Martfeld bekommt neuen Kindergarten

Neubau soll 2,2 Millionen Euro kosten

+
Mediengruppe Kreiszeitung

Samtgemeinde - Von Mareike Hahn. Große Investitionen werfen ihre Schatten voraus: 250000 Euro will die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen in diesem Jahr ausgeben, um den Kindergarten-Neubau in Martfeld im Detail zu planen. Weitere 2,2 Millionen Euro für den Bau an sich sollen in den Jahren 2017 und 2018 dazu kommen. So steht es im Investitionsprogramm des diesjährigen Haushalts, den der Sozialausschuss der Samtgemeinde am Montagabend einmütig empfahl. Das letzte Wort hat der Samtgemeinderat.

Wie berichtet, kommt auf den Kindergarten an der Schulstraße ein massives Platzproblem zu: Ab Sommer 2018 fehlen voraussichtlich 345 Quadratmeter Fläche für die Kindergarten- und Krippen-Gruppen. Dann läuft nämlich der Mietvertrag mit dem örtlichen Seniorenheim aus, wo zurzeit zwei Gruppen (darunter die Krippenkinder) untergebracht sind. In der Grundschule, die sich ebenfalls an der Schulstraße befindet, ist – entgegen erster Hoffnungen – kein Platz für die Kindergartenkinder.

Im Dezember verkündete Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, dass wahrscheinlich „ortsnah“ ein neuer Kindergarten errichtet werden soll. Mehr zum Standort verriet auch Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung im Rathaus, am Montag nicht. Nur so viel: Für den Erwerb des Grundstücks seien zusätzlich 50000 Euro eingeplant. Warum die Geheimniskrämerei? „Die Verhandlungen mit dem Eigentümer sind noch nicht abgeschlossen“, erklärte Bormann gestern auf Nachfrage.

Licht ins Dunkel dürfte bereits bei der nächsten Sitzung des Sozialausschusses kommen: Ausschussvorsitzender Michael Albers (SPD) versprach, dann über den Entwurf für den Neubau zu sprechen. Schließlich drängt die Zeit: „Wir rechnen mit einer Bauzeit von über einem Jahr“, sagte Siemers. „Um 180000 Euro Fördergelder vom Land zu erhalten, muss alles am 31. Dezember 2017 abgerechnet sein.“

Der Kiga-Neubau in Martfeld sorgte am Montag während der Sitzung im Rathaus ebenso wenig für Diskussionen wie die anderen Haushaltszahlen, für die der Ausschuss zuständig ist. Zunächst ging Ordnungsamtsleiter Volker Kammann auf einige Posten ein. Für die Kommunalwahl seien 23500 Euro eingeplant, sagte er. Als großen Erfolg bezeichnete er die Kfz-Zulassung in Bruchhausen-Vilsen, die 2015 mehr als 56000 Euro eingenommen habe.

Auch das Thema Flüchtlinge sprach Kammann kurz an. Bis März müsse die Samtgemeinde voraussichtlich mindestens 100 weitere Flüchtlinge aufnehmen. „Bisher haben wir genug Wohnungen“, sagte er. Ob das Konzept der dezentralen Unterbringung auf Dauer fortgesetzt werden könne, hänge jedoch davon ab, wie schnell wie viele Menschen herkommen. Ausschließen, dass irgendwann auch öffentliche Gebäude herhalten müssen, konnte Kammann nicht. Gleichwohl mahnte Albers, sich nicht voreilig Sorgen zu machen: „Im Moment sieht unsere Lage hervorragend aus.“

Auf Nachfrage von Heinrich Klimisch (CDU) meinte Kammann, er gehe nicht davon aus, dass die rund 50 in der Samtgemeinde lebenden Flüchtlinge, die kein Asylrecht bekommen, in kürzester Zeit abgeschoben werden.

Kita-Essen, Flüchtlinge und Haushaltszahlen

Die Zahlen zu den Kindertagesstätten nannte Cattrin Siemers. Dabei wurde deutlich, dass sich die Samtgemeinde ihre Einrichtungen einiges kosten lässt. „Wir geben dieses Jahr 2,1 Millionen Euro für die Kindergärten aus – 300000 Euro mehr als 2015“, sagte Albers.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen der Verwaltung“ wies Kammann darauf hin, dass der „Wegweiser für Seniorinnen und Senioren“ neu aufgelegt worden sei. Die dritte Auflage umfasse 1000 Exemplare.

Siemers thematisierte die künftige Mittagsverpflegung der Kindergarten- und Krippenkinder. Wie berichtet, überlegt die Samtgemeinde, die Essen ab Sommer in der Mensa am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen zubereiten und von dort an die Einrichtungen liefern zu lassen. Die erste Resonanz einer aktuell laufenden Testphase sei sehr positiv.

Ein Vortrag über „Gesundes Mittagessen in Kindergarten und Krippe“ beginnt laut Siemers am Dienstag, 2. Februar, um 16.30 Uhr im Schulforum. Anschließend soll ein Arbeitskreis Speisepläne entwickeln.

Klimisch fragte nach der Finanzierung des neuen Systems. Die Elternbeiträge für das Mittagessen (54 Euro im Monat für Kindergarten-, 45 Euro für Krippenkinder) decken die Kosten, antwortete Siemers, „und das wird auch so bleiben“.

Mehr zum Thema:

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Neue Bewegung in Aufarbeitung der Germanwings-Katastrophe

Neue Bewegung in Aufarbeitung der Germanwings-Katastrophe

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Meistgelesene Artikel

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Kommentare