Großer Lauf am 29. Mai: Sportler treten gegen Museumseisenbahn an

Menschen und Maschinen schnaufen um die Wette

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Freuen sich auf den Wettlauf: Edo Christophers vom Niedersächsischen Leichtathletik-Verband, Wilfried Becker vom Kreis-Leichtathletik-Verband, Christa Gluschak von der Gemeindeverwaltung, AOK-Pressesprecherin Maike Jaschok und Axel Burmeister vom Deutschen Eisenbahn-Verein (v.l.).

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Wer zuerst ins Ziel schnaufen wird, steht für die Organisatoren schon fest: „Wir gehen davon aus, dass ein Läufer gewinnt“, sagt Edo Christophers vom Niedersächsischen Leichtathletik-Verband (NLV). Wenn er Recht behält, wird mindestens ein Mensch am Sonntag, 29. Mai, beweisen, dass er schneller ist als eine Maschine.

Dann nämlich findet in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen der große Wettlauf „Mensch gegen Maschine“ statt. Er gehört zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr der 1966 gegründeten Museumseisenbahn; der Deutsche Eisenbahn-Verein (DEV) Bruchhausen-Vilsen richtet ihn zusammen mit dem NLV aus. Die AOK sponsert die Veranstaltung.

„Dieser Wettlauf ist für Norddeutschland bisher einzigartig“, freut sich Christophers und spricht von einem „ganz neuen Sportformat“. Auch Axel Burmeister, Vorstandsmitglied im DEV, kann das „echte Highlight“ kaum erwarten. Es könnte übrigens zum Dauerbrenner werden: „Wenn die Veranstaltung ein Erfolg wird – und davon gehen wir aus – wollen wir sie jedes Jahr wiederholen“, kündigt Edo Christophers an.

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Kräftemessen stammt aus Australien. „DEV-Mitglied Eric Arndt ist darauf gestoßen und hat uns überzeugt, dass so ein Lauf das Richtige ist“, sagt Burmeister. Das sei nicht ganz einfach gewesen, immerhin sei die Organisation mit großem Aufwand verbunden. Mittlerweile ist die Planung festgezurrt.

Den Teilnehmern von „Mensch gegen Maschine“ stehen zwei Gruppen zur Auswahl. Um 13.30 Uhr beginnt der AOK-Wettlauf für alle Freizeitläufer am Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen, als Startsignal dient ein Lokpfeifen. Die 7,8 Kilometer lange Strecke führt größtenteils in Sichtweite oder unmittelbar neben der Bahnlinie durch Bruchhausen-Vilsen, das hügelige Vilser Holz und Heiligenberg bis zum Asendorfer Bahnhof. „Entscheidend ist, dass man die Bahn hören und riechen kann“, sagt Christophers.

In Asendorf werden die Frauen und Männer gegen 14.20 Uhr erwartet. Das entspricht einer durchschnittlichen Laufgeschwindigkeit von etwa neun Stundenkilometern.

Um 15 Uhr sind die ambitionierten Sportler an der Reihe: Der Sieger des Speedy-Wettlaufs dürfte gegen 15.40 Uhr in Asendorf eintreffen und es auf circa zwölf Stundenkilometer bringen.

Jeweils zeitgleich rollt ein alter Dampfzug mit sechs, sieben Waggons in Bruchhausen-Vilsen los – und der Lokführer will es den Läufern nicht zu leicht machen. „Er fährt minutiös nach seinem Fahrplan, und er hat Vorfahrt. Wenn die Teilnehmer Pech haben, müssen sie auch mal an einer Schranke halten“, sagt Christophers. „Die Bahn wird bei den Steigungen im Vilser Holz an Geschwindigkeit verlieren, aber oben an der B 6 kann sie Gas geben.“ Burmeister verspricht: „Wir legen ein paar Kohleschippen mehr drauf.“

Beide Bahnübergänge auf der Strecke sind gesichert. Die Bundesstraße 6 ist zur Querung gesperrt, die Sportler nutzen danach den parallel verlaufenden Radweg. Zum Endspurt können sie direkt auf einem für Fahrzeuge gesperrten 200-Meter-Abschnitt der B 6 ansetzen. Damit sich keiner verläuft, stehen an mehreren Stellen Streckenposten bereit. Insgesamt sind an dem Tag etwa 40 Helfer im Einsatz.

Fahrgäste feuern Läufer aus dem Zug heraus an

Die Teilnehmerzahl ist auf 600 (300 pro Gruppe) begrenzt. „Wir sind guter Hoffnung, diese Zahl zu erreichen“, sagt Christophers. Mindestalter: 14 Jahre. Die 14- bis 17-Jährigen zahlen 15  Euro fürs Mitlaufen, alle Erwachsenen 19 Euro. Die beiden Sieger sowie die jeweils drei schnellsten Frauen und Männer erhalten Urkunden und Sachpreise. Im Vordergrund steht aber der Spaß, betonen die Organisatoren. „Wir werden sicher keine Meisterschaft draus machen“, sagt Christophers.

Wer lieber zuguckt, als sich selbst zu bewegen, ist ebenfalls willkommen: Die Bürger können die Läufer aus dem Zug heraus anfeuern. Auch vor und nach den Wettkämpfen ist die Museumseisenbahn unterwegs: Sie startet um 11.15, 13.30, 15, 16.13, 17.20 und 18.25 Uhr von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf, zurück geht‘s um 12.15, 14.55, 16.15, 17.20, 18.25 und 19 Uhr.

Am Bahnhof Asendorf erwartet die Sportler und die Schaulustigen ein buntes Rahmenprogramm: Dort gibt es von 12 bis etwa 19 Uhr einen Markt. Die Krankenkasse AOK baut einen Stand auf, das Restaurant Dillertal sorgt für die Verpflegung. Die Gäste können sich über Sportarten und Gesundheitsthemen informieren, ihre Reaktionen testen und an unterhaltsamen Spielen wie Footbi (eine Mischung aus Fußball und Billard) teilnehmen. Eine Hüpfburg steht für die Kinder bereit. Ferner wird die Trendsportart Cross-Shaping, ein Outdoor-Workout, vorgestellt.

Als Schirmherr der Veranstaltung fungiert der niedersächsische Sport- und Innenminister Boris Pistorius. „Jemand aus seinem Ministerium wird auch herkommen“, sagt Christophers.

Tickets für die Bahnfahrten sind unter anderem erhältlich bei der Mediengruppe Kreiszeitung, die den Lauf als Medienpartner unterstützt. Alle Läufer können sich im Internet unter www.wettlauf-mensch-maschine.de anmelden sowie – wenn noch Plätze frei sind – am 29. Mai vor Ort von 10 Uhr bis eine Stunde vor dem Start.

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