Lieblingsort: Treppenflur

Theatergruppe Süstedt zeigt „Sluuderkraam in’t Treppenhuus“

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Sie proben für die Premiere des Stücks „Sluuderkraam in’t Treppenhuus“ im Gasthaus Mügge: (von links) Harald und Anja Stellmann, Gerd Brauer, Jörg Neddermann und Corinna Bär. Auf dem Bild fehlen die Darsteller Claudia Grafe und Marten Brauer.

Br.-Vilsen - Ewald Brummer (gespielt von Harald Stellmann) verschwindet auf der Bühne im Gasthaus Mügge in Bruchhausen-Vilsen hinter seiner Wohnungstür. Als er sie wieder öffnen will, klemmt sie. Hanne Knoop (Anja Stellmann) schaut sich das Schauspiel einen Moment an und sagt dann mit Blick auf die Lücke in der Holztür, an deren Stelle eigentlich eine Glasscheibe sitzen sollte: „dann kletter doch durch“. Diese Szene steht so nicht im Drehbuch, sorgt jedoch für Lacher bei den Schauspielkollegen.

Dieses Szenario spielte sich kürzlich bei einer Textprobe der Laienschauspieler der Theatergruppe des TSV Süstedt ab. Klar, dass noch nicht alles sitzt – und teilweise auch noch nicht alles steht, nämlich in puncto Bühnenbild. Denn: Die Premiere findet erst am 20. Januar statt. Was aber bereits auf der Bühne steht, ist der Dreh- und Angelpunkt des plattdeutschen Stücks „Sluuderkraam in’t Treppenhuus“: eine Treppe.

Seit Anfang September proben die sieben Schauspieler für die neue Saison, und zwar zweimal die Woche. Nach einer Verschnaufpause, die sich laut Spielleiter Sven Böhm alle verdient haben, treffen sie sich jetzt, um ihren Text aufzufrischen.

Klatsch im Treppenhaus

Darum geht es in der Komödie in vier Akten aus der Feder von Jens Exler: Meta Bold (Corinna Bär) ist ein echtes Klatschweib – sie weiß alles über jeden in dem Mietshaus, in dem sie wohnt, und sie tratscht es an jeden weiter. Vor allem aber unterrichtet sie den Hauswirt Bernhard Tramsen (Gerd Brauer) über die von ihr beobachteten vermeintlichen Missstände im Haus. Der Treppenflur ist ihr Lieblingsort, um allerhand über ihre Nachbarn zu erfahren. Und was sie durchs Belauschen nicht rausfindet, reimt sie sich eben zusammen.

Die Bewohner Hanne Knoop und Ewald Brummer liefern Meta immer wieder neuen Gesprächsstoff. Gutmensch Hanne hat die von zu Hause ausgerissene Silke Seefeldt (Claudia Grafe) bei sich aufgenommen. Die dreht die Musik in ihrer Kammer gerne mal auf. Das stört den pensionierten Steueroberinspektor Ewald Brummer – aber nur so lange, bis er die hübsche Untermieterin trifft. 

Bekommt die Tratschtante ihr Fett weg?

Sie verdreht übrigens nicht nur Ewald den Kopf, sondern auch dem Hausverwalter. Und Dieter Brummer (Marten Brauer), der ebenfalls von zu Hause abgehauen ist und nun bei seinem Onkel Ewald Unterschlupf sucht, ist ebenfalls verzückt von Silke.

Doch: In dem Haus sind Untermieter eigentlich verboten. Ein gefundenes Fressen für Meta Bold. Was passiert, wenn Silkes Vater, Herr Seefeldt (Jörg Neddermann), auftaucht und warum am Ende Meta Bold ihr Fett wegbekommt, sehen die Zuschauer in zehn Vorstellungen im Saal des Gasthauses Mügge.

Klassiker des Ohnsorg-Theaters

Das Stück ist ein wahrer Klassiker und wurde bekannt durch das Hamburger Ohnsorg-Theater. In den 60er-Jahren wurde die Komödie mit Schauspieler Henry Vahl (1897 - 1977) als Ewald Brummer und Heidi Kabel (1914 - 2010) als Meta Bold im Fernsehen gezeigt. „Wir hoffen natürlich, dass wir unseren großen Ohnsorg-Vorbildern alle Ehre machen“, sagt die Süstedter Gruppe.

Wer bei dem Stück sonst noch mitwirkt: Ulrike von Rüsten (Souffleuse), Astrid Eggers und Carola Schierloh (Maske), Bettina Precht und der Kostümverleih Süstedt (Kostüme), Nicole Rehmstedt, Holger Brinkmann, Peter Janowski und Stephan Neddermann (Bühne/Requisite), Torben Kalms (Technik) sowie Helga Zierath. Bei ihr sind Kartenbestellungen möglich (Telefon 04240/1561). Tickets gibt es zudem mittwochs von 19 bis 20 Uhr im Gasthaus Mügge (Am Marktplatz 13). - vik

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