Lösung, um der Tristesse aus dem Weg zu gehen

Fahrradkiosk der Schaustellerfamilie Stummer am ersten Wochenende gut angelaufen

Der Fahrradkiosk auf dem Brokser Markplatz bietet Getränke und Snacks zum Bestellen und Mitnehmen an. Foto: Oliver Siedenberg

Br.-Vilsen - Von Jannick Ripking. Für Henry Stummer jun. jun. ist das Schaustellerleben mehr als ein Beruf – es ist eine Lebenseinstellung. „Wir bringen den Menschen Freude und Lachen“, sagt er. Umso mehr betrübt es ihn, dass seine gesamte Familie ihrer Berufung durch die Corona-Krise noch immer nicht richtig nachgehen könne.

Die Familie Stummer hat aber eine Lösung gefunden, um der Tristesse ein Stück weit aus dem Weg zu gehen: Ein Fahrradkiosk mit Getränken und Snacks zum Bestellen und Mitnehmen startete am vergangenen Wochenende auf dem Brokser Marktplatz.

Stummer zieht trotz anfänglicher Skepsis eine erste positive Bilanz: „Der Kiosk ist gut angelaufen.“ Der Schausteller dachte, dass sich der Fahrradkiosk erst rumsprechen müsse, bevor die ersten Kunden kommen, aber hungrige Bürger ließen nicht lange auf sich warten. „Die Menschen können zu uns kommen, sie haben endlich wieder ein Ziel“, begründet er das gute Startwochenende, das bereits einige Kuriositäten zu bieten hatte. „Das Verrückteste war ein Mann, der mit seinen zwei Jungs auf einem Trecker ankam und Eis bei uns gekauft hat“, erinnert sich Henry Stummer.

Ohnehin sei er überrascht gewesen, dass sehr viele Kunden mit dem Auto gekommen seien, um etwas zu kaufen. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt er. Doch auch die Abholung mit Auto beim Fahrradkiosk sei reibungslos abgelaufen: „Der Marktplatz ist groß, das funktioniert.“

Besonders gut sei das Eis am Nachmittag gelaufen. Zum Abend habe aber der Käse, der auch beim Fahrradkiosk angeboten wird, das Eis immer mehr verdrängt. „Käse ist etwas Besonderes“, sagt Stummer. „Wir machen unsere Saucen für den Käse komplett selbst.“ Neben den beiden meistgekauften Produkten finden beim Kiosk auf dem Marktplatz auch Softdrinks, Crêpes, Schokoladenfrüchte und Bonbons ihre Abnehmer.

In einer Ruhezone können sich die Käufer mit genügend Abstand zueinander hinsetzen und gemütlich essen. Foto: Henry Stummer

Am Donnerstag startete der Fahrradkiosk in seine zweite Runde. Immer donnerstags bis sonntags wollen die Stummers ihren Fahrradkiosk öffnen, von 14 bis mindestens 19.30 Uhr – sonntags ab 13 Uhr. „Wenn es gut läuft, bleiben wir länger geöffnet“, erklärt Stummer.

Neu ist eine Ruhezone mit Tischen und Bänken. „Man kann sich dort hinsetzen und ganz in Ruhe essen“, sagt Henry Stummer zufrieden. Der Abstand zwischen den Plätzen sei ausreichend groß, um die coronabedingten Auflagen einzuhalten.

Dort, wo jetzt der Fahrradkiosk steht, sollte Ende August der Brokser Heiratsmarkt stattfinden. Henry Stummer ist über die Absage enttäuscht: „Ich finde es nicht gut, dass alle Veranstaltungen so weit im Voraus abgesagt wurden.“ Besonders Märkte seien nicht wie Konzerte auf Künstlerzusagen angewiesen. „Wir hätten das alles sehr flexibel planen und umsetzen können“, meint er. Nun bleibt ihm vorerst also nur der Fahrradkiosk, um den Menschen „Freude und Lachen“ zu bringen.

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