Konzert ohne Verstärkeranlage, dafür mit Feingefühl

Auftritt: „School House Seven": Mitreißender, sommerlicher Jazzabend in Schwarme

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„School House Seven“ am Samstagabend nur zu sechst auf der Bühne in Robberts Huus: (von links) Boris Wagner (Klarinette, Saxofon), Jürgen Brings (Gitarre), Andreas Schniesa (Trompete, Gesang), David Bär (Kontrabass), Olaf Wetjen (Posaune), Dr. Bernd Sagell (Banjo, Gesang). Schlagzeuger Rolf Thiele fehlte wegen Krankheit.J 

Schwarme - Von Horst Friedrichs. Treue Jazzfans scheuen Entfernungen nicht. Und sie wissen, wo Jazz noch Jazz ist. In Robberts Huus in Schwarme nämlich, wenn dort die „School House Seven“ auftreten. So war es am Samstagabend, als die Band zum wiederholten Mal für ein volles Haus sorgte. Der Anblick vieler vertrauter Gesichter aber auch neuer Freunde des Traditional Jazz erfreute die Musiker trotz tropischer Außentemperaturen. Bessere Voraussetzungen als ein kühles Fachwerk-Inneres und ein erwartungsfrohes, fachkundiges Publikum konnte es für die Jazzer aus den Kreisen Diepholz und Verden gar nicht geben.

Ihren ausgeprägt eigenen „School House“-Sound haben sie längst entwickelt, und so kam das Kollektivspiel schon vom ersten Ton an leichtfüßig swingend daher. Kein Kraftjazz wie in Revival-Zeiten, sondern subtile Zusammenklänge und feinfühlig aufeinander abgestimmte Arrangements entwickelten sich auf der Robberts-Huus-Bühne zur Freude des Publikums, das dem Konzertprogramm mit wachsender Begeisterung und nachhaltigem Beifall folgte.

Entsprechend fröhlich und beschwingt entwickelte sich die Stimmung im rustikal-behaglichen Schwarmer Kulturzentrum – eben so, wie es die Stammgäste von den Gastspielen der „School House Seven“ im letzten und in den vorangegangenen Jahren gewohnt waren.

Für den Veranstalter, den Schwarmer Heimat-, Umwelt- und Kulturverein Eule war das Konzert zugleich ein erfolgreicher Abschluss des Kulturprogramms im ersten Halbjahr 2018. „Die Band fand immer ein begeistertes Publikum“, sagte Hermann Schröder, Vorsitzender des Vereins.

Mit bekannten und neu ins Repertoire aufgenommenen Titeln versetzten die „Seven“ ihre Zuhörer einmal mehr in blendende Jazzlaune. Allerdings waren sie nur zu sechst, mussten ohne ihren erkrankten Schlagzeuger, Sänger und Harpspieler Rolf Thiele auskommen.

Mit dennoch ungebremster Spielfreude gaben sie in gewohnter Weise ihr Bestes: Boris Wagner (Klarinette und Saxofon), Olaf Wetjen (Posaune), Andreas Schniesa (Trompete und Gesang), Dr. Bernd Sagell (Banjo und Gesang), Jürgen Brings (Gitarre) und David Bär (Kontrabass).

Unverstärkt und naturgetreu erreichte der Sound der Band die Zuhörer, denn die Jazzer spielten ohne die Verstärkeranlage, die sie sonst – hauptsächlich für den Gesang – nutzen. Trotzdem schafften es die Vokalisten, Andreas Schniesa und Dr. Bernd Sagell, die Gesangsstücke bestens herüberzubringen, gerade so, wie es ihre Vorbilder in New Orleans und Chicago einst auch bewerkstelligten.

Ansonsten prägten feinfühlige Kollektivimprovisationen den eigenständigen Klangcharakter der „School House Seven“ ebenso wie ausgefeilte Soli der einzelnen Instrumentalisten. Von „Avalon“ bis zu „All Of Me“ und weiteren bekannten Dixieland-Hits wie „Royal Garden Blues“ oder „That’s A Plenty“ reichte die Bandbreite des mitreißenden, sommerlichen Jazzabends in Schwarme.

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