Interview mit Aytac Dinc, der die Jugendbox in Schwarme leitet

„Es macht Spaß, wenn alle zufrieden sind“

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Sozialarbeiter Aytac Dinc freut sich über junge Besucher in der Jugendbox.

Schwarme - Das Jugendhaus in Schwarme, auch Jugendbox genannt, hat einiges zu bieten. Der 36-jährige Jugendleiter Aytac Dinc verrät im Interview, warum er Sozialarbeiter geworden ist und was die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung erwartet.

Sie sind seit 2014 Jugendleiter in der Gemeinde Schwarme. Was sind Ihre Aufgaben?

Meine Aufgabe ist es, im Jugendhaus Freizeitmöglichkeiten anzubieten. Bei Bedarf, zum Beispiel bei familiären Problemen oder Mobbing, biete ich für Jugendliche auch Beratungen an oder leite sie an Beratungsstellen weiter. Diese Aufgabe bearbeite ich aber mehr in meiner Funktion als Schulsozialarbeiter an der Oberschule und am Gymnasium in Bruchhausen-Vilsen. Da kann ich intensiver auf die Probleme der Jugendlichen eingehen. Ich bin 15 Stunden die Woche im Jugendhaus Schwarme und 20 im Schulzentrum tätig.

Warum sind Sie Sozialarbeiter geworden?

Meine Eltern haben viel Wert darauf gelegt, dass meine Geschwister und ich vernünftig miteinander und mit anderen Menschen umgehen. Darauf achte ich bis heute. Außerdem liegt mir die Arbeit. Ich kann gut Kontakte knüpfen und auf andere Menschen eingehen.

Wie sind Sie Sozialarbeiter geworden?

Ich war zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Dort habe ich als Ausbilder gearbeitet. Im Endeffekt war das auch ein sozialer Umgang miteinander – nur im Sinne der Hierarchie. Während des Fachabiturs bei der Bundeswehr habe ich dann gemerkt, dass die soziale Arbeit mir liegt. Daher habe ich soziale Arbeit an der Bremer Hochschule studiert und bin jetzt staatlich anerkannter Sozialarbeiter.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit Spaß und was weniger?

Es macht Spaß, wenn alle zufrieden sind. Es ist auch spaßig, wenn die Jugendlichen fragen, ob ich mit ihnen dies oder jenes machen könne. Wenn aber alle Verschiedenes haben wollen, ist es manchmal schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Es macht dann weniger Spaß, zu sagen, jetzt machen wir erst das und dann das.

Was bietet die Jugendbox an?

Wir haben einen Kicker- und einen Billardtisch sowie eine Dartscheibe. Montags und dienstags haben wir den offenen Treff. Das heißt, die Kids können die Sachen, die wir hier haben, nutzen. Wenn die Kids Ideen haben, was sie machen wollen, versuchen wir, die umzusetzen. Mittwochs haben wir unsere Kochaktion, dass heißt, wir kochen oder backen etwas, was wir am Tag zuvor besprochen haben. So habe ich Zeit, die Sachen für die Gerichte einzukaufen. Und donnerstags ist der Mädchentreff. Freitags und samstags ist der Jugendtreff zu – außer wir planen was Spezielles.

Ist für die nächste Zeit was Spezielles geplant?

Was Spezielles haben wir in nächster Zeit nicht geplant. Wir lassen erst einmal den normalen Betrieb laufen.

Wie viele Kinder kommen im Schnitt in die Jugendbox?

Das ist unterschiedlich. In den Mädchentreff kommen immer so 16 bis 18 Mädchen. Ansonsten sind zu den Öffnungszeiten im Schnitt acht Jugendliche hier.

Wie alt sind die Kinder, die kommen?

Die jüngsten Kinder sind sechs Jahre alt. Im Durchschnitt sind die Besucher aber 13 bis 14 Jahre alt.

Ist die Jugendbox in den Ferien geschlossen?

Wir beteiligen uns an der Ferienkiste der Samtgemeinde. Für dieses Jahr habe ich die Idee, mit dem Fahrrad irgendwo hinzufahren. Am Zielort, der noch nicht feststeht, machen wir ein Picknick und spielen Spiele. Die Aktion soll am 9. Juli stattfinden. Ansonsten ist die Jugendbox in den Ferien geschlossen.

Kommen nur Kinder aus Schwarme in die Jugendbox?

Manchmal bringen die Jugendlichen auch Gäste mit. Wir hatten zum Beispiel schon Personen aus Achim und Martfeld hier, die zu Besuch in Schwarme waren. Es ist gut, wenn mal jemand von woanders kommt und neue Ideen mitbringt.

Wie viel Geld haben Sie für die Jugendbox zur Verfügung?

Für die Jugendbox haben wir 3 500 Euro im Jahr zur Verfügung. Zusätzlich haben wir 2 500 Euro für Honorarkräfte zur Verfügung. Als Honorarkräfte beschäftigen wir zum Beispiel Schüler, die die Juleica haben, und Studenten, die ihr Taschengeld aufbessern wollen. Außerdem haben wir noch vier Ehrenamtliche, die ich einsetzen kann.

Was hat Schwarme Jugendlichen zu bieten? Warum sollten Sie hier im Ort bleiben?

Interessante Frage. Zum Bleiben kann man niemanden zwingen – das ist ja sowieso klar. Ich finde es hier sehr schön. Für Jugendliche ist es natürlich schwierig, woanders hinzukommen. Die Verkehrsanbindungen sind leider nicht sehr gut. Da braucht man die Eltern oder ältere Freunde, die bereits einen Führerschein haben. Schwarme hat viele Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche zu bieten. Sie können in den TSV gehen, in die Feuerwehr oder zu den Pfadfindern. Im Sommer können sie das Freibad nutzen.

asc

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