Technik verbessert Produktivität

Marten Köhler setzt in der Landwirtschaft auf Roboter

Kühe auf der Weide.
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Ökologisch und effizient: Kühe geben bis zu 38 Liter Milch pro Tag. Kunden schätzen zudem die Direktvermarktung des Köhler Hofs.

Landwirt Marten Köhler schwärmt von seinen Beruf. Auf seinem Hof bemüht er sich, das Ökologische mit dem Ökonomischen zu kombinieren. Seine Kühe haben jeden Tag Weidegang, und können selbst entscheiden, ob sie im Stall oder draußen bleiben wollen. Zudem helfen Roboter in der Futtergasse.

Hohenmoor – „Ich habe erst mal einen Schlachttermin gemacht und mir dann die Leute gesucht“, sagt Marten Köhler aus Hohenmoor. Die Leute, das sind seine Kunden. Und sie kommen mittlerweile aus Hannover, Oldenburg und Bremen. „Mit den Nachbarn ging es los, dann kamen Freunde dazu. Alles ohne Werbung“, erzählt der 30-Jährige, wie er in die Vermarktung des Fleisches seiner Limousin-Rinder eingestiegen ist.

Mittlerweile zählt seine Mutterkuhherde 30 Fleischrinder. Zwei von ihnen lasse er gleichzeitig schlachten, dann sei der Transport zum Schlachter für die Tiere entspannter. Das Fleisch wird dann in Fleischpaketen zu zehn, 15 und 20 Kilogramm verkauft.

„Die Leute, die das Fleisch kaufen, wissen zu schätzen, wie die Tiere aufwachsen und gehalten werden.“ Den Weg in Richtung Direktvermarktung hat der frischgebackene Landwirtschaftsmeister ganz bewusst eingeschlagen. „Auch wenn meine Eltern am Anfang skeptisch waren“, sagt Marten Köhler. Das Ergebnis aber habe sie überzeugt. Wie auch bei einigen anderen Stellschrauben, an denen der junge Landwirt gedreht hat, seitdem er nach seiner Ausbildung zum Landwirt und einem Work-and-travel-Jahr in Neuseeland in den rund 100 Milchkühe zählenden Betrieb seiner Eltern eingestiegen ist. Er wollte zum Melken gerne Roboter einsetzen. „Dann kam ruckzuck der erste – und der zweite“, erzählt Marten Köhler. „Das ist eine ganz andere Lebensqualität“, sagt der 30-Jährige, da man damit nicht mehr an die festen Melkzeiten gebunden sei.

Eine Lebensqualität, die auch seine Eltern Ute und Johann zu schätzen wissen. Und auch die Kühe zogen mit und ließen sich auf die Roboter ein. Nun erbringen sie eine Milchleistung von durchschnittlich 38 Litern pro Tag. Die Kühe haben jeden Tag Weidegang, und können selbst entscheiden, ob sie im Stall oder draußen bleiben wollen. Auch den Weg zum Roboter finden sie ganz alleine: „Das war eine gute Investition“, bilanziert Marten Köhler, der auch an anderer Stelle auf Technik setzt: mit einem Roboter, der durch die Futtergasse fährt und den Kühen immer wieder das Futter heranschiebt. Das spart Zeit, die der Landwirtschaftsmeister in andere Projekte und vor allem in die Aufklärung der Verbraucher steckt. Denn die selbst erzeugten Produkte des Hofes – Eier, Fleisch, Wurst und Käse – sowie Marmeladen, Säfte, Fisch und Mehle befreundeter Betriebe werden unter anderem über den eigenen Selbstbedienungshofladen vermarktet.

Auf dem Trecker sitze ich nicht so gerne.

Landwirt Marten Köhler

„Da sitzen die Leute auch schon mal, trinken eine Buttermilch oder einen Kakao und schauen den Kälbern zu“, sagt Marten Köhler. Und nicht nur das: Seine Kunden wollen erfahren, woher ihre Produkte kommen. „Sie wollen wissen, wie das hier abläuft. Das macht Spaß“, sagt Marten Köhler. „Viele unterschätzen aber die Arbeit, die die Direktvermarktung macht“, sagt der 30-Jährige.

Dass er in den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern einsteigen würde, sei immer schon klar gewesen. „Ich habe so viel Lust darauf, mit Tieren zu arbeiten. Das ist meine Geschichte.“ Etwas Anderes hingegen nicht: „Auf dem Trecker sitze ich nicht so gerne.“ Das macht dann eher sein Vater Johann. Gemeinsam bewirtschaften sie eine Fläche von insgesamt 120 Hektar Grünland und Äckern mit Mais, Weizen und Gerste. Ausreichend Futter für die Kühe zu haben, sei das A und O. „Die Grasschnitte dieses Jahr waren schon gut. Wir konnten fast alle vier Wochen mähen“, freut er sich.

Das Gros der Milch liefert der Hof Köhler an die Molkerei Grafschaft Hoya in Asendorf. Einen kleinen Teil, etwa 1 000 Liter pro Monat, vermarktet Marten Köhler selbst – als Käse. Dazu kommt die Molkereifachfrau Stephanie Heidrich mit ihrer rollenden Käserei auf den Hof, käst die Milch der Köhlerschen Kühe und bringt dann bei ihrem nächsten Besuch etwa 100 Kilo fertige Käse-Laibe mit. „Beim ersten Mal macht man angesichts der Menge schon dicke Backen“, sagt Marten Köhler.

Unterschiedliche Käsesorten hat er im Angebot, die er im eigenen Hofladen, aber auch in Läden anderer Landwirte verkauft. Die Laibe schneidet er gemeinsam mit seiner Oma und seiner Freundin Paula auf, verpackt und etikettiert die Stücke. „Ich habe Spaß an dem Kontakt mit den Leuten“, betont der Landwirtschaftsmeister, der im Sommer seine Meisterausbildung mit einer Arbeit zu Optimierungswegen in der Milchviehhaltung abschloss. Das ist auch sein Ziel: „Ich will nicht immer größer werden oder immer mehr machen.“

Landwirtschaft

Mit der Serie „Landwirtschaft heute“ begleiten wir die Branche durchs Jahr, die unsere Region seit Generationen prägt. Betriebe aus der Samtgemeinde geben ebenso Einblick in die Arbeiten, die die Jahreszeiten mit sich bringen, wie in die Probleme, vor denen der Landwirt steht. Die Autorin ist freie Mitarbeiterin der Presseabteilung beim Landvolk Mittelweser.

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