Rat sieht keinen Handlungsbedarf

Loger Denkmal verfällt weiter vor sich hin

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Die Zukunft des Kriegerdenkmals in Loge ist ungewiss.

Loge - Von Mareike Hahn. Alles bleibt, wie es ist: Das Kriegerdenkmal in Loge wird nicht saniert, aber auch (erst mal) nicht abgerissen. Diese Entscheidung hat der Martfelder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Schützenhaus Loge getroffen.

Das Denkmal, das Auf dem neuen Lande steht, befindet sich in einem schlechten Zustand. Der Sockel ist seit Jahren beschädigt. Die Steine haben Risse, Platten sind lose. Die mit den Namen von Kriegsopfern beschriftete Tafel dagegen ist gut erhalten.

Was soll aus dem Denkmal werden? Diese Frage stand im Rat auf der Tagesordnung. In der Diskussion schien die Antwort klar: Die Tafel wird versetzt und der Rest des offenbar im Dorf kaum noch beachteten Kriegerdenkmals abgerissen. Diese Lösung zumindest befürworteten die Politiker, die sich zu Wort meldeten. Doch bei der Abstimmung machten die meisten von ihnen dann einen Rückzieher.

Ein Grund dafür dürfte der flammende Appell sein, den Bürger Hartmut Bösche in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung hielt. „Es ist wichtig, dieses Denkmal als letztes Zeichen der ehemals eigenständigen Gemeinde Loge zu erhalten“, sagte er. „Denkmäler sind in Martfeld sehr knapp und sollten nicht verkommen oder beseitigt werden.“ Es gehe nicht um Heldenverehrung. Aber die Gemeinde Martfeld habe Loge einst schuldenfrei übernommen und nun die Pflicht, sich um das Denkmal zu kümmern.

Ehrung bewahren

Dass das Thema nicht neu ist, machte Bürgermeisterin Marlies Plate (Grüne) deutlich. Bereits vor drei Jahren hatte der Rat ein Angebot für eine Restaurierung eingeholt. Damals beliefen sich die Kosten auf gut 4.000 Euro. „Heute wird es sicher nicht günstiger sein“, sagte Plate. Eine Alternative wäre, das eigentliche Denkmal abzureißen und die Tafel nach Tuschendorf oder Martfeld zu versetzen. „Wir wollen die Ehrung bewahren“, betonte die Bürgermeisterin.

Ihr Fraktionskollege Klaus-Dieter Kasper hat aus Loge gehört, dass das Denkmal „so gut wie nicht mehr wahrgenommen wird. Viele interessieren sich gar nicht dafür.“ Er sei dafür, die Tafel an einen anderen Ort zu bringen, statt mehr als 4.000 Euro in das Denkmal zu stecken.

Das sah Torsten Tobeck (Unabhängige Liste, ULM) genauso. Die Tafel sei mit wenigen Mitteln nach Tuschendorf umsetzbar, dorthin, „wo das Denkmal noch gepflegt wird“. Burckhard Radtke (SPD) sagte: „Im jetzigen Zustand kann man das Loger Denkmal nicht erhalten. Eine Umsetzung der Tafel ist die beste Lösung.“ 

Sozialdemokrat Michael Albers konstatierte: „Dass die Tafel erhalten wird, ist immens wichtig – an einer Stelle, wo sie auch Aufmerksamkeit bekommt“. „Es ist die Frage, inwieweit sich die Loger einbringen“, war auch Pitt Brandstädter (Grüne) unsicher, ob die Einwohner überhaupt Interesse an dem Gedenkstein haben.

Kontroverse Diskussion

Plate bat daraufhin alle, die Hand zu heben, die dafür sind, „das Denkmal nicht zu sanieren, da wir zurzeit keinen Handlungsbedarf sehen“. Sämtliche Ratsmitglieder kamen dieser Aufforderung nach. Doch dann nahm die Diskussion erneut Fahrt auf. „So haben wir das Thema in drei Jahren wieder“, sagte Tobeck. 

„Ich sehe schon Handlungsbedarf“, erklärte Radtke und schlug vor, gleich zu beschließen, die Sanierung abzulehnen und die Platte zu versetzen. Für Brandstädter wäre das allerdings „mit heißer Nadel gestrickt“. Er wolle das Thema noch mal diskutieren. Radtke erklärte daraufhin seine Zustimmung bei der Abstimmung für nichtig und zu einer Gegenstimme.

„Wenn wir nächsten Monat sehen, das Denkmal bröckelt, müssen wir wieder drüber sprechen“, sagte Plate abschließend. Und Jürgen Lemke (ULM) bat den Schützenverein, mit den Dorfbewohnern zu besprechen, wer sich bei der Pflege des Denkmals einbringen würde.

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