Maxim Kowalew Don Kosaken begeistern in voll besetzter Kirche

Ein Stimmvolumen, das unter die Gänsehaut geht

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Mit einem brillanten Repertoire aus russisch-orthodoxen Kirchengesängen, traditionellen Volksweisen sowie Kosakenliedern wussten die Maxim Kowalew Don Kosaken in Martfeld zu begeistern.

Martfeld - Von Ulf Kaack. Russische Gesangskultur in Perfektion und auf höchstem Niveau präsentierten die Maxim Kowalew Don Kosaken am Donnerstagabend in der Martfelder Catharinen-Kirche. Das Gestühl des Gotteshauses war bis auf den letzten Platz belegt, das Publikum von der ersten Note an hingerissen von dem Dargebotenen.

Es war keinesfalls leichte Kost, die die sechs Sänger und ihr Dirigent ihrem Auditorium boten: Russisch-orthodoxe Kirchengesänge, traditionelle Volksweisen sowie Kosakenlieder. Was für das mitteleuropäische Hör- und Klanggefühl zunächst fremd und ungewohnt erschien, erschloss sich den Martfeldern sehr schnell.

Im ersten Teil des Konzerts waren es vor allem die sakralen Titel, die getragen und von hoher melancholischer Intensität zu Gehör gebracht wurden: „Ave Maria“ aus der Feder von Johann Sebastian Bach, „Ich bete an die Macht der Liebe“ sowie „Auf viele Jahre“ aus der Feder von dem bedeutenden ukrainischen Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski und mit „Suliko“ auch ein Volkslied aus Georgien.

Durchaus flotter ging es im zweiten Teil des Programms zu. Traditionelle Volks-, Tanz- und Marschlieder wechselten sich ab und gaben dem Abend nun eine mitreißend-spritzige Note.

Die Maxim Kowalew Don Kosaken sehen sich ausdrücklich in der Tradition des legendären Kosakentums – den freiheitlichen Reiterverbänden, die ab dem 16. Jahrhundert wesentlichen Einfluss auf die Geschichte und die Kultur Russlands nahmen. Das spiegelte sich wieder im Vortrag von Titeln wie „Ihal kosak sa Dunajem“ oder „Ein Kosak spaziert am Don“.

Imposantes

Erscheinungsbild

Ihre Affinität zur Volksgruppe der Kosaken demonstrierten die Sänger auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild. Gekleidet in eine schlichte schwarze Uniform mit Lederkoppel und schweren Schaftstiefeln, absolvierten die Sänger mit demonstrativ zur Schau gestellter militärischer Disziplin und musikalischer Präzision ihr Repertoire.

Volle Bässe und brillanter Diskant prägten das Klangbild des Ensembles und symbolisierten die Seele von „Mütterchen Russland“. Von tief bis glockenhell erstreckte sich die an Facetten so reiche Bandbreite der allesamt an renommierten Musikkonservatorien ausgebildeten Vokalisten.

Das beeindruckende Stimmvolumen der Sänger – sowohl als Solisten, als auch im mehrstimmigen Chor – machte eine elektronische Verstärkung von vornherein überflüssig und erfüllte das Kirchenschiff bis in den letzten Winkel. Und es ging unter die Haut der Zuhörer, nicht selten unter die Gänsehaut.

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