Dezentrales Angebot

Mehr als 600 Martfelder lassen sich in der Turnhalle impfen

Menschen stehen im Impfzentrum an
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Premiere für die Martfelder Turnhalle als Impfzentrum: „Läuft“, vermelden die Organisatoren erfreut.

Martfeld – „Das läuft wie tüt“, freute sich Marlies Plate, Martfelds langjährige Bürgermeisterin, nachdem sie Montagfrüh vielen Menschen Terminzettel in die Hand gedrückt hatte. Gemeinderat und Freiwillige Feuerwehr zogen an einem Strang, um die erste groß angelegte Corona-Impfaktion in der Martfelder Turnhalle über die Bühne zu bringen. 500 Impfdosen waren angekündigt worden.

Etwa 600 konnten am Ende des Tages tatsächlich verimpft werden.

Das Interesse war enorm. Bereits um 6.30 Uhr sollen die ersten Impfwilligen vor der Tür gestanden haben, die sich um 9 Uhr öffnen sollte. Um 10 Uhr waren dann alle zur Verfügung stehenden Zeitfenster vergeben – in Form von Zetteln mit aufgedruckter Uhrzeit. Wer morgens keines dieser begehrten Tickets erhalten hatte, sollte um 14 Uhr noch einmal wiederkommen. Ein Angebot, von dem einige Gebrauch machten. „Dann wird nach dem Windhundprinzip geimpft“, sagte Bürgermeister Michael Albers, der ebenfalls als Helfer im Einsatz war. Wer zuerst kommt, bekommt, was noch da ist.

Entstanden war diese große Impfaktion eher zufällig und vor allem kurzfristig: Der Martfelder Andreas Mack ließ sich in Nienburg impfen und beklagte sich bei dem dortigen Arzt darüber, dass das in seinem Heimatort nicht möglich sei. Die Antwort des Nienburger Mediziners: „Wir kommen auch gerne nach Martfeld.“ Binnen kürzester Zeit entstand die Impfaktion mit der Praxis „Die Hausärzte Nienburg-Nord“, die gestern das Impfpersonal und die Ärztin stellte.

Die Terminvergabe, die Registrierung und alle Ordner-tätigkeiten übernahmen Gemeinderat und Freiwillige Feuerwehr, ehrenamtlich. „Pro Schicht haben wir zehn Helfer, sechs davon stellt alleine die Feuerwehr“, freute sich Michael Albers. „Wir sind jetzt schon bei über 500 Impfungen. Damit hätten wir nicht gerechnet“, erzählte er am frühen Nachmittag und war angesichts des Erfolges immer noch sichtlich beeindruckt.

Nicht nur aus der ganzen Samtgemeinde, auch aus den angrenzenden Landkreisen Verden und Nienburg kamen die Impfwilligen. Die meisten von ihnen holten sich hinter Tischtennisplatten, die als blickdichte Impfkabinen fungierten, ihre Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Moderna ab. Für Erst- und Zweitimpfungen sowie für Impfungen für Menschen, die jünger als 30 Jahre alt waren, stand der Impfstoff Comirnaty von Biontech bereit. „Insgesamt werden wir aber am Ende auf mehr als 600 Impfungen kommen.“ Auch Marlies Plate fehlten angesichts der großen Resonanz die Worte: „Ganz toll“, lautete ihr knappes wie begeistertes Fazit.

Wie viele Menschen gestern in Martfeld ihre erste Impfungen gegen das Coronavirus bekamen, könne das Team erst im Nachhinein auswerten, sagte Michael Albers. Bei den Impfaktionen des Landkreises in Bruchhausen-Vilsen waren es bisher jeweils etwa zehn Prozent der Teilnehmer, die den wohnort- oder arbeitsplatznahen Termin wahrgenommen hatten. Beim offenen Angebot der Hausarztpraxis Bruchhausen-Vilsen lag deren Anteil jüngst etwas niedriger. „Aber wir haben nahezu täglich Anfragen nach Erstimpfungen“, berichtet Dr. Nils Teucher. Während die Anzahl der bestätigten Corona-Fälle in der Samtgemeinde zuletzt überdurchschnittlich hoch lag, liegt die Kommune bei den Erstimpfungen im Trend: Bundesweit bekommt etwa jeder zehnte Impfwillige den ersten Piks.

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