„Literaturtage“: Axel Hillmann zeigt den Erich Kästner für Erwachsene

Mehr als ein Kinderbuchautor

Axel Hillmann thematisiert einen seiner Lieblingsautoren, Erich Kästner. Foto: Heide Wirtz-Naujoks

Martfeld – Die Reihe „Martfelder Literaturtage“ der Kulturplattform Martfeld gehört bereits seit zehn Jahren zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Von Freitag- bis Sonntagabend gab es an verschiedenen Orten in und um Martfeld Lesungen, die thematisch ein breites Spektrum der Literatur abdeckten. Axel Hillmann, einer der Initiatoren der „Literaturtage“, las am Samstagabend in der Fehsenfeldschen Mühle satirische Gedichte und Glossen aus dem Werk Erich Kästners (1899-1974).

Da Kästner zu den Lieblingsautoren des Martfelders Hillmann gehört, war es ihm ein Anliegen, den anwesenden Literaturfreunden eine weniger bekannte Seite des Autors näherzubringen. Erich Kästner erlangte mit dem „Fliegenden Klassenzimmer“ oder dem „Doppelten Lottchen“ als Kinderbuchautor Popularität. Hillmann zeigte jedoch den „Erich Kästner für Erwachsene“. Der Autor hat der Nachwelt nicht nur wunderbare Kinderbücher hinterlassen, sondern auch sozialkritische Prosa und Gedichte. Er galt als messerscharfer Beobachter und Kritiker seiner Zeit, der Weimarer Republik. Kästner gehörte zu den Opfern der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Der Schriftsteller musste dabei zusehen, wie sein Roman „Fabian“ aus dem Erscheinungsjahr 1931 in Flammen aufging. Die Handlung des satirischen Romans spielt Ende der 20er-Jahre während der Weltwirtschaftskrise. Als ironischer Zeitzeuge karikiert Kästner die Zustände in Deutschland, vor allem in Berlin. Unter dem ursprünglich geplanten Titel „Der Gang vor die Hunde“ ist 2013 eine Rekonstruktion der Urfassung des Romans „Fabian“, ergänzt um bis dato unveröffentlichte Romanteile, von Sven Hanuschek herausgegeben worden.

Axel Hillmann las aus dem zweiten Kapitel des Romans über den Antihelden Jakob Fabian. Es folgten mehrere Gedichte und Gechichten, die trotz ihres humoresken Charakters durch geschickt gesetzte Pointen eher nachdenklich stimmten. Die kurzen Stücke eigneten sich gut zum Vorlesen und wurden teilweise sogleich von den Zuhörern in kurzen Dialogen reflektiert. Die Probleme der Protagonisten, Widersprüche und Erfahrungen, die das Leben mit sich bringt, nehmen in den literarischen Texten großen Raum ein. Allen Zuhörern wurde deutlich, dass die Inhalte nichts an Aktualität eingebüßt haben, sowohl humanistisch als auch politisch.

Die elfte Auflage:

Auch im Jahr 2020 finden die „Martfelder Literaturtage“ statt, und zwar vom 6. bis 8. November. Wer sich als Vorleser einbringen möchte, kann sich bei Axel Hillmann melden per E-Mail an literaturtage@ axel-hillmann.de.

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