Michael Demuth baut Archehof in Wechold auf

Ferien auf dem Bauernhof wie zu Omas Zeiten

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Michael Demuth (links) mit Ziege Lara und Peter Klotzbücher mit Ziege Tonja.

Wechold - Von Anne Schmidtke. „Ich bin gerade dabei, einen Archehof aufzubauen“, sagt Michael Demuth. Dem 62-Jährigen ist es seit Jahren ein Anliegen, alte und gefährdete Haustierrassen zu züchten, um sie zu erhalten. Daher hat er einen landwirtschaftlichen Betrieb in Wechold (Hausnummer 27) gekauft.

„Ich habe zu diesem Hof eine besondere Beziehung. Er ist das Elternhaus meiner Mutter“, sagt Demuth. Sein Onkel habe das Anwesen lange bewirtschaftet, und er sei als Kind oft da gewesen. Als das Gut 2012 zum Verkauf stand, habe er zugegriffen. „Ich verwirkliche mir hier meinen Traum“, erklärt der Ruheständler, der bei der Bahn als Beamter beschäftigt war und mehr als 30 Jahre lang als Nebenerwerbslandwirt rund 200 Schafe hielt. „Die habe ich alle verkauft, um mich auf dieses Projekt zu konzentrieren“, berichtet Demuth, der in der Nähe von Neumünster in Schleswig-Holstein wohnt und nur ab und zu in Wechold nach dem Rechten sieht.

Seitdem er den Hof gekauft hat, ist dort einiges passiert. Der neue Besitzer hat unter anderem alte Stallgebäude abreißen und die Öl-Heizung durch ein Blockheizkraftwerk ersetzen lassen. Des Weiteren hat er bereits einige Tiere angeschafft: Auf dem circa 27000 Quadratmeter großen Gelände leben inzwischen Meißner-Widder-Kaninchen, weißköpfige Fleischschafe, weiße deutsche Edelziegen, Diepholzer Gänse, Pommernenten und deutsche Sperberhühner. Einige Rassen sollen noch hinzukommen, zum Beispiel Fjällrinder, Lehmkuhlener Ponys, Poitou-Esel, Bentheimer Schweine und Großspitze. Um die Tiere kümmert sich Peter Klotzbücher, der direkt neben dem Archehof wohnt.

Nach Angaben von Demuth handelt es sich bei seinem Projekt um eine umweltpädagogische Erlebnisstätte, auf der schon jetzt Kinder und Erwachsene jeden Alters mit und ohne Behinderung willkommen sind. Es gebe dort viel Platz zum Spielen, Toben, Entdecken, aber auch zum Ausruhen und Entspannen.

Mit seinen Besuchs- und Übernachtungsmöglichkeiten biete der Archehof zudem ein außergewöhnliches touristisches Erlebnis. Wer möchte, kann bereits im Nomandencamp oder im Bauernhaus nächtigen. Schlafplätze in der Scheune, im Gäste- und im Baumhaus sind in Planung. „Die Besucher nutzen den Hof in Eigenregie, versorgen sich also in der Küche selbst, und zahlen dafür ein Entgelt“, erklärt Demuth. Er möchte demnächst zudem einen Gemüsegarten und einen Naturteich anlegen. Eine Werkstatt will er mit Werkzeug für die Bearbeitung von Holz, Metall und anderen Materialien ausstatten. „Dort können dann sowohl selbst entworfene Stücke geschaffen als auch alle für den Hof erforderlichen handwerklichen Arbeiten durchgeführt werden“, sagt Demuth. Die Besucher können außerdem im geplanten Obstgarten oder im Outdoor-Café, das von April bis Ende Oktober geöffnet sein soll, entspannen.

Demuth weist darauf hin, dass demnächst pädagogische Seminare auf dem Archehof stattfinden. In Kooperation mit dem Nabu soll es im Frühjahr (der Termin steht noch nicht genau fest) zum Beispiel das Projekt „Schwalbenkids“ geben. Mädchen und Jungen lernen an vier Terminen alles über den Vogel, suchen Nistplätze und bauen Nisthilfen.

Weitere Informationen dazu gibt es bei der Umweltpädagogin Julia Grimpe-Nagel, Telefon 0179/8983999. Sie nimmt auch Buchungen von Interessierten an, die Ferien auf dem Bauernhof in Wechold wie zu Omas Zeiten machen wollen.

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