Martfelds Jerusalem

Kinder bauen in der Kirche eine Stadt aus 45.000 Holzbausteinen

Stolz und begeistert zeigten sich Kinder und Erwachsene angesichts ihrer Stadt aus Holzbauteilen. - Fotos: Jana Wohlers

Martfeld - Von Jana Wohlers. Mit den Worten „Betreten der Baustelle nur für Kinder!“ begrüßte in der vergangenen Woche ein ungewöhnliches Schild die Besucher der Catharinen-Kirche in Martfeld. Anlässlich der „Kinderbibeltage“ hatte die Kirchengemeinde eine besondere Aktion auf die Beine gestellt. 24 Kinder beteiligten sich an dem Projekt „Holzbauwelten“. Das Ergebnis: eine Stadt, erbaut aus rund 45 000 Holzbauteilen.

In drei Tagen bauten die Jungen und Mädchen mit Projektleiterin Constanze Fischer (Bonn) die alte Stadt Jerusalem mit ihrem bekannten Tempel nach. „Den Tempel haben wir nach dem historischen Vorbild aufgestellt. Bei allen anderen Gebäuden konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen“, erzählte Fischer, die als Referentin für die Arbeit mit Kindern beim deutschlandweit agierenden Bibellesebund tätig ist.

So gab es im Martfelder Jerusalem auch einen Pferdestall, ein Labyrinth und einen über 2,50 Meter hohen Turm, der am Ende der „Bauarbeiten“ alle Beteiligten überragte.

Mit einem Anhänger voller Holzsteine war Fischer am Donnerstag nach Martfeld gereist. Bei den „Kinderbibeltagen“ halfen neben Martfelds Pastor Heinz-Dieter Freese jede Menge baulustige Eltern, und auch die Kirchenjugend und der Kirchenvorstand beteiligten sich.

Eifrige „Bauarbeiter“: Cassandra, Emke und Anna (von links).

Als Aufhänger diente eine Rahmengeschichte um die Reporterin Rita Redeschwall, die für ihren Chefredakteur über die Stadt Jerusalem berichten soll. „Die Kinder fungierten als Co-Reporter“, berichtete Fischer. „Sie haben tatkräftig mit geforscht.“ Neben der Ostergeschichte galt es, jede Menge über Jerusalem zu erfahren – beispielsweise über Jesus und seine Verbindung zu Stadt und Tempel.

Für Pastor Freese waren die „Holzbauwelten“ ein voller Erfolg: „Wir sind sehr zufrieden. Das Projekt hat einmal mehr gezeigt, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Martfeld und Schwarme bewirken kann.“ Auch die Schwarmer Pastorin Meike Müller war während der „Kinderbibeltage“ im Einsatz, und die Teilnehmer kamen aus Martfeld und Schwarme.

Die Jungen und Mädchen zeigten sich begeistert von den schier unbegrenzten Möglichkeiten des Bauens mit Holz. „Es ist richtig cool und macht total Spaß, wenn man am Ende sieht, was man alles zusammen geschafft hat“, erzählte die siebenjährige Anna. Die Kinder waren sich einig: „Schade, dass wir so was nicht jeden Tag machen können!“

Gestern stand ein großes „Abrissfest“ im Rahmen eines Gottesdiensts auf dem Programm. Mit Helm und Hammer ging es der Stadt an den Kragen – 45.000 Holzbausteine mussten schließlich wieder weggeräumt werden.

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