Martin Loerke verwirft Pläne für Stall im Schwarmer Bruch

Landwirt zieht Bauantrag zurück

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Mediengruppe Kreiszeitung

Schwarme - Von Mareike Hahn. Martin Loerke wird keinen Stall für 84000 Masthähnchen im Schwarmer Bruch bauen. Der heimische Landwirt hat seinen Bauantrag zurückgezogen. Das bestätigte Stephan Maaß, Fachbereichsleiter Planen und Bauen beim Landkreis Diepholz, gestern auf Nachfrage. „Ich möchte das Kapitel abschließen“, begründete Loerke seine Entscheidung. „Diese Reise muss irgendwann ein Ende haben. Auf beiden Seiten sind schon genug Kosten entstanden.“

Tatsächlich beschäftigt das Thema die Schwarmer schon eine ganze Weile: Seit Loerke im Herbst 2013 seinen Bauantrag für einen Geflügelstall am Uhlenbruchsdamm beim Kreis eingereicht hat, ist kaum eine Ratssitzung ohne Diskussion über die Pläne vergangen. Während der Landkreis als zuständige Genehmigungsbehörde den Antrag prüfte, äußerte der Schwarmer Gemeinderat, der eine Stellungnahme abgeben sollte, seine Bedenken. Er sah die Erschließung als nicht gesichert an. Gleichzeitig begann die Bürgerinitiative „Schützt das Schwarmer Bruch: Keine Mastställe“, mit viel Herzblut gegen den geplanten Stall zu kämpfen.

Im Oktober 2014 beschloss der Rat dann mit großer Mehrheit eine Veränderungssperre für den nördlichen Teil des Bruchs und legte fest, dass dort bis zu zwei Jahre lang nicht gebaut werden darf. Das Gremium wollte diese Zeit nutzen, um sich mit den Inhalten des Bebauungsplans „Bruchlandschaft“ zu befassen – mit dem Ziel, das Gelände als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen. Kritiker wie Ratsherr Albrecht Apmann, selbst Landwirt, warfen dem Gemeinderat indes eine „Verhinderungsplanung“ vor. Gemeindedirektor Bernd Bormann sah das anders: „Wir wollen keine Verhinderungsplanung für Ställe, sondern die Landschaft gestalten“, sagte er.

Da der Kreis Loerkes Bauantrag während der Veränderungssperre nicht genehmigen durfte, lagen die Pläne also auf Eis – jetzt sind sie ganz vom Tisch. Nach den Gründen gefragt, antwortete der Schwarmer gestern spontan: „Die Veränderungssperre, ein Klageverfahren wäre nicht aussichtsreich, die Motivation wird weniger.“

Loerke betonte: „Ich wollte immer einen Konsens haben und diese Reise nicht gegen Widerstände antreten.“ Die Schwarmer Politik selbst habe ihn „zum Standort im Schwarmer Bruch hingelobt“, als er vor drei Jahren um die Chance zur Entwicklung seines Betriebs gebeten habe: „Es hieß, ich soll mich so weit wie möglich von der Wohnbebauung entfernen. Und dann wurde dieser Standort boykottiert.“

Nun drehe man sich im Kreis. „Ich habe keinen Rechtsanspruch auf eine Verschiebung der Veränderungssperre“, sagte Loerke. „Und ich habe mich gegen ein jahrelanges Klageverfahren entschieden.“ Außerdem seien „andere Ideen ins Spiel gekommen“. Genaueres wollte Loerke zu seinen neuen Plänen nicht verraten.

Bei der Bürgerinitiative „Schützt das Schwarmer Bruch“ sorgte die Nachricht von Martin Loerkes Rückzieher gestern für Begeisterung: „Wir haben Grund zur Freude, weil dadurch sicher ist, dass das Bruch nicht mit Mastställen überzogen wird“, sagte Hermann Schröder, Mitglied der Initiative und Ratsherr. „Jetzt wird es sicher auch leichter, den B-Plan ,Bruchlandschaft‘ aufzustellen.“

„Das B-Plan-Verfahren wird weiter seinen Gang gehen“, sagte Gemeindedirektor Bormann gestern. „Den Fraktionen liegt der erste Entwurf für eine Stellungnahme vor, wir werden bei der nächsten Sitzung (am 24. Juni in Robberts Huus; Anm. d. Red.) im nicht-öffentlichen Teil darüber reden. Nach der Sommerpause sprechen wir dann in der Öffentlichkeit über das Thema.“

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