Mähdrescher statt Sandkasten

„Landwirtschaft für kleine Hände“: Kindergartenkinder besuchen Milchviehbetrieb

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Landwirt Ernst Wohlers erklärte den Kindern, was seine Kühe zu fressen bekommen. 

Asendorf - Von Karin Neukirchen-Stratmann. „Ihhh, die sabbern ja!“ Für viele Kinder des Kindergartens Haendorf war der Besuch beim Milchviehbetrieb von Ernst und Tanja Wohlers in Asendorf-Kuhlenkamp die erste nähere Begegnung mit Kühen. Entsprechend viel Respekt hatten die 29 kleinen Besucher, als sie auf dem Hof ankamen und gleich von dessen 70 Milchkühen begrüßt wurden.

„In diesem Jahr nehmen wir vom Landfrauenverein Hoya wieder an der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion ,Landwirtschaft für kleine Hände‘ vom niedersächsischen Landfrauenverband und vom Landfrauenverband Weser-Ems teil“, erzählte Mitglied Kerstin Gissel. Kindergartenkinder bekommen in dem Projekt die Möglichkeit, das Leben und Arbeiten in landwirtschaftlichen Betrieben kennenzulernen – und zwar mit allen fünf Sinnen.

Dass viele Kids in der heutigen Zeit kaum eine Vorstellung davon haben, wie es auf einem modernen Bauernhof aussieht und wie dort Lebensmittel produziert werden, weiß Tanja Wohlers aus Erfahrung. „Immerhin wissen die Kinder aber, dass die Milch nicht aus der Tüte kommt.“ Sie freut sich, zusammen mit ihrem Mann Gästen die Landwirtschaft zu zeigen.

Für Familie Wohlers ist es nicht neu, Kinder auf ihrem Hof herumzuführen. „Wir hatten auch schon Grundschulklassen da“, erzählt Tanja Wohlers. „Es ist uns wichtig, uns in Zeiten, wo die Landwirtschaft gesellschaftlich immer mehr infrage gestellt wird, offensiv zu positionieren. Wir vertreten, wie wir arbeiten. Wir haben keine Geheimnisse.“

Für die Kinder war der Vormittag in Kuhlenkamp Abenteuer pur. Los ging es mit einer Fahrt auf dem Mähdrescher. „Boah, ist der riesig“, lautete ein Kommentar. Geradezu ehrfürchtig blickten viele Kinder nach oben in Richtung Fahrerkabine. Lukas hatte überhaupt keine Angst, auf das Gefährt zu steigen. „Das war toll. Man sieht so viel von da oben“, sagte er nach der kurzen Fahrt begeistert.

Weiter ging es zum Kuhstall. Dort standen schon viele Schubkarren und Schaufeln in kindgerechten Größen bereit. „Ihr könnt mir helfen, das Futter zu verteilen“, erklärte Ernst Wohlers. Es gab Gras- und Maissilage. Der Landwirt kniete sich hin und fragte die Kinder, was was ist. „Das ist Heu“, meinte Emilia zur Grassilage. „Nicht ganz“, entgegnete Wohlers. „Fass mal an. Heu ist trocken. Das hier aber ist feucht. Es ist Grassilage.“

„Das hab ich schon mal im Fernsehen gesehen“

Gespannt warteten die Mädchen und Jungen darauf, beim Melken zuzuschauen. „Das hab ich schon mal im Fernsehen gesehen“, sagte Lukas, war aber trotzdem neugierig. Tanja Wohlers nahm die Kinder mit in den kleinen Melkstand. „Die Kuh bekommt im Trog etwas Leckeres, während sie gemolken wird“, erklärte die Landwirtin. Im Betrieb Wohlers melkt ein Roboter. Automatisch bürstete er das Euter, was Emilia faszinierte. Dann setzte der Roboterarm das Melkgeschirr an. Auf einem Computer kann der Landwirt genau ablesen, welche Kuh gerade gemolken wird und wie viel Milch sie gibt.

„Warum fliegen im Stall so viele Vögel?“, wollte Lukas wissen. „Weil hier im Sommer immer so viele Fliegen sind, die sind Futter für die Vögel“, erklärte Tanja Wohlers.

Nach einer Frühstückspause in der Maschinenhalle durften die Kinder an einem Kuhmodell versuchen zu melken oder mit Bobby-Cars durch einen Hindernisparcours auf dem Hof fahren.

Neben dem Hof Wohlers besichtigten die Kids auch den Betrieb von Christoph Stegemann-Auhage in Asendorf-Renzelfelde, wo sie viel über die Putenmast und über Bienen lernten.

Organisatorin Kerstin Gissel dankte dem Taxi-Unternehmen Frank Dohemann für den kostengünstigen Transport der Kids nach Kuhlenkamp.

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