Linda Veltkamp ist Wwooferin

Abenteuer auf dem Biohof

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Wwooferin Linda Veltkamp kuschelt mit einem auf dem Steigerwald-Hof lebenden Hahn.

Ochtmannien - Von Anne Schmidtke. Linda Veltkamp ist Wwooferin. Das bedeutet, dass sie unentgeltlich auf einem Bio-Bauernhof arbeitet und im Gegenzug freie Kost und Logis bekommt. Die 18-Jährige aus Kamp-Lintfort, einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, hat sich für ihr Abenteuer den Steigerwald-Hof in Ochtmannien ausgesucht, auf dem sie seit August lebt.

„Ich wollte nach dem Abi noch nicht direkt an die Uni gehen. Daher habe ich nach einem Praktikumsplatz Ausschau gehalten.“ Da sie mit ihrem Pferd Aron schon lange Klickertraining macht, ist der Name Nina Steigerwald ihr bekannt gewesen. Die Ochtmannier Pferde-Physiotherapeutin wendet diese Methode der Verhaltensbeeinflussung seit Jahren bei ihren Pferden an. Mit Hilfe eines Geräts, das ein Klick-Geräusch erzeugt, verstärkt sie die erwünschten Verhaltensweisen der Tiere.

„Ich habe Nina angerufen, und sie hat mir erzählt, dass sie beim Wwoofen mitmacht. Ich war sofort begeistert“, sagt Linda. Kurze Zeit später zog sie aus ihrer Heimatstadt in den beschaulichen Ort Ochtmannien. Insgesamt bleibt sie ein Jahr auf dem Steigerwald-Hof. Dort versorgt sie unter anderem die Pferde, Hunde, Hühner und Schafe und mistet den Stall aus. Außerdem hilft sie Nina Steigerwald beim Klickertraining. Linda erntete aber auch schon Obst, backte Brot und reparierte Zäune. „Ich springe überall da ein, wo Hilfe benötigt wird“, erklärt die 18-Jährige.

Sie findet die Idee gut, die hinter dem Wwoofing steht. „Die ökologische Grundeinstellung gefällt mir. Ich bin seit Jahren Vegetarierin und habe mich intensiv damit befasst, was man für das Wohlergehen der Tiere und der Umwelt tun kann.“ Auf dem Steigerwald-Hof könne sie ihr Wissen noch intensivieren. Außerdem sei sie schon als Kind vom Leben auf dem Bauernhof fasziniert gewesen.

„Vom Wwoofen profitieren alle Beteiligten. Auf der einen Seite bekomme ich sehr viel Input und lerne allerhand, und auf der anderen Seite kann ich sehr viel geben, indem ich überall mit anpacke.“ Da es sich nicht um das typische Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis handelt, findet die 18-Jährige es okay, nicht entlohnt zu werden. „Es wäre mir sogar unangenehm, Geld zu erhalten. Schließlich wiegen das Wissen und die Aufmerksamkeit, die ich bekomme, meine Arbeit wieder auf“, sagt Linda.

Am besten gefällt ihr die Nähe zu den Tieren. Wenn sie aus ihrem Zimmerfenster schaut, kann sie den Pferden beim Toben zuschauen. Sie genießt aber auch die Ruhe auf der Steigerwald-Farm. „Ich fühle mich hier bei Nina, ihrem Mann Mario und ihrem Sohn Richard sehr, sehr wohl. Das ist inzwischen mein zweites Zuhause geworden.“ In ihrer Freizeit spielt sie mit Familie Steigerwald Gesellschaftsspiele und sitzt gerne vor dem Ofen und liest Romane und Sachbücher.

Die 18-Jährige empfiehlt allen, beim Wwoofen mitzumachen. „Das ist eine großartige Gelegenheit, neue Leute, Sachen und Orte kennenzulernen. Es lohnt sich immer, das Bekannte zu verlassen und was Neues auszuprobieren. Man lernt auch sich selbst sehr viel besser kennen“, sagt Linda.

Im Sommer will sie an eine Universität gehen und etwas im sozialen Bereich studieren – mit dem Ziel, später etwas in Richtung Pferdearbeit zu machen.

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