Neues von der Baustelle

Linksabbieger haben es auf der sanierten Landesstraße 202 in Bruchhausen-Vilsen bald einfacher

Bordstein an Fahrradüberweg
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Richtig gebaut, falsch gedacht: Die Kanten bieten Sehbehinderten eine Orientierung, sind auf dem stark befahrenen Radweg aber eine gefährliche Stolperstelle. Sie kommen wieder weg.

Br.-Vilsen – Dass der Tag kommen würde, stand von Anfang an fest. Welche Konsequenzen daraus erwachsen, mochte man sich bisher jedoch nicht wirklich ausmalen. Aber nun ist es so weit: Der Kreisel in Bruchhausen-Vilsen ist für Wochen gesperrt. Innerorts kann man sich an der Großbaustelle im Zuge der Landesstraße 202 nicht mehr vorbei mogeln. Es wird noch einmal richtig unbequem für alle, die von Vilsen nach Broksen oder umgekehrt pendeln müssen oder deren Überlandfahrt durch den Luftkurort führt. Aber Besserung ist in Sicht.

„Ich gehe davon aus, dass die Ampel am Rathaus am Freitag wieder funktioniert“, sagt Andine Sieling, Leiterin der Straßenmeisterei Vilsen, in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Erst dann könne die Kreuzung „Am Scheunenacker“ / „Auf der Loge“ / „Lange Straße“ wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden. Damit käme deutlich mehr Fluss in den innerörtlichen Verkehr.

Um vor allem Schülern das sichere Überqueren der Landesstraße unmittelbar vor dem Schulzentrum zu ermöglichen, bleibt die Lange Straße auf Höhe Rathaus in beiden Richtungen so lange gesperrt, bis die Lichtsignalanlage wieder vollständig in Betrieb genommen werden kann. „Es liegt an einem Bauteil, einem Leiter, der nicht lieferbar war“, erklärt Hans-Peter Dierksen von der Landesbaubehörde in Nienburg. Seit Montag aber ist die beauftragte Firma dabei, die Ampel zu installieren. Ist die Kreuzung wieder frei, wird auch die Zufahrt zum Aldi-Parkplatz wieder geöffnet, und es ist nur noch ein kurzer Umweg, aus Nordwesten gen Osten und umgekehrt durch den Ort zu fahren.

Eine weitere Verbesserung für Autofahrer aus Richtung Hoya deutet sich bereits an, entfaltet ihren Charme aber erst, wenn Bahnübergang und Kreisel wieder befahrbar sein werden. Das ist derzeit für Mitte November vorgesehen. Wer von der Straße „Am Bahnhof“ links gen Kreisverkehr abbiegt, brauchte bisher Geduld und eine schnelle Reaktionsgabe. Nach Ende der Sanierung wird eine Schleife im Asphalt melden, wenn sich der Verkehr zu sehr staut. Dann schaltet ein Lichtsignal auf Höhe der Polizei auf Rot und stoppt den Verkehr aus Richtung Martfeld und Rathaus, damit die Linksabbieger fahren können. Der Mast für diese Anlage ist bereits aufgestellt.

Der Bauabschnitt zwischen Bahnhof und Ampel sieht dank der jetzt aufgebrachten Markierungen vollends fertig aus, doch die Baufirmen werden noch einmal Hand anlegen. An den Überwegen für Radfahrer muss noch gefeilt werden. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir haben viele Anrufe erhalten“, verhehlt Andine Sieling nicht – eine etwa vier Zentimeter hohe Kante zwischen Radweg und Straße war Zweiradfahrern unmittelbar nach der Fertigstellung als Stolperstein aufgefallen. „Laut Plan ist das so richtig gebaut, denn so können Menschen mit Sehbehinderung ertasten, dass sie vor einer Straße stehen“, erklärt Andine Sieling den Sinn. „Aber auf diesem viel benutzten Radweg ist das nicht sinnvoll“, sagt sie, nachdem sich eine Kommission aus Verantwortlichen diese Woche die Situation angesehen hat. Die niedrigen Borde werden abgesenkt, sodass Radfahrer ohne Hindernis unterwegs sein können. Es gebe andere Lösungen, diese Bereiche auch für Sehbehinderte tastbar zu machen, sagt Andine Sieling. Nachgerüstet werde jetzt mit Steinen, die ein sogenanntes taktiles Muster haben und durch Rillen oder Kuppeln entsprechende Informationen fühlbar machen. „Die Umrüstung wird den Zeitplan der Fertigstellung nicht beeinflussen“, meint die Leiterin der Straßenmeisterei.

Mittwoch in aller Frühe hat ihr Team eine Anordnung der Gemeinde ausgeführt und den Bahnübergang an der Bollenstraße gesperrt. „Wir können das erhebliche Fahrzeugaufkommen in der verkehrsberuhigten Bollenstraße nicht mehr dulden“, erklärt Matthias Klausing aus dem Rathaus den drastischen Schritt. Die Anlieger wären dankbar, würde es funktionieren. Trotz eindeutiger Beschilderung fuhren Mittwoch ungezählte Fahrzeuge in die Straße, um vor der Sperrung umdrehen zu müssen. Auch etwa 20 Lkw, berichten Beobachter.

Wer den Kreisel umfahren will, muss sich jetzt an die ausgeschilderte Umleitung über die Alte Drift halten. Das war von Anfang an so vorgesehen, aber die meisten Autofahrer nutzten die Abkürzung durch die Straße „Am Gaswerk“. „Diese Straße konnten wir nicht sperren, weil sie die einzige Alternative für den Buslinienverkehr war“, erläutert Klausing.

Autofahrer und Verkehrsschilder, zu diesem Gespann kann Andine Sieling Romane erzählen. Egal auf welcher Baustelle, von einer Sperrung für Bauarbeiten fühlen sich viele nicht angesprochen. „Sie fahren auch mitten durch frischen Asphalt“, hat sie schon erlebt. Auch in Bruchhausen-Vilsen kam es durch diese Ignoranz immer wieder zu brenzligen Situationen. Zuletzt am Montag, als die Baustelle von der Langen Straße in den Kreisel umzog. Nicht wenige Autofahrer fanden sich mitten in der Baustelle und mussten an den Lkw vorbeimanövrieren, von denen Arbeiter die Schilder „Straße gesperrt“ und „Durchfahrt verboten“ abluden. „Das war chaotisch“, sagt sie aus Sicht der Straßenbauer. Ähnlich empfanden es viele Autofahrer.

Jetzt ist alles geregelt. Wenn sich alle an die Vorgaben halten, kann es im Kreisel vorangehen. Derzeit sind die Arbeiten dem ursprünglichen Zeitplan übrigens reichlich voraus.

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