Malerin Dorothee Menzel aus Süstedt gestaltet Schützenscheiben

„Rundmalerin“ kann auch eckig malen

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Dorothee Menzel wirft einen Blick ins Buch „Die schöne Lau“.

Süstedt - Von Andree Wächter. Bekannt geworden ist Dorothee Menzel unter der Bezeichnung „Rundmalerin“. Die Süstedterin bemalt Eier und alles, was rund ist. In ihrem Atelier entstehen außerdem Königsscheiben, Bilder, und sie illustriert Bücher.

Beim Betreten ihres Ateliers am Rande der Gemeinde Süstedt geht der Besucher durch ein Spalier aus Bilder. An den Wänden hängen Landschafts-, Tier- oder moderne Landwirtschaftsbilder. Der angrenzende Ausstellungsraum ist gefüllt mit Schützenscheiben und Bildern. Die fertig bemalten Eier hängen an einer langen Wäscheleine quer durchs Atelier.

Auf Eier oder Glaskugeln malt die 64-Jährige mit filigraner Pinselführung Tiere, Märchenmotive oder Landschaften. Die Herausforderung besteht in der ovalen Form. Eier laufen spitz zu. Bei länglichen Motiven wie Bäumen muss die Künstlerin darauf achten, dass die Baumkrone von allen Seiten optisch gut aussieht. „Bei der Baumwurzel kann man sich mit Gras behelfen“, verrät die Malerin einen ihrer Tricks. Toll sind laut Menzel Tierherden. Wenn Pferde laufen, dann sieht es von allen Seiten gleich aus, und man hat ein Endlosbild.

Bemalte Eier, egal ob Gans- oder Straußenei, sind zu Ostern beliebt. „Ich dachte dieses Jahr sind die bemalten Ostereier nicht mehr so gefragt. Doch ich musste einige Nachtschichten einlegen, um allen Kundenwünschen gerecht zu werden“, sagt die Künstlerin mit einem Lächeln im Gesicht.

Seit 25 Jahre bemalt sie alles was rund ist. Von den verschiedenen Eisorten über Milchkannen bis hin zu Glaskugeln. Aktuell ist die kugelförmige Malfläche einer flachen Fläche gewichen. Schützenscheiben stehen im Atelier in Süstedt. „Jeder Verein bekommt eine Tierserie“, sagt die Malerin. Gemeint ist damit, dass die verschiedenen Schützenkönige alle die gleichen Tiere auf ihre Scheibe bekommen. „Die Ausführung ist immer eine andere. Beim Waschbären ist mal nur ein Tier drauf, bei der nächsten Scheibe kann es eine Familie sein.“ Detailgetreu sollen die gemalten Tiere aussehen. Als Vorlage dienen gesammelte Tierbilder. Inzwischen hat sie davon eine dicke Mappe voll.

Vom runden Untergrund wechselt die Süstedterin immer häufiger in den eckigen. Auf Leinwand malt sie moderne Landschaften. In ihrer Wohnung hängen Gemälde mit Rundballen, Trecker beim Güllefahren oder den Bau eines Windrads.

Die Bilder entstehen in sogenannten Malphasen. „Dann kann ich nicht aufhören“, verrät Menzel. Oft entstehen aus einem Bild einige weitere Ideen. Für die Sommermonate plant Menzel eine Serie: „Ich will üben, wie man Himmel und Wolken schön malt. Bei der Abendsonne entstehen Bilder mit Licht und Schatten.“ Für die entsprechende Vorlage muss sie nur aus der Eingangstür treten. Im Vorgarten hat sie einen Blick über das idyllisch gelegene Süstedter Bruch.

Begonnen hat Dorothee Menzel 1981 mit dem Malen. Zuerst nur für sich. „Meine Bilder sollen schön sein. Sie sind ein Gegengewicht zum Stress“, sagt die gelernte Pädagogin über ihre Ziele.

Anfang der 90er-Jahre verkaufte sie die ersten Kunstwerke. Parallel begann Menzel, Eier zu bemalen.

Vergangenes Jahr hat Dorothee Menzel, wieder ein Buch illustriert. 2003 hatte sie bereits ausgewählte Märchen der Gebrüder Grimm neu in Szene gesetzt. Seit September 2014 ist „Die schöne Lau“ im Buchhandel erhältlich. Sie enthält rund 30 Bilder der gebürtigen Bremerin. Das Buch ist zweisprachig, deutsch und englisch.

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