Melanie und Hans Bockhop betreiben ein eigenes Familienmuseum / Rästelraten um 300 Jahre alten Holzstuhl

Ein Spinnrad erzählt Sophies Geschichte

Das Ehepaar Bockhop bekam bei ihrem jüngsten Hoffest ein Jahre altes Spinnrad geschenkt, das Hans Bockhops Verwandten Sophie gehörte. Es steht jetzt im Familienmuseum.
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Das Ehepaar Bockhop bekam bei ihrem jüngsten Hoffest ein Jahre altes Spinnrad geschenkt, das Hans Bockhops Verwandten Sophie gehörte. Es steht jetzt im Familienmuseum.

Graue - Von Charlotte Reinhard. Als Melanie und Hans Bockhop auf ihrem Hof in Graue ihr jüngstes Hoffest feierten, brachte ein Gast ein besonderes Geschenk mit: Er übergab dem Paar ein 133 Jahre altes Spinnrad, an dem ein Schild mit der Aufschrift „Sophie Bockhop“ befestigt ist. Hans und Melanie Bockhop konnten die Herkunft des Spinnrads mit einem Gang in ihr Familienmuseum aufklären. Dort hängen ein Familien-Stammbaum sowie viele Fotos und Texte, die die Geschichte des Hofs und der Familie veranschaulichen.

„Mein Großonkel Heinz und mein Vater Kurt-Heinrich Bockhop haben das Familienmuseum eingerichtet“, erzählt Hans Bockhop, der den Hof in der sechsten Generation betreibt. Das Familienmuseum ist in einem Speicher zu finden, der in den 80er-Jahren renoviert wurde. An den Wänden des Fachwerk-Gebäudes hängen thematisch sortiert Zeugnisse der Hof- und Familiengeschichte: Fotos, Texte, Karten und der ein oder andere Zierteller.

Zu den Themenbereichen, die das Museum umfasst, gehören unter anderem Höfe der Familie, Nachbarhöfe, die Mühlen in Graue, Hof und Haus Bockhop und Erinnerungen von Heinz Bockhop aus seiner Zeit als Bauernpräsident. „Die Themen haben sich über die Zeit so angesammelt“, sagt Hans Bockhop. Alles, was die Familie an Ausstellungsmaterial besitzt, hängt allerdings noch nicht in der Scheune. „Wir haben noch einen riesigen Vorrat an Texten und Bildern. Wenn ich im Ruhestand bin, beschäftige ich mich vielleicht damit“, erklärt Hans Bockhop.

Auch wenn das Museum noch nicht vollständig ist, gibt es bereits viele Blickfänge. Einer ist ein etwa 300 Jahre alter, mit Schnitzereien reich verzierter Holz-Stuhl, der Melanie und Hans Bockhop Rätsel aufgibt: „Wir wissen, dass er in Verbindung mit dem Vogt Jobst Brockacker, einen unserer Vorfahren, steht. Aber das Wappen auf dem Stuhl passt nicht zu Brockackers Wappen.“ Niemand aus der Familie weiß genau, woher der Stuhl stammt und was für eine Geschichte hinter dem Möbelstück steckt: „Er war einfach schon immer da, das hat schon mein Urgroßvater gesagt“, meint Hans Bockhop achselzuckend.

Neben dem Stuhl steht ein Nachbau eines ebenfalls 300 Jahre alten Tischs, dessen Original im Haupthaus des Hofs zu finden ist. Das Spinnrad von Sophie Bockhop hat seinen Platz neben den beiden anderen Möbelstücken gefunden. Ein Blick auf den Stammbaum der Familie Bockhop erklärt seine Herkunft: „Sophie Bockhop war eine Urgroßtante von mir. Sie hat hat einen Mann aus Wietzen geheiratet und ist dorthin gezogn“, erklärt Hans Bockhop und zeigt auf die Stelle im Familien-Stammbaum, auf der der Name seiner Vernwandten und ihr Hochzeitsdatum zu finden ist.

Der Stammbaum steht im Mittelpunkt des Museums. Er reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Hans Bockhops Urgroßvater hat ihn 1929 erstellt. „Im 30-jährigen Krieg gibt es allerdings eine Lücke. In dieser Zeit wurden nämlich viele Dokumente zerstört, die Zeugnis über die Geschichte der Bockhops ablegen können“, berichtet Bockhop.

Für ihn hat das Museum eine besondere Bedeutung: „Es stellt das eigene Tun in einen anderen Rahmen, wenn man sieht, dass sich schon so viele Generationen auf diesem Hof aufgehalten haben“, meint Hans Bockhop.

Aus diesem Grund sieht er es als seine Verpflichtung an, das Gebäude zu erhalten, „auch wenn wir momentan noch überlegen, was man aus dem Familienmuseum machen kann“, wie das Ehepaar Bockhop sagt. Momentan wird es zum Beispiel als Besprechungsraum bei Schulungen genutzt. Aber auch bei Hoffesten haben Besucher die Möglichkeit, einen Blick in die Vergangenheit der Familie Bockhop zu werfen.

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