Lehrermangel: Gymnasium Bruchhausen-Vilsen muss Klassen zusammenlegen

„Meine schwerste Entscheidung“

„Alle Ressourcen, um kleine Klassen aufrechtzuerhalten, sind aufgebraucht“, sagt Lisa Peitzmeier-Stoffregen. Die Schulleiterin des Gymnasium muss nach den Ferien die Schüler aus vier Klassen auf drei verteilen.
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„Alle Ressourcen, um kleine Klassen aufrechtzuerhalten, sind aufgebraucht“, sagt Lisa Peitzmeier-Stoffregen. Die Schulleiterin des Gymnasium muss nach den Ferien die Schüler aus vier Klassen auf drei verteilen.
  • Anne-Katrin Schwarze
    vonAnne-Katrin Schwarze
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Samtgemeinde – Überraschend für Schüler und Eltern, hat das Gymnasium in einem Elternbrief am Mittwoch mitgeteilt, dass die vierzügigen Jahrgänge nach den Sommerferien auf drei Klassen reduziert werden. „Das ist für mich die schwerste Entscheidung, die ich an dieser Schule bisher treffen musste“, sagte Schulleiterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen gestern dazu auf Anfrage. „Uns fehlen die Ressourcen, die kleinen Klassen aufrechtzuerhalten.“ Alle Gründe dafür lägen nicht in ihrer Hand.

„Wir ordnen 100 Stunden an umliegende Grund- und Oberschulen ab“, nennt sie eine Entscheidung des Kultusministeriums. Minister Grant Hendrik Tonne hatte gerade in dieser Woche außerdem festgelegt, dass sogenannte „vulnerable Personen“, also Lehrkräfte, die ärztlich attestiert zur Risikogruppe gehören, weiter im Homeoffice unterrichten dürfen und nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen. Zudem werden Lehrkräfte gebraucht, um ab Ende August durch den Wechsel von G8 auf G9 den 13. Jahrgang zu unterrichten. „Wir setzen mit unserer Entscheidung lediglich einen Erlass um“, erklärt sie die Lage, die seit Mittwochnachmittag bei Schülern, Eltern und Lehrern für Aufregung sorgt.

„Das geplante Frühstück zum Schuljahresende holen wir nach den Ferien nach, wenn die ganze Klasse wieder zusammen sein kann“, hatte die 7g2 gerade erst verabredet. Ein Wiedersehen als Klasse wird es nach den Ferien nicht geben. Die 22 Kinder werden auf die verbleibenden drei Klassen aufgeteilt.

In Jahrgang sieben hat es die kleinste der vier Klassen getroffen. Man habe unterschiedlich, individuell und nach pädagogischen Gesichtspunkten für jeden Jahrgang entschieden, welche Klasse aufgelöst werden wird, erklärt Lisa Peitzmeier. Betroffen sind die jetzigen Jahrgänge sechs, sieben und acht.

„Die Chance, die in diesem Schritt liegt, ist, dass der Regelunterricht zu großen Teilen stattfinden kann“, ringt sie der belastenden Situation einen Vorteil ab. „Durchgängiger Regelunterricht ist uns wichtig. Schüler an einem Tag der Woche zu Hause zu lassen, weil nicht genug Lehrkräfte da sind, wäre für uns der allerletzte Schritt“, sagt sie zum Angebot, das der Kultusminister diese Woche gemacht hat. „Vielleicht muss es jetzt nur zu kleinen Kürzungen in den Kurzzeitfächern kommen“, kündigt die Schulleiterin für das neue Schuljahr an.

Wie viele Mitglieder des jetzt 66-köpfigen Kollegiums nach den Ferien Unterricht vor einer Klasse mit dann bis zu 31 Schülern halten können, sei heute vage und offen. Derzeit gehörten, wie im Landesschnitt, etwa zehn Prozent der Lehrkräfte zur Gruppe der „vulnerablen Personen“.

Übers Wochenende werde sich klären, wie die neuen Klassen zusammengesetzt werden. „Ich hoffe da auf gute Entscheidungen“, sagt sie.

Die Hälfte der Schülerschaft am Gymnasium hat am Montag ihren letzten Schultag vor den Ferien, der zweite Teil der coronabedingt geteilten Klassen trifft sich zuletzt am Dienstag in der Schule. „Alle Kinder sollen zu Beginn der Ferien wissen, wie ihre künftige Klasse zusammengesetzt sein wird“, heißt es im Elterbrief, den Lisa Peitzmeier-Stoffregen und Jenny M. Döhl als Koordinatorin der Sekundarstufe 1 mit der Bitte schließen, mit der aktuellen Situation sachlich und konstruktiv umzugehen. „Gemeinsam mit Ihnen wollen wir die Herausforderung annehmen“, schreibt die Schulleitung.

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