen. Etwas wieder zu verwenden, ist Pia Steffens ein besonderes Anliegen.+

Idee zu O’ave entstand auf Sansibar

In Hamburg hat die 22-Jährige Mode- und Textilmanagement studiert und ihre Bachelorarbeit über Nachhaltigkeit in der Luxusmode geschrieben. „Als ich dann mit meiner Schwester auf Sansibar war, habe ich viel Müll an den Stränden gesehen“, erinnert sie sich. Da es außerdem wenige Marken gab, mit denen sie sich persönlich identifizieren konnte, entstand die Idee zum eigenen Modelabel. Und dessen Realisierung ist sie zusammen mit ihrem Freund Sören Romboy angegangen. 

Sören und Pia: „Uns gibt es nur im Doppelpack“

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann und Europakaufmann bringt seine Kenntnisse aus dem Vertrieb ins Unternehmen ein. „Uns gibt es nur im Doppelpack“, begründet der 23-Jährige den Einstieg bei O’ave – und ging direkt nach seiner Beförderung in seinem bisherigen Unternehmen in Teilzeit. Genauso machte es Pia Steffens bei der Firma, in der sie aktuell noch arbeitet. Gemeinsam bauen sie in der nun gewonnenen Zeit ihr Unternehmen auf. Was leichter gesagt ist als getan: „Wir haben den Anspruch, ein modernes Label zu kreieren“, sagt Pia Steffens.

Zunächst recherchierten sie Faserlieferanten. „Das war sehr schwierig“, sagt die Martfelderin. Vor allem, weil sie den Anspruch hatten, in Deutschland zu produzieren und nicht etwa in Asien. Die zwei fanden einen Lieferanten für Algenfasern für das Yoga-Shirt, welches das Label im Angebot hat. Die Algen dafür werden auf Island gewonnen, getrocknet, pulverisiert und in Fasern verwandelt. „Wir haben uns jeden Baustein selbst zusammengesetzt. Wir waren überall vor Ort und haben uns das angeguckt“, erzählt Sören Romboy. „Denn wir wollen kurze Wege und einen guten ökologischen Fußabdruck“, unterstreicht Pia Steffens den Nachhaltigkeitsgedanken, den die Gründer in ihrem Unternehmen leben wollen. „Wir wollen weg von der Wegwerfgesellschaft“, macht Sören Romboy deutlich. Statt sich ständig neue Kleidung zu kaufen, sollte man sich lieber seltener, dafür aber hochwertigere und langlebigere Stücke kaufen, findet er.

O’ave hat eigenen Onlineshop

„Insgesamt hat es fast ein Dreivierteljahr gedauert, bis wir das perfekte Produkt hatten“, erklärt Sören Romboy. Jetzt ist die Kleidung bestellt, eine erste Crowdfunding-Aktion auf dem Portal Startnext gelaufen – und ihr erstes Fernseh-Interview haben die beiden Gründer auch schon gegeben. „Das war schon eine coole Erfahrung“, sagen sie. Im Juli waren sie mit einem befreundeten Kamerateam auf Mallorca, haben professionelle Fotos gemacht und Videos gedreht, die jetzt bei der Vermarktung der Kleidung zum Einsatz kommen. Im klassischen Ladengeschäft wird man die Produkte aber aktuell nicht finden: Vertrieben werden die Stücke über den eigenen Onlineshop und nachhaltige Onlinemarktplätze. Geplant sind außerdem eine Roadshow durch einige Fitnessstudios und die Möglichkeit, Musterpakete mit der Kleidung an Partnerfitnessstudios zu geben.

Von Hamburg zurück nach Martfeld

Wer sich mit den beiden Gründern unterhält, merkt schnell, mit wie viel Engagement sie an ihre Arbeit gehen. Sören Romboy gefällt der Grundgedanke, „für sich selbst zu arbeiten“. Das findet auch Pia Steffens: „Wenn man etwas gerne macht, spürt man die Zeit gar nicht.“ Und davon müssen die beide gerade eine Menge in den Aufbau ihres Unternehmens investieren, mit dem sie planen, in den nächsten Monaten komplett von Hamburg zurück nach Martfeld umzusiedeln und ihre Firma von dort aus auf die Erfolgsspur führen.

„Wir haben sehr vielfältige Aufgaben“, sagt Pia Steffens über ihre Arbeit. Ihre Schwester Nina unterstützt sie bei der Pflege der Social-Media-Auftritte. Überhaupt erfahren sie und ihr Freund viel Unterstützung in der Familie und bei Freunden. „Es ist schön, wie viele Menschen in diese Richtung gehen wollen“, freut sich Pia Steffens über das große Interesse an ihrer nachhaltigen Mode.

Weitere Infos gibt es unter www.o-ave.com

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