Gerd Spiekermann schnackt in Scholen

Lustige Alltagsgeschichten erheitern das Publikum

Das Publikum war von Gerd Spiekermann sichtlich begeistert. - Fotos: Dieter Niederheide

Scholen - Von Dieter Niederheide. Seine aus dem Leben gegriffenen Geschichten stimmte Gerd Spiekermann jetzt auf das größtenteils ältere Publikum im Saal des Gasthauses Ehlers in Scholen ab. Bei den mehr als 100 Frauen und Männern kam er damit bestens an. Er ist nicht der Vortragende, der mit Schenkelklopfern um die Gunst der Zuhörer buhlt. Er ist der, der mit Geschichten, die jeder irgendwann selber mal erlebt haben kann, für Stimmung sorgt. Mit der ihm eigenen Art des Erzählens bringt er Zwerchfelle in Schwung.

Dem Publikum im Saal des Gasthauses Ehlers muss Gerd Spiekermann nicht vorgestellt werden. Er ist bekannt aus Radiosendungen und durch Fernsehauftritte. Manche kennen auch seine Bücher. Er ist der Mann der niederdeutschen Sprache, und wenn er auf Plattdeutsch sich selber auf die Schippe nimmt, ist er „einer aus unserer Mitte“.

Gerd Spiekermann

Genau so ist es, als Gerd Spiekermann, inzwischen so etwas wie ein Unruheständler, von alten Zeiten erzählt, ohne dabei die oft zitierten „guten alten Zeiten“ schön zu reden. Sein „Geh mi af“ (Lass mich in Ruhe) ist gar nicht so gemeint. Er mag sein Publikum und ist ihm von der Bühne aus nahe. Ein fertiges Manuskript scheint ihm fremd, er erzählt locker aus dem Bauch heraus. Spiekermann kommt an, wenn er erzählt, dass in der Gastwirtschaft seiner Eltern in Övelgönne, wo er herkommt, immer dann besonders gute Frikadellen zubereitet wurden, wenn die Leute vom Eichamt kamen. Die schauten, so Spiekermann, unangemeldet vorbei, und schnell stand de Buddel ob’n Tisch.

Der Autor erinnert an die Jahre, als Caro-Kaffee und die Zigarettenmarke Juno noch beworben wurden. Ja, und an die ersten Fernseher in der Gaststube. „Wi hefft den Fernsehapparat als een halve Stünn vörher anstellt – dat de op Touren keem“, lässt Spiekermann wissen.

Gastwirt Hermann Heimbucher freut sich, als Gerd Spiekermann berichtet, dass das Leben von Wirtsleuten nicht immer leicht sei. Das sei schon früher so gewesen und werde heute immer schwerer.

Da fällt den Zuhörern doch glatt di eigene Schooltied ein, als Spiekermann von seiner erzählt. Es wird herzlich gelacht, als er von den „Leibchen mit den Strapsen för de Strümp“ vertellt. Wer hat die damals nicht getragen? Was seine Essgewohnheiten anbetrifft, verrät er, dass er sich manche Mahlzeiten ohne Senf überhaupt nicht vorstellen kann.

„Da dieser Nachmittag mit Spiekermann so schön war, wird er im nächsten Jahr noch einmal ins Gasthaus Ehlers nach Scholen kommen. Darauf können sich schon jetzt alle Besucher und Fans freuen“, verspricht Gastwirt Heimbucher in einer Pressemitteilung.

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