Ernte hat begonnen

Mit 36 Messern im hohen Mais

Alltag bei der Maisernte: Der mächtige Häcksler frisst sich durch das hohe Getreidefeld. Fotos: Heinfried Husmann

Die Ernte für den Silomais hat begonnen. Jan Kapteina, Mitarbeiter des Lohnunternehmens Werner Zöller aus Bruchhausen-Vilsen, ist mit dem mächtigen Maishäcksler unterwegs. Mit 36 Messern erntet er das Getreide für die Futterproduktion.

Br.-Vilsen – Sein stählerner Kollege hat 600 PS und ist drei Meter breit. Jan Kapteina ist der „Kapitän“ dieses Erntefahrzeugs und hat alles genau im Blick. Konzentriert steuert er den mächtigen Maishäcksler über den Acker mit dem erntereifen Futtergetreide. Das sechs Meter breite Mähwerk erfasst jeweils acht Reihen Mais und verwandelt sie in zwei Millimeter große Stücke: „Futter“ für die Siloproduktion.

Genau die hat im Landkreis Diepholz einen enormen Stellenwert. Schließlich sind 32 Prozent der gesamten Anbaufläche mit Silomais bestellt. Entsprechend groß ist der Einsatz von Maishäckslern und Erntefahrzeugen. Das Lohnunternehmen Werner Zöller aus Bruchhausen-Vilsen hat zwei Häcksler-Ketten im Einsatz.

Konflikte auf engen Straßen

„Wir wünschen uns im Straßenverkehr ein gutes Miteinander“, betont Petra Zöller. Sie kennt die Konflikte, zu denen es auf viel befahrenen oder engen Straßen kommen kann. Deshalb beteiligt sich das Unternehmen bewusst an der Kampagne „Profis mit Rücksicht: 10 Punkte für Image & Akzeptanz“. Das Ziel: ein rücksichtsvolles Miteinander zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung.

Alle Mitarbeiter des Unternehmens seien dafür geschult, berichtet Petra Zöller. Vier festangestellte Kräfte und Chef Werner Zöller sind im Einsatz. Dessen Ehefrau Petra erläutert: „In der Maisernte kommen bis zu zehn Aushilfskräfte hinzu.“

Jan Kapteina gehört zum festen Team. Der gelernte Landwirt steuert seinen Häcksler routiniert über das Feld – Erntereihe um Erntereihe. Zweieinhalb Meter hoch sind die Maispflanzen, durch die sich der Häcksler frisst. Das gebogene Ernterohr spuckt das Erntegut auf die Transportanhänger, die immer auf Augenhöhe zum Häcksler sind. Im Pendelverkehr fahren Lukas Venske und Malte Wilkens diese Transportgespanne auf den nahe gelegenen Hof von Landwirt Christian Cohrs und laden das Schüttgut auf dem Platz ab, auf dem der neue Silagehaufen entsteht – ganz nach dem Prinzip Sauerkraut: Die Maishäcksel werden luftdicht verpresst und später mit einer Plane überzogen. Den Rest erledigt die Natur.

Die Silomais-Ernte hat begonnen

Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Hei nfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann
Die Ernte für den Silomais hat begonnen. © Heinfried Husmann

100 Kühe füttert Christian Cohrs mit dem so aufbereiteten Mais. Die Silage ist eine enorm wichtige Grundlage für seinen Milchviehbetrieb. Aber: Auch in diesem Jahr liegt die Erntemenge unter dem Durchschnitt – wetterbedingt.

Etliche Kolben haben nicht einmal Körner ausgebildet. Jan Kapteina weiß, warum: „In der Zeit, als der Mais bestäubt wurde, hatten wir 40 Grad Hitze.“ Deshalb habe die Fruchtbildung nicht so funktioniert wie in den Vorjahren. Trotzdem: Der Mais muss jetzt geerntet werden. Wenn es sein muss, auch wenn andere frei haben: „Wenn der Weg bis zum Feld über die viel befahrene Bundesstraße 6 führt, dann ernten wir dort am Wochenende“, sagt Jan Kapteina. Auf diese Weise würden die schweren Erntefahrzeuge den Berufsverkehr nicht behindern. Alltags gilt für den 30-Jährigen: „Ich habe überhaupt kein Problem, mal an die Seite zu fahren und die anderen durchzulassen.“

„Ich weiß, was Sache ist“

Sechs Hektar groß ist das Maisfeld, das er an diesem Morgen aberntet. Der gelernte Landwirt kennt jede Gegebenheit, er hat den Mais im Frühjahr selbst gelegt, sprich gedrillt. „Ich weiß, was Sache ist“, schmunzelt der 30-Jährige, als plötzlich ein schlanker Schatten in etwa 300 Meter Entfernung zu sehen ist: ein Fuchs, der sich im Maisfeld verborgen hatte. Wenig später flüchtet ein Reh aus dem Wald der grünen Stängel. Jan Kapteina bleibt gelassen: „Ich habe auch schon viele Windschweine gesehen. Die richten aber Schaden an.“

Tiere tötet der Maishäcksler nicht. Bei einer Erntegeschwindigkeit zwischen drei und fünf Stundenkilometern bleibt ihnen Zeit genug für die Flucht. Auf der Straße ist das mächtige Fahrzeug mit 40 Stundenkilometern unterwegs. Immer wieder, denn die Maisernte dauert bis zu acht Wochen.

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