Mareike Schweers verbringt Jahr in Südamerika / „Leute sind viel freundlicher“

Brasilianer empfangen Deutsche mit offenen Armen

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Mareike Schweers (hinten, rechts) mit einer ihrer insgesamt drei Gastfamilien in Brasilien.

Süstedt - Von Max Brinkmann. „Ich habe jetzt Freunde auf der ganzen Welt“, erzählt Mareike Schweers (17) begeistert. Die Süstedterin hat elf spannende Monate in Brasilien verbracht und dort viele Leute aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Im Sommer 2014 trat die Schülerin des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen ihre Reise nach Südamerika an, kürzlich landete ihr Flieger wieder in Deutschland.

Mareike wählte als Organisation für ihr Austauschjahr den Rotary Club aus. Bereits im Jahr vor ihrem Abflug nach Brasilien bereitete der Club sie auf die neue Kultur vor. Im Süden Brasiliens angekommen, hießen heimische Rotarier Mareike und einige weitere Austauschschüler willkommen. Im Laufe des knappen Jahrs lebte die Süstedterin bei drei verschiedenen Familien in der südlich gelegenen 265000-Einwohner-Stadt Cascavel.

„Die Menschen in Brasilien sind ganz anders“, berichtet Mareike. „Viel zuvorkommender und freundlicher als die Deutschen.“ Deswegen musste sie sich, zurück in der Heimat, auch erst wieder eingewöhnen: Mareike wollte viele Menschen zur Begrüßung umarmen, weil das in Brasilien völlig normal ist – und stellte schnell fest, dass einige Deutsche auf diese Geste zurückhaltend reagieren.

Als die Schülerin losflog, konnte sie kein Wort Portugiesisch, heute spricht sie die Sprache fließend. In der Schule stellte sie fest, dass der Unterricht in Brasilien ganz anders gestaltet wird: „Die Klassen sind viel größer, der Lehrer steht vorne, erzählt etwas und die Schüler sind die ganze Zeit nur am Mitschreiben.“

Während ihres Austauschjahrs hat die Süstedterin einige Reisen unternommen. Zum Beispiel eine zehn Tage lange Fahrt zum Amazonas und einen gut drei Wochen langen Küstentrip durchs Land, bei dem Mareike mit anderen Austauschschülern von Rotary unterwegs war. Auch Paraguay bereiste sie. Etwas Besonderes war für die Schülerin auch ein Besuch der Wasserfälle in der Stadt Foz do Iguaçu im Süden Brasiliens. „Die sind unglaublich schön“, erzählt sie.

Ein witziges Erlebnis war es für sie, in der Ferne Weihnachten zu feiern. Während in Deutschland fast jede Familie einen prächtigen Tannenbaum im Wohnzimmer stehen hat, stellte Mareikes Gastmutter nur einen kleinen Plastikbaum auf einen Tisch. Als die 17-Jährige fragte, wo denn der richtige Baum sei, zeigte die Gastmutter bloß auf den spärlich geschmückten künstlichen Baum.

In den elf Monaten hat Mareike so viel erlebt, dass sie kaum Zeit für Heimweh hatte. Nur rund um den Jahreswechsel dachte sie viel an die Heimat: „Es wäre schön gewesen, zwischendurch auch mal meine Familie und meine deutschen Freunde zu sehen“, sagt sie. Nach der Wiederankunft fiel sie allerdings erst mal in ein Loch: „Man denkt die ganze Zeit an Brasilien und wünscht sich zurück“, erklärt Mareike. Mittlerweile hat sich das aber gebessert, sie hat sich wieder gut in Deutschland eingewöhnt.

Mareike kann ein Jahr im Ausland nur empfehlen. Sie plant für die Zukunft weitere Reisen und könnte sich sogar vorstellen, später mal in einem anderen Land zu leben. Besonders beim Rotary-Welttreffen in São Paulo lernte die 17-Jährige Menschen aus aller Welt kennen. Nun habe sie beispielsweise Freunde in Dänemark, Frankreich und Mexiko, zu denen sie immer noch fast täglich Kontakt pflege und die sie irgendwann besuchen wolle.

Wer sich für ein Austauschjahr mit dem Rotary Club interessiert, findet online einige Informationen:

www.rotary-jugenddienst.de

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