Duo Anne und Davy stellt Musikprojekt in der Kastanie in Hollen vor

Lieder über das „Räderwerk des Alltags“

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Pianist Joachim von Lingen (v.l.) sowie das Duo Anne und Davy sind in der Kastanie alte Bekannte.

Martfeld - Von Philipp Schockenhoff. Für diejenigen, die am Sonnabend keine Lust hatten auf den Pomp und die laute Inszenierung des Eurovision Song Contests, bot die Kastanie in Hollen mit dem Musikprojekt „Räderwerk“ eine beschaulichere, ruhigere Alternative.

Das „Räderwerk“ ist ein Projekt des Sänger/Songwriter-Duos Anne und Davy sowie des Pianisten Joachim von Lingen, der unter anderem in der Martfeld Blues Band spielt. Das Musikprojekt „Räderwerk“ steht für Lieder mit deutschen Texten über Freiheit, Selbstentfaltung, dem Wunsch zu entkommen und sich selbst zu finden.

Vorgestellt als „alte Bekannte der Kastanie“ spielten die drei Musiker selbstkomponierte Lieder über das „Räderwerk des Alltags“ und wie es an den Nerven kratzt – Lieder darüber, dass das eigene Leben einfach zu kleinkariert geworden ist über die Jahre und wie man ihm entkommen kann.

Während die drei spielten, fiel schnell ein Unterschied auf: Die von Anne gesungenen Songs waren in Tempo und Rhythmus sehr experimentell. Die Lieder von Joachim von Lingen waren ruhiger, melodiöser. Sie erinnerten an die Tradition älterer deutsche Liedermacher, hatten aber meist einen ernsten Hintergrund.

So handelten Lieder wie „Die Welt hat sich verändert“ von verstorbenen Freunden oder waren den Momenten gewidmet, die jeder kennt: wenn der Kopf leer zu sein scheint und einem einfach nichts mehr einfallen will.

Der Song „Walter, Alter Ego“ beschäftigte sich mit dem eigenen Bruder und wie sein Lebensweg auch der eigene hätte werden können.

Im ersten Teil des Abends hieß es „weil das Singen in mir nun mal zu mir gehört“ und man merkte tatsächlich, wie wichtig es den Dreien, vor allem Anne, zu sein schien, sich in Text und Musik auszudrücken und wiederzufinden. „Ich habe dieses Lied einer Freundin gewidmet, es dann vor vielen Freunden gespielt und möchte es jetzt endlich auch für die lieben Menschen spielen, die uns zuhören“, sagte Anne. Sie las den Zuhörern Prosatexte mit Titeln wie „Existenzvakuum“ vor und zeigte anhand des Songs „Der rechte Moment“, wie sich ihre Lieder mit der Zeit verändert haben – wie Zeilen, die sie früher geschrieben hat und jahrelang sang, heute einfach nicht mehr passen.

Das Konzert endete schließlich mit der Frage, ob die Suche nach dem Selbst und der Kampf gegen den Alltag jemals wirklich ein Ende finden.

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