1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bruchhausen-Vilsen

„Macht’s gut!“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Vivian Krause

Kommentare

Für Rührung sorgten Til Schweers und Annika Blume mit ihrem Auftritt während der Abschlussfeier im Forum. Foto: Vivian Krause
Für Rührung sorgten Til Schweers und Annika Blume mit ihrem Auftritt während der Abschlussfeier im Forum. Foto: Vivian Krause

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Poetry-Slam und Trommeln verabschiedete die Oberschule Bruchhausen-Vilsen gestern 91 Schüler. Die Schulzeit habe die Freizeit geraubt. Dennoch seien nun die Weichen gestellt, „geht raus in die Welt“ – dies waren nur einige Worte des „Worterguss Schulabschluss“, den die Zehntklässlerin Antje Stegmann vortrug. Ihr Poetry-Slam, also selbstgedichtete Worte in einem bestimmten Sprechrhythmus, war einer von zahlreichen Auftritten während der Feier im Forum: Zwischen den Wortbeiträgen zeigte die AG „Orientalischer Tanz“ ihr Können. Ebenso sang der Jahrgang fünf ein Lied und die Achtklässler hatten einen Trommel-Auftritt vorbereitet.

Reinhard Thöle, der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister, hatte vor der Abschlussfeier im Azubi-Finder der Oberschule geblättert. In dem Heft beschreiben Schüler ihre beruflichen Wünsche – darunter A wie Altenpfleger, H wie Hubschraubermechaniker, L wie Lehrer und Z wie Zimmermann, zählte Thöle auf. Nicht nur die Zukunft thematisierte er, sondern auch die Gegenwart. So sprach er über die Noten der Schulabgänger. Diese würden kaum Aufschluss darüber geben, was die Schüler als Menschen ausmache. „Eigenschaften und Charakterzüge lassen sich nicht in Noten ausdrücken“, unterstrich Thöle. Abschließend bediente er sich der Metapher des Fußballs. „Das Trainingslager Schule ist beendet“, sagte er. Nun seien die Schüler am Ball. Sie sollten immer auch mal rechts und links gucken, fair spielen und auch, wenn sie nicht gleich ein Tor schießen, nicht verzagen. „Die nächste Chance kommt bestimmt.“ Im Namen der Samtgemeinde übergab Thöle dann erstmals einen Briefumschlag an die Schüler, „für ein oder zwei Runden“, sagte er lächelnd.

Für die Oberschüler ans Mikrofon traten die Schülervertreter Pit Merker und Leon Mohring. Sie erinnerten an gemeinsame Erlebnisse, die „uns ewig im Gedächtnis sein werden“, wie Klassenfahrten. Ein passendes Schlusswort zu finden, sei ihnen schwergefallen. Sie wählten die Worte: „Macht’s gut!“

Wiebke Heidorn hat den besten Durchschnitt.
Wiebke Heidorn hat den besten Durchschnitt.

Der Elternvertreter Michael Dunekacke sagte an die Schüler gerichtet, ihr weiteres Leben liege wie ein Buch vor ihnen. Es müsse nur aufgeschlagen werden, um neue Geschichten zu schreiben.

Schulleiterin Natascha Rogge sprach zunächst über die 91 entlassenen Schüler: Sechs von ihnen erhielten ein Abgangszeugnis, sieben einen Hauptschulabschluss, 15 den Sekundarabschluss I (Hauptschule), 29 den Sekundarabschluss I (Realschule) sowie 34 den erweiterten Sekundarabschluss I (Realschule). Dies sei „ein ganz tolles Ergebnis“. Die Schulleiterin fügte hinzu: „Ich bin stolz auf euch.“ Sie sagte, dass die Absolventen nun, im übertragenen Sinne, ins kalte Wasser springen müssten – ins Berufsleben oder in eine neue Schule. „Einige springen in einen Teich, für andere ist es ein Meer“, führte Rogge aus. Wichtig sei, immer wieder aufzutauchen, die Orientierung nicht zu verlieren und weiterzuschwimmen. Doch auch Pausen auf Inseln, um Kraft zu sammeln, seien wichtig. Ebenso, „sich mal treiben zu lassen“.

Treiben ließen sich nach der Zeugnisvergabe auch die Gäste der Abschlussfeier, nämlich ins Foyer des Forums. Dort hatten die Schüler der Berufsorientierung am Donnerstag (Bodo) einen Sektempfang vorbereitet.

Auch interessant

Kommentare